Wirtschaftsclub Bamberg: CSU-OB-Kandidatin Melanie Huml sagt "Wirtschaft ist ganz klar Chefsache"

08. Dezember 2025 , 20:23 Uhr

Die Oberbürgermeisterwahl in Bamberg wirft ihre Schatten voraus – der Wirtschaftsclub Bamberg will deshalb wissen, wie sich die Kandidatinnen und Kandidaten in Wirtschaftsfragen positionieren. Den Auftakt machte SPD-Kandidat Sebastian Niedermaier im Rahmen eines Kamingesprächs mit Unternehmern und Interessierten. Am Montag Abend folgte die CSU-Oberbürgermeisterkandidatin Melanie Huml.

Im Radio Bamberg Interview stellte sie fest, die Wirtschaftspolitik sei ganz klar Chefsache, sollte sie die Wahl am 8. März gewinnen;

„Das heißt, erstens, die Wirtschaftsvertreter müssen frühzeitigst eingebunden werden in Entscheidungsprozesse der Stadt. Zweitens, die Stadtverwaltung muss noch mehr Dienstleister für die Unternehmen, fürs Handwerk, für den Mittelstand sein und das bedeutet im Ergebnis, wir müssen schneller werden und verlässlicher werden. Stabilität ist das, was die Wirtschaft in Bamberg braucht.“

Selbstverständlich brauche es in Bamberg auch mehr Platz und Raum für Unternehmen, die sich hier ansiedeln wollen. Das betreffe nicht nur größere Unternehmen, sondern auch kleinere Betriebe. Eine Chance sei das Areal des ehemaligen Schlachthofs:

„Das heißt, wir müssen sehr klar prüfen, was ist auf dem Schlachthofareal alles möglich. Gleichzeitig würde ich das Schlachthofareal nicht isoliert sehen. Ich habe auch schon Kontakt aufgenommen mit dem Bayernhafen, um zu sprechen, was können wir an der B26 noch an Gewerbegebiet weiterentwickeln. Schlachthof allein ist mir zu wenig.“

In Zeiten knapper Kassen greifen viele Kommunen zu einer Erhöhung der Gewerbesteuer, um die finanzielle Situation zu verbessern. Melanie Huml hält nichts davon, in schwierigen Zeiten die Gewerbesteuer zu erhören:

„Denn unsere Unternehmen kämpfen bereits jetzt mit hohen Kosten, unsicheren Rahmenbedingungen und Fachkräftebedarf. Da braucht es Verlässlichkeit, nicht zusätzliche Belastungen. Mein Weg ist, Wirtschaft stärken, Investitionen erleichtern und die Stadt finanziell durch Wachstum und solide Haushaltsführung stabilisieren, nicht durch Steuererhöhungen.“

Natürlich spielt, wenn es um das Thema Wirtschaft geht, in Bamberg auch die prekäre Situation in der Automobil- und Zulieferindustrie eine große Rolle:

„Das heißt, wir haben in der Region Bamberg über 20.000 Arbeitsplätze im Bereich der Automobilzulieferer. Und die Frage in diesem Transformationsprozess, wo sich im Moment die Automobilindustrie befindet, wie schaut der Arbeitsplatz der Zukunft in unserer Region aus? Das heißt, wir brauchen einerseits weiter das Standbein im Bereich Automobil. Deswegen setze ich mich auch ganz klar dafür ein, dass das Verbrennerverbot ab 2035 auf europäischer Ebene geschoben wird, weil wir brauchen Zeit für diesen Transformationsprozess. Aber gleichzeitig möchte ich auch, dass wir andere Standortfaktoren entwickeln. Wir brauchen Innovationen, wir brauchen Gründer, wir brauchen Start-up-Szene bei uns. Wir brauchen ein Miteinander zwischen Universität, Wirtschaft, Verwaltung, um eben hier noch weitere Arbeitsplätze zu schaffen, zum Beispiel auch im Bereich Gesundheit oder eben auch anderen Branchen.“

Aber auch bei der Stadtverwaltung selbst gebe es laut Huml Handlungsbedarf. Schließlich sei die ganz klar moderner Dienstleister:

„Ich möchte ein digitales Bürger- und Unternehmensportal einführen, in dem Anträge online gestellt werden können, in dem der Status jederzeit abgefragt werden kann. Und gleichzeitig geht es aber auch um eine Haltung, nämlich wir müssen mehr, zu dem wir kümmern uns. Wir müssen mehr die Menschen zusammenbringen und zusammendenken. Digitalisierung und Bürgerfreundlichkeit ist eben kein Gegensatz, sondern gehört für mich zusammen. Beides spart Zeit, Nerven und am Ende auch Geld.“

Generell siedelt die CSU-Kandidatin das Thema Wirtschaft im anstehenden Wahlkampf auf einem Spitzenplatz:

„Das Thema Wirtschaft ist ein ganz zentrales Thema. Wir müssen die Wirtschaft insgesamt voranbringen, denn wir können als Stadt nur das Geld ausgeben, was vorher die Wirtschaft erarbeitet hat.“

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