Radio Bamberg https://www.radio-bamberg.de Mein Zuhause. Meine Hits. Mon, 10 Aug 2026 08:00:35 +0000 de hourly 1 https://wordpress.org/?v=7.0.2 Russlands liberaler Partei Jabloko droht Ausschluss von Wahl https://www.radio-bamberg.de/russlands-liberaler-partei-jabloko-droht-ausschluss-von-wahl-2367627/ Mon, 10 Aug 2026 07:55:16 +0000 urn:newsml:dpa.com:20090101:260810-930-507706 Das Oberste Gericht Russlands in Moskau will heute über einen möglichen Ausschluss der liberalen Oppositionspartei Jabloko von der Parlamentswahl im September verhandeln. Vor dem Gebäude in Moskau versammelten sich am Morgen Hunderte Menschen, die Schlange standen, um in den Gerichtssaal zu kommen. Ausgelegt ist der Saal nun für 150 Personen, teilte die Partei mit, die auch ein Video von dem Andrang veröffentlichte.

Jabloko kritisiert den russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine, war aber von der Wahlleitung unerwartet für die Duma-Wahl zugelassen worden. Der Vorsitzende Nikolai Rybakow, der selbst nicht zugelassen ist zur Wahl, nimmt für die Partei an der Verhandlung teil. Die kremltreue rechte Partei Rodina klagt auf Wahlausschluss. Sie wirft Jabloko zahlreiche Gesetzesverstöße vor, darunter Verletzungen von Urheberrechten in Wahlkampfmaterial und undurchsichtige Finanzierung. 

Auch andere kremltreue Parteien hatten einen Ausschluss von der Abstimmung im September gefordert. Mehrere Duma-Abgeordnete, die den russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine unterstützen, beschimpften Jabloko-Mitglieder als Verräter und Agenten des Westens. Kritisiert wird besonders, dass kein einziger Kriegsteilnehmer auf der Wahlliste von Jabloko steht. 

Zuletzt riefen auch als Extremisten und Terroristen in Russland verfolgte Kremlgegner aus ihrem Exil im Ausland zur Wahl der Partei auf. Das stieß in den Reihen von Jabloko selbst auf Kritik, weil sie dadurch zusätzlichen «argumentativen Zündstoff» für die kremltreuen Kräfte und eine Gefährdung der Wahlzulassung befürchteten. Die landesweite Parlamentswahl und die Kommunalwahlen sind vom 18. bis 20. September angesetzt.

Quelle: dpa

 

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Neubauer sieht Kind als «Art Liebesbeweis für diese Welt» https://www.radio-bamberg.de/neubauer-sieht-kind-als-art-liebesbeweis-fuer-diese-welt-2367612/ Mon, 10 Aug 2026 07:52:02 +0000 urn:newsml:dpa.com:20090101:260810-930-507694 Sollte ich mich trotz aller Krisen in der Welt für ein Kind entscheiden? Diese Frage beschäftigt viele junge Menschen, und Klimaschutzaktivistin Luisa Neubauer wird dazu häufig nach ihrer Meinung befragt, wie die 30-Jährige im Podcast «Hotel Matze» erzählte.

 «Dass diese Frage so prominent und auch berechtigterweise im Raum steht, finde ich todtraurig», sagte Neubauer. Sie würde auf die Frage erst mal sagen, dass «schon so jetzt ein Kind zu bekommen, so eine Art Liebesbeweis für diese Welt» sei.

«Ich geb‘ nicht auf an dieser Welt»

Neubauer erläuterte, was es für sie heißt, in dieser Zeit ein Kind zu bekommen. Dies bedeute zu sagen: «ja, ich bin in dieser Welt, und das ist unsere einzige Welt, und ich geb‘ nicht auf an dieser Welt. Und ich liebe diese Welt so sehr, dass ich sage, ja, wir brauchen noch Leute, die am Start sind». 

Es betrübe sie, dass Elternschaft so politisch geworden sei, sagte die Aktivistin. Es sei eine schöne Vorstellung, dass wir auf eine Welt hin leben, in der es irgendwann nicht mehr politisch sei, Eltern zu werden, sondern in der man einfach ein Kind bekommen könne. Die Hamburgerin wurde als das deutsche Gesicht der Fridays-for-Future-Bewegung bekannt.

Quelle: dpa

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Friedensrat: Gaza-Fahrplan als Ausweg aus Gewaltspirale https://www.radio-bamberg.de/friedensrat-gaza-fahrplan-als-ausweg-aus-gewaltspirale-2367594/ Mon, 10 Aug 2026 07:47:54 +0000 urn:newsml:dpa.com:20090101:260810-930-507684 Der Hohe Vertreter des Friedensrats, Nikolaj Mladenow, sieht eine Umsetzung des Gaza-Fahrplans als einzigen Ausweg aus der Gewaltspirale in Nahost. «Israelis und die Menschen in Gaza haben ein gemeinsames starkes Interesse, aus dieser schrecklichen Gewaltspirale herauszukommen, die auf beiden Seiten so viele Leben gekostet und Zerstörung angerichtet hat», sagte Mladenow im Gespräch mit dem israelischen TV-Sender N12. 

Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hatte am Sonntag gesagt, Israel lehne den Fahrplan ab. «Die israelische Armee wird keinerlei Abzug vollziehen, bis die Hamas entwaffnet ist», sagte Netanjahu während einer Kabinettssitzung in Jerusalem. Außerdem bekräftigte der Regierungschef seine Ablehnung eines unabhängigen palästinensischen Staates. Der ranghohe Hamas-Vertreter Bassem Naim sagte dagegen, die Hamas bleibe dem Gaza-Fahrplan verpflichtet. 

Im Zuge eines von US-Präsident Donald Trump vermittelten Friedensplans war zu Jahresbeginn ein international besetztes «Board of Peace» ins Leben gerufen worden, das gemäß seiner Charta den Wiederaufbau des Gazastreifens und die Nachkriegsordnung in dem großflächig zerstörten Küstengebiet überwachen soll.

Nach dem Fahrplan des Friedensrats sollen Israel und die Hamas die Kämpfe einstellen. Eine palästinensische Übergangsverwaltung soll mit Unterstützung einer internationalen Stabilisierungstruppe die Kontrolle über Verwaltung und Sicherheit übernehmen. 

Mladenow: Verifizierung statt Vertrauen

Mladenow betonte in dem Gespräch mit N12, Ziel des Plans sei es, dass der Gazastreifen nie wieder eine Bedrohung für Israel darstellen werde und sich das Hamas-Massaker vom 7. Oktober 2023 nie wiederholen könne. Erst nach einer verifizierten Übergabe der Waffen durch die bewaffneten Fraktionen im Gazastreifen, darunter auch Hamas, werde von Israel ein Truppenabzug erwartet. Gegenwärtig fordere man Israel lediglich dazu auf, nicht über die sogenannte «gelbe Linie» hinaus weiter in den Gazastreifen vorzudringen. Israelische Soldaten dürften außerdem nur im Falle einer echten Bedrohung schießen. 

Erst nach einer schrittweisen und international verifizierten Übergabe aller Waffen durch die Hamas nach Sektoren werde von Israel ein Abzug aus dem Gazastreifen erwartet, «Schritt für Schritt, in Phasen, letztendlich bis zum Gaza-Grenzzaun», sagte Mladenow. 

«Wenn die Verpflichtungen nicht erfüllt werden, wird der Prozess gestoppt», sagte er. Eine Zerstörung aller Hamas-Tunnel werde im gegenwärtigen Tempo mehr als ein Jahrzehnt dauern, schätzte Mladenow. «Deshalb braucht Israel den Friedensrat, weil es gemeinsam mit dem Friedensrat viel schneller ausgeführt werden kann.» Man wolle dafür externe Experten mit spezieller Ausrüstung heranziehen. 

Der Gaza-Fahrplan basiere nicht auf Vertrauen, sondern allein auf Verifizierung und schrittweiser Umsetzung, betonte Mladenow. 

Der israelische Sender Kan berichtete unter Berufung auf einen Repräsentanten des US-geführten Koordinationszentrums (Civil Military Coordination Centre, CMCC) in Südisrael, Bauarbeiten für die erste Basis der internationalen Stabilisierungstruppe in Rafah im Süden des Gazastreifens sollten ungeachtet der Äußerungen Netanjahus in zweieinhalb Wochen beginnen.

Quelle: dpa

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Stark geschädigte Untere Sandstraße wird nach der Sandkerwa saniert https://www.radio-bamberg.de/stark-geschaedigte-untere-sandstrasse-wird-nach-der-sandkerwa-saniert-2367579/ Mon, 10 Aug 2026 07:40:18 +0000 https://www.radio-bamberg.de/?p=2367579 Die Fahrbahn weist erhebliche Schäden auf, schreibt die Stadt Bamberg in einer aktuellen Mitteilung. Insbesondere der vergangene Winter sowie die hohe Verkehrsbelastung haben die Straße stark beansprucht. Zahlreiche Schlaglöcher und Fahrbahnschäden beeinträchtigen mittlerweile die Verkehrssicherheit und machen eine grundlegende Instandsetzung notwendig. Deshalb wir die Untere Sandstraße auf Höhe der Markusbrücke wird ab 26. August umfassend saniert.

Um die Belastungen für Anwohner sowie den Verkehr so gering wie möglich zu halten, bündeln Bamberg Service und die Stadtwerke Bamberg ihre Arbeiten. Während Bamberg Service die Fahrbahn erneuert, führen die Stadtwerke gleichzeitig notwendige Arbeiten an den Gas- und Wasserleitungen durch. Durch dieses abgestimmte Vorgehen muss die Straße nur einmal geöffnet werden. Das verkürzt die Bauzeit, reduziert Verkehrsbehinderungen und spart öffentliche Mittel.

Die Arbeiten dauern voraussichtlich bis Montag, 21. September 2026, 6 Uhr.

Der Zeitpunkt wurde bewusst gewählt. Die Untere Sandstraße liegt an einem stark frequentierten Schulweg. Ziel ist es, den überwiegenden Teil der Arbeiten während der Sommerferien abzuschließen und die Beeinträchtigungen für Schülerinnen und Schüler sowie ihre Familien so gering wie möglich zu halten.

Oberbürgermeister Sebastian M. Niedermaier:

„Eine funktionierende Infrastruktur ist eine wesentliche Voraussetzung für die Lebensqualität und die Mobilität in unserer Stadt. Die Schäden in der Unteren Sandstraße haben inzwischen ein Ausmaß erreicht, das wir nicht länger aufschieben können. Deshalb investieren wir jetzt gezielt in die Sanierung. Gleichzeitig nutzen wir die Gelegenheit, die Arbeiten mit der Erneuerung der Gas- und Wasserleitungen zu verbinden. So vermeiden wir eine zweite Baustelle an gleicher Stelle, verkürzen die Bauzeit und legen die wesentlichen Arbeiten bewusst in die Sommerferien, um insbesondere den Schulweg möglichst wenig zu beeinträchtigen.“

Baureferentin und Technische Werkleiterin Annegret Michler:

„Die Untere Sandstraße gehört aktuell zu den am stärksten geschädigten Straßenabschnitten in Bamberg. Der vergangene Winter und die zusätzlichen Belastungen während der Brückensanierung haben deutliche Spuren hinterlassen. Einzelne Schlaglöcher auszubessern wäre weder nachhaltig noch wirtschaftlich. Mit der nun geplanten Sanierung stellen wir die Verkehrssicherheit wieder her und nutzen gleichzeitig Synergien mit den Stadtwerken. Das bedeutet: einmal bauen, einmal sperren und langfristig eine deutlich bessere Infrastruktur.“

Während der Bauzeit erfolgt eine Vollsperrung des betroffenen Bereichs. Die Verkehrsführung wurde so geplant, dass die Erreichbarkeit des Sandgebiets und der angrenzenden Quartiere bestmöglich gewährleistet bleibt.

Stadt Bamberg

Während der Bauzeit gelten folgende Verkehrsregelungen:

  • Die Einmündung Markusbrücke – Untere Sandstraße – Am Leinritt ist voll gesperrt. Die Sperrung der Unteren Sandstraße beginnt bereits auf Höhe des Stadtarchivs.
  • Die Markusbrücke wird zur Sackgasse. Gleiches gilt für die Schweinfurter Straße und die Untere Sandstraße stadteinwärts.
  • Die Zufahrt in das Sandgebiet ist weiterhin über die Elisabethenstraße sowie über die Herrenstraße möglich.
  • Die Ausfahrt aus dem Sandgebiet erfolgt während der Bauzeit über die Elisabethenstraße und den Leinritt.
  • Werktags zwischen 8:30 Uhr und 10:30 Uhr ist zusätzlich eine Ausfahrt über Dominikanerstraße und Herrenstraße möglich.
  • Um eine weitere Ausfahrtsmöglichkeit aus dem Sandgebiet Richtung Norden zu schaffen, wird der Leinritt als Einbahnstraße in Richtung Gaustadt befahrbar (für Fahrzeuge bis 2,0 m Höhe).
  • In der Elisabethenstraße zwischen Leinritt und Elisabethenplatz wird die Einbahnstraßenregelung aufgehoben; der Verkehr wird dort mittels Ampel geregelt.
  • Die Untere Sandstraße wird ab der Elisabethenstraße zur Sackgasse für Anlieger.
  • Für entfallende Stellplätze werden Ersatzparkplätze für Lizenzinhaber auf der Markusstraße und in der Unteren Sandstraße eingerichtet.
  • Die Untere Sandstraße wird ab Elisabethenstraße in eine Sackgasse für Anwohner gewandelt.
  • Für einzelne entfallende Stellplätze werden Ersatzstellplätze für Lizenzinhaber auf der Markusbrücke und in der Unteren Sandstraße eingerichtet
  • Die Umleitung für den motorisierten Individualverkehr wird ausgeschildert mit Zusatzzeichen Domplatz / Hotel Residenzschloss. Zusätzlich werden Großtafeln baldmöglichst auf die Sperrung hinweisen.
    Fußgängerverkehr ist je nach Baufortschritt stellenweise eingeschränkt – der Zugang zu den Gebäuden ist jederzeit möglich.
    Die Radverkehr-Umleitung ist über den Leinritt ausgeschildert. Von Markusplatz kommend kann der Heinrich-Bosch-Steg genutzt werden.
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Russland: Viele Tote nach ukrainischem Drohnenangriff https://www.radio-bamberg.de/russland-viele-tote-nach-ukrainischem-drohnenangriff-2367576/ Mon, 10 Aug 2026 07:26:33 +0000 urn:newsml:dpa.com:20090101:260810-930-507603 Bei einem ukrainischen Drohnenangriff sind in Nischnekamsk in der russischen Teilrepublik Tatarstan laut Behörden mindestens zwölf Menschen getötet worden. Es seien auch 39 Menschen verletzt worden, teilte die Regierung in der Hauptstadt Kasan mit. Republikchef Rustam Minnichanow verhängte offiziell Trauer in Tatarstan. 

Der Bürgermeister von Nischnekamsk, Radmir Beljajew, hatte zuvor von einem massiven Angriff mit ukrainischen Drohnen auf Industrieanlagen und zivile Objekte sowie von Toten berichtet. Ukrainische Medien meldeten, dass dort eine der größten Ölraffinerien angegriffen worden sei. Eine offizielle Bestätigung gab es dafür zunächst nicht.

Kiew greift in seinem Abwehrkampf gegen Moskaus Angriffskrieg immer wieder Anlagen der russischen Ölindustrie an. Ziel ist es, der Kriegsmaschinerie Moskaus so die wichtigen Einnahmen etwa aus dem Export der Energie zu nehmen. Bei den ukrainischen Gegenangriffen kamen zuletzt auch vermehrt Zivilisten ums Leben.

Quelle: dpa

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50 Jahre Bowie in Berlin: Er kam zum Cleanwerden https://www.radio-bamberg.de/50-jahre-bowie-in-berlin-er-kam-zum-cleanwerden-2367534/ Mon, 10 Aug 2026 07:12:55 +0000 urn:newsml:dpa.com:20090101:260810-930-507549 Es lag an der erhofften Anonymität, dass David Bowie (1947-2016) im August 1976 seinen Lebensmittelpunkt für die folgenden Jahre nach West-Berlin verlegte, in die Stadt, in der es damals noch viele Ruinen gab und in der in alle Himmelsrichtungen «Osten» war. Vor 50 Jahren begann die als «Berliner Zeit» titulierte Phase im Leben des legendären Popkünstlers. 

Ein guter Zeitpunkt, um ein paar Mythen über Bowie und Berlin, Heroin und «Heroes» zu beleuchten.

Was führte Bowie 1976 nach Berlin?

Bowie kam in die Mauerstadt als eine Flucht vor diversen Problemen, unter anderem um sich von Drogenmissbrauch zu erholen. Das mit den Drogen wirkt heute fast ironisch, denn Berlins Partyszene und Nachtleben ist als drogenaffin bekannt. Auch Mitte der 70er war das schon so. West-Berlin galt als Hauptstadt der Fixer, als eine Stadt des Heroins. 

Genau in Bowies Berlin-Jahren etwa spielte sich auch die Drogenjugend von Christiane F. ab: «Wir Kinder vom Bahnhof Zoo». Erstmals Heroin probierte die Protagonistin des legendären «Stern»-Buchs als 13-Jährige im April 1976 in der Deutschlandhalle – bei einem Bowie-Konzert. Auch in der Verfilmung von 1981 spielt Bowies Live-Auftritt ’76 eine wichtige Rolle.

Bowie war interessiert an Berlins (Kunst-)Geschichte der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Er mochte etwa Bert Brecht und Kurt Weill, die expressionistische Künstlergruppe Brücke oder die autobiografischen Berlin-Storys des britisch-amerikanischen Schriftstellers Christopher Isherwood («Mr. Norris steigt um», «Leb wohl, Berlin»), die Grundlage des Filmmusicals «Cabaret» sind. 

Er war auch Fan von damals aktuellen Entwicklungen der (elektronischen) Musik, von deutschen Bands wie Neu!, Kraftwerk, Tangerine Dream oder der Innovationsfreude von Produzenten und Tontechnikern wie Conny Plank.

Wo kam Bowie 1976 her?

Zwischen Sommer 1973 und Sommer 1976 war Bowie geradezu rastlos. Im Sommer ’73 beerdigte er bei einem Konzert in London überraschend seine Kunstfigur Ziggy Stardust, einen androgynen, bisexuellen Alien-Rockstar. 

Er nahm dann mehrere Alben innerhalb kurzer Zeit auf, etwa «Diamond Dogs» (1974), das in weiten Teilen auf George Orwells Dystopie «1984» basiert, sowie das soulige «Young Americans» (1975), auf dem sich sein erster US-Nummer-eins-Hit «Fame» befindet, der in Zusammenarbeit mit John Lennon entstand.

Zwischen Juni und September ’75 fanden die Dreharbeiten zum Science-Fiction-Film «Der Mann, der vom Himmel fiel» von Nicolas Roeg («Wenn die Gondeln Trauer tragen») statt – hauptsächlich in New Mexico. 

In dem Film mimt Bowie einen Außerirdischen, der sich als Mensch ausgeben muss, um seinen sterbenden Planeten zu retten. Der Film feierte 1976 Premiere auf der damals noch im Juni statt Februar veranstalteten Berlinale. 

Zwischendurch produzierte Bowie in Los Angeles aber noch sein Album «Station to Station». Von Februar bis Mai ’76 absolvierte er eine Tournee mit mehr als 60 Konzerten in Nordamerika und Europa («Isolar – 1976 Tour»), die ihn auch nach Berlin führte (Deutschlandhalle, 10. April). Danach ging es zu Aufnahmen in Frankreich und München.

Was war Bowies Plan im Spätsommer ’76?

Bowie wollte nach diesen stressigen Monaten zur Ruhe kommen. Im Spätsommer ’76 wohnte er ein paar Wochen in der Schwäbischen Straße in Berlin-Schöneberg – bei Edgar Froese von der Band Tangerine Dream. Bowies spätere Bleibe, eine Sieben-Zimmer-Altbauwohnung in der Hauptstraße 155 in Schöneberg, war noch nicht fertig renoviert. 

«Edgar und seine Frau haben mir wirklich geholfen, als ich in Berlin lebte», sagte Bowie im Jahr 2002 in einem «Tagesspiegel»-Interview. «Ich ging damals durch eine schwierige Phase, hatte ungeheure Schmerzen. Und sie haben mich unterstützt, vom Kokain wegzukommen. Ja, die beiden waren sehr lieb zu mir.»

Nach anfänglicher WG-Zeit mit Kumpel Iggy Pop in der Hauptstraße bezog dieser lieber eine eigene Wohnung im selben Haus, es hatte unter anderem Streit ums Essen im Kühlschrank gegeben. An der Fassade des Gebäudes hängt heute eine Gedenktafel, im Erdgeschoss des Hauses befindet sich eine Praxis für Osteopathie und Physiotherapie.

Wie busy war Bowie in Berlin?

So richtig ruhig war auch die Zeit in Berlin nicht. Bowie nahm selbst Platten auf, half aber auch Iggy Pop, unter anderem bei dem Album «Lust for Life» und der Fertigstellung von «The Idiot». 

Bowie spielte außerdem Anfang 1978 in Berlin die Hauptrolle im Weimarer-Republik-Gesellschaftspanorama «Schöner Gigolo, armer Gigolo». Es ist Marlene Dietrichs letzter Film, wobei sich Bowie und die Dietrich nicht begegneten, weil die Dietrich für ihre zwei hochbezahlten Drehtage Paris nicht verlassen wollte.

Bowie unternahm in seiner Berlin-Zeit Ausflüge zum Wannsee oder ins Brücke-Museum in Berlin-Dahlem am Grunewald. Er ging viel aus, saß etwa im Café «Anderes Ufer» (heute «Neues Ufer») in der Hauptstraße 157. 

Er besuchte auch das glamouröse Travestiecabaret «Chez Romy Haag», Welser-/Ecke Fuggerstraße (wo später lange der jetzt auch geschlossene Schwulenclub «Connection» residierte). 

Das Lokal trug den Namen seiner Gründerin, einer in den Niederlanden geborenen Transfrau mit rauchiger Stimme und betörendem Aussehen, die berühmt war für eine genderfluide Gesangsnummer, bei der sie sich am Ende von Shirley Basseys «This is my life» dramatisch eine Perücke vom Kopf riss. Bowie ging zu Beginn seiner Berliner Zeit eine intensive Beziehung mit ihr ein.

Was nahm Bowie in Berlin auf?

In Bowies Werk ist von der sogenannten Berlin-Trilogie oder den drei «Berliner Alben» die Rede: «Low» (1977), «Heroes» (1977) und «Lodger» (1979), sie zählen zu den wichtigsten Werken seiner Karriere. 

Nur «Heroes» wurde aber komplett in Berlin aufgenommen. Teile des experimentellen «Low» hingegen entstanden nahe Paris im Château d’Hérouville, bevor Bowie nach Berlin zog. «Lodger» wurde eigentlich komplett in der Schweiz und den USA produziert.

Bowies bevorzugter Arbeitsplatz in Berlin waren Tonstudios in der Köthener Straße in Kreuzberg. Sie befanden sich in unmittelbarer Nähe zum Todesstreifen, im sogenannten Niemandsland des Kalten Krieges, mit Blick auf den untergegangenen früheren Potsdamer Platz. 

Was hat es mit den Hansa Studios auf sich?

Die Rede ist von den Hansa Studios, die neben den Abbey Road Studios in London zu den bekanntesten Musikstudios der Popgeschichte gehören. 

Thilo Schmied von «Berlin Music Tours» führt seit mehr als 20 Jahren Musikfans aus aller Welt durch die Hansa Studios und zu anderen Bowie-Orten in der Hauptstadt. Er kann eine Menge zu den Hansa Studios erzählen: «Das Gebäude wurde 1910 bis 1913 als Verbandshaus der Berliner Innung des Bauhandwerks errichtet. Kernstück war der Meistersaal, ein Festsaal mit Bühne, der auch für die Verleihung der Meisterbriefe genutzt wurde. Deshalb der Name.»

In den 20ern fanden hier auch Bälle und Vorträge statt, Kurt Tucholsky trat hier zum Beispiel auf. «Im Krieg zerstörten Bomben fast die ganze Gegend, 1943 auch den hinteren Flügel des Gebäudes, der Meistersaal blieb aber verschont.» Ab Ende der 40er wurde er als Ballhaus genutzt, ab dem Bau der Mauer 1961 geriet das Haus völlig ins Abseits, schien am Ende der Welt zu stehen.

Die Plattenfirma Ariola schätzte die ruhige Lage und die Akustik des Meistersaals mit Holzkassettendecke. Sie nutzte ihn ab 1961 als Studio für klassische Musik oder auch Schlager. 1976 richteten die Meisel-Musikverlage ihre «Hansa Tonstudios» in dem Gebäude ein. 

«Der Meistersaal wurde zum Studio 2 und David Bowie taufte ihn „the big hall by the wall“», erzählt Schmied. Als Bowie hier arbeitete, waren die heute wieder offenen Saal-Fenster zugemauert, es gab also noch kein Tageslicht.

Depeche Mode arbeiteten Mitte der 80er im Meistersaal unter anderem an der Platte «Some Great Reward» mit Hits wie «People Are People» und «Master and Servant». Auch Nick Cave, die Band Einstürzende Neubauten oder U2 («Achtung Baby») machten hier Aufnahmen. 

Thomas Meisel, Mitgründer der Hansa Tonstudios und Inhaber des Gebäudes, entschied, den Meistersaal 1993/94 zu restaurieren. Im Februar 2009 kam es nach weiteren Umbaumaßnahmen zur dritten Neueröffnung. Seitdem dient der Meistersaal in erster Linie als Eventlocation. Doch vermehrt finden auch wieder Aufnahmen wegen der besonderen Akustik statt, zuletzt beispielsweise von Harry Styles, sagt Schmied.

Wie war das mit dem Text von «Heroes»?

Nach Angaben von Thilo Schmied wurde «Heroes», eines der bekanntesten Lieder von Bowie, an einem Tag im Juli 1977 aufgenommen. Es gibt mehrere Versionen, etwa auch auf Französisch/Englisch und Deutsch/Englisch, die aber in der Schweiz eingesungen wurden, wie Schmied erzählt.

Worum es genau in dem Lied geht, ist Interpretationssache. Es geht um Liebende, die sich an einer Mauer küssen, Schüsse fallen, es geht um das «Heldentum» zweier Menschen, die sich trauen, an einem feindseligen Ort zärtlich zu sein – wenn auch nur für einen Augenblick.

Die Mutmaßung, dass Bowie die Berliner Mauer meinte, liegt nahe, zumal er vom Kontrollraum des Studios aus die Mauer und DDR-Wachposten in ihren Wachtürmen sehen konnte. 

Thilo Schmied ist etwas skeptisch, dass die Behauptung von Bowies Produzent Tony Visconti stimmt, Bowie habe dessen Kuss mit seiner Affäre, der Background-Sängerin Antonia Maaß, beobachtet und beschrieben. «Tony hat öfter erzählt, dass sie das Paar seien, Antonia streitet es ab. Wahrscheinlich geht es auch um eine von Bowies eigenen Affären namens Clare in dem Song und um die Kunst – es darf spekuliert werden.»

Welche Rolle spielt Berlin in Bowies Leben?

Bowie lebte an einigen Orten viel länger als in Berlin, aber nie ist beispielsweise von seinen «Schweizer Jahren» die Rede. Berlin von 1976 bis etwa 1979 erscheint dagegen in der Erzählung seiner Biografie oft als Dreh- und Angelpunkt.

«Das waren sehr wichtige Jahre», sagte Bowie 2002 selbst im «Tagesspiegel»-Interview. «Es war in so vieler Hinsicht sehr befreiend für mich, in Berlin zu leben.»

Legendär ist auch Bowies Berlin-Auftritt am 6. Juni 1987 auf dem Platz der Republik am Reichstagsgebäude. Damals lauschte auch Publikum auf der Ostseite des Brandenburger Tors. 

Zeitzeuge Thilo Schmied sagt: «Bei „Time Will Crawl“ stellte er die Band vor am Ende des Titels und sagte dann final auf Deutsch: „Wir schicken unsere besten Wünsche zu all unseren Freunden, die auf der anderen Seite der Mauer sind“.»

Die Volkspolizei unterdrückte an dem Abend Proteste der Fans in Ost-Berlin, die «Die Mauer muss weg!» riefen. 887 Tage später fiel die Mauer endlich.

 

Vielsagend ist wohl auch, was 2013 geschah. Nach fast zehn Jahren eines zurückgezogenen Lebens in New York feierte Bowie ein Comeback mit einem Berlin-Song. An seinem 66. Geburtstag tauchte wie aus dem Nichts ein neues Lied mit dazugehörigem Video auf: «Where Are We Now?» 

Worum geht es in «Where Are We Now» ?

Der Autor Tobias Rüther schrieb über diesen elegischen, weisen Song und dessen Bedeutung in der 2025-Version seines Buchs «Helden – David Bowie und Berlin»: «“Sitting in the Dschungel“, singt Bowie, „on Nürnberger Strasse. A man lost in time near KaDeWe.“ Da hängt jemand also in einer Zeitschleife fest. Wandert noch mal die Stationen dreier glücklicher Jahre ab: Der Potsdamer Platz, wo ich die radikalste Musik meines Lebens aufgenommen habe. Der „Dschungel“, wo ich tanzte, das KaDeWe, wo ich mir im sechsten Stock Feinkost gekauft habe, die Iggy dann einfach aufgegessen hat.»

Quelle: dpa

 

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Koffer-Leiche in Australien entpuppt sich als Sexpuppe https://www.radio-bamberg.de/koffer-leiche-in-australien-entpuppt-sich-als-sexpuppe-2367489/ Mon, 10 Aug 2026 06:54:05 +0000 urn:newsml:dpa.com:20090101:260810-930-507539 Überraschende Wendung in einem vermeintlichen Mordfall in Australien: Bei einer mutmaßlich verwesenden Leiche, die am Wochenende im Bundesstaat New South Wales an einer Landstraße gefunden wurde, handelte es sich in Wirklichkeit um eine lebensgroße Puppe. Der Sender ABC zitierte die Polizei mit den Worten, man gehe davon aus, dass es eine Sexpuppe sei. Das Gepäckstück hatte am Sonntag einen größeren Polizeieinsatz ausgelöst – Beamte richteten sogar einen Tatort ein.

Spezialisten der Spurensicherung rückten zum Fundort nordöstlich der Hauptstadt Canberra an. Die Polizei versuchte sogar, die vermeintliche Tote mit Vermisstenfällen in Verbindung zu bringen. Jedoch verzögerte sich die Untersuchung des Koffers wegen starken Regens: Die Polizei wollte ihn zunächst möglichst wenig bewegen, um mögliche Spuren nicht zu zerstören. Auch die abgelegene Lage des Fundortes erschwerte die Arbeit.

Haare und Nasenpiercing

«Nach forensischen Untersuchungen bestätigt die Polizei heute Morgen, dass es sich bei dem in der Tasche gefundenen Gegenstand um eine lebensechte Puppe handelte, die Kleidung trug, Haare und ein Nasenpiercing hatte», teilte die Polizei von New South Wales mit. «Der Gegenstand wies außerdem Spuren auf, die Prellungen und Schürfwunden ähnelten.» 

Wer den Koffer an der Landstraße abgestellt hat und warum, ist derzeit unklar. Die Polizei teilte lediglich mit, die Untersuchungen zu dem vermeintlichen Mordfall seien abgeschlossen.

Quelle: dpa

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Mehr Kinder im Straßenverkehr verunglückt https://www.radio-bamberg.de/mehr-kinder-im-strassenverkehr-verunglueckt-2367480/ Mon, 10 Aug 2026 06:45:49 +0000 urn:newsml:dpa.com:20090101:260810-930-507507 Durchschnittlich alle 18 Minuten ist im letzten Jahr ein Kind im Straßenverkehr verletzt oder getötet worden. Laut Statistischem Bundesamt verunglückten im Jahr 2025 rund 29.270 Kinder unter 15 Jahren bei Verkehrsunfällen.

Mehr verletzte und getötete Kinder

Damit kamen sieben Prozent mehr Kinder zu Schaden als im Jahr 2024 mit 27.260 Verunglückten. Die Zahl der getöteten Kinder stieg 2025 gegenüber 2024 von 53 auf 74. Nach einem deutlichen Rückgang während der Corona-Pandemie in den Jahren 2020 und 2021 waren diese Zahlen in den letzten Jahren wieder gestiegen.

Die meisten Kinder, die 2025 im Straßenverkehr verunglückten, saßen auf einem Fahrrad (34 Prozent). Zum Zeitpunkt des Unfalls waren 31 Prozent mit dem Auto, 20 Prozent zu Fuß und acht Prozent mit einem E-Scooter unterwegs.

Mehr tödliche Unfälle im Auto

Blickt man nur auf die Todesopfer, stieg die Zahl der Kinder, die in Pkw mitgefahren waren, am stärksten an: von 21 auf 31. Größere Anstiege gab es auch bei getöteten Kindern, die mit Fahrrädern (von 8 auf 13) und mit E-Scootern (von 0 auf 4) unterwegs waren.

Quelle: dpa

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Kerzen, Blumen, Diamantring: Formel-1-Star verlobt https://www.radio-bamberg.de/kerzen-blumen-diamantring-formel-1-star-verlobt-2367441/ Mon, 10 Aug 2026 06:38:06 +0000 urn:newsml:dpa.com:20090101:260810-930-507476 Sportlich steht George Russell in dieser Formel-1-Saison im Schatten seines Mercedes-Teamkollegen Kimi Antonelli – privat dagegen hat er allen Grund zur Freude. Der Brite (28) und seine Partnerin Carmen Montero Mundt (28) haben sich verlobt. Bei Instagram veröffentlichten die beiden vier Bilder dazu, die Unternehmerin hält einen Diamantring in die Kamera. Im Hintergrund ist ein romantisches Ambiente mit Kerzen und Blumen am Meer zu sehen. «Für immer», schrieb Mundt in einem Beitrag außerdem.

«Glückwünsche, George und Carmen, zu eurer Verlobung», schrieb der Mercedes-Rennstall. Auch andere Stars und Sportler – wie der Tennis-Weltranglistenerste Jannik Sinner und die Skirennfahrerin Lindsey Vonn – gratulierten dem Paar oder kommentierten den Beitrag mit einem Herzchen.

Sportliche Enttäuschungen vor Sommerpause

In der Formel 1 ist derzeit Sommerpause. Russell hatte zuletzt im Juli mit einem Ausfall und einem siebten Platz zwei enttäuschende Rennen erlebt. In der Gesamtwertung rangiert er hinter seinem führenden Mercedes-Kollegen Antonelli und Lewis Hamilton im Ferrari auf dem dritten Platz. Am Wochenende vom 21. bis 23. August geht es mit dem Grand Prix der Niederlande in Zandvoort weiter.

Quelle: dpa

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Vorsicht, Zecken! https://www.radio-bamberg.de/vorsicht-zecken-2-2367417/ Mon, 10 Aug 2026 06:27:44 +0000 https://www.radio-bamberg.de/?p=2367417 Die komplette Region Bamberg/Forchheim ist FSME-Risikogebiet. Bayerns Gesundheitsministerin Gerlach warnt vor den Gefahren, die von Zecken ausgehen. Seit Jahresbeginn wurden schon 175 FSME-Fälle gemeldet, das sind mehr als im gleichen Zeitraum des vergangenen Jahres. Die Gesundheitsministerin ruft dazu auf, den FSME-Impfschutz gerade jetzt in der Ferienzeit zu überprüfen. Zu den Fällen dieser Hirnhautentzündung gab es auch schon über 2700 Borreliose-Fälle. Dagegen gibt es keine Impfung. Deshalb sollte der Körper nach dem Aufenthalt im Freien gründlich nach Zeckenstichen abgesucht werden. Bei Symptomen, wie etwa einer ringförmigen Rötung um die Stichstelle, sollte ein Arzt aufgesucht werden.

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