Im Kommunalwahlkampf um das Amt des Bamberger Oberbürgermeisters wird der Ton schärfer. Auslöser ist ein Interview von Oberbürgermeister Andreas Starke im „Fränkischen Tag“ vom Wochenende. Darin sagte er, man dürfe sich „nicht von rechter und populistischer Agitation beeindrucken lassen, wie sie von der AfD oder BuB betrieben wird“ und rief dazu auf, „Demokraten“ zu wählen.
Die Vorsitzende der BuB, Daniela Reinfelder, reagierte empört. Es sei inakzeptabel, die BuB in einem Atemzug mit der AfD zu nennen und ins rechte Spektrum zu rücken. Man werde sich davon nicht einschüchtern lassen und setze auf einen harten, aber fairen Streit um die besten Lösungen für Bamberg. gegenüber Radio Bamberg sagt sie: „Als Vorsitzende und Gründerin von Bambergs unabhängigen Bürgern bin ich entsetzt über die Aussage von Oberbürgermeister Andreas Starke im FT vom 27.2. Er stellt die BUB in eine rechte Ecke und er ruft gleichzeitig auf, nur Demokraten zu wählen. Alle unsere Kandidatinnen und Kandidaten sind Demokraten und stellen sich mit Mut und Offenheit der Wahl am 8.3. Daher prüfen wir zurzeit rechtliche Schritte gegen den Oberbürgermeister.“
Auch BuB-Stadtrat Klaus Stieringer schloss sich der Kritik an. Gegenüber Radio Bamberg sagte er:
„Ich war ja lange an Andreas Starkes Seite. Umso mehr hat mich sein Satz getroffen, die BuB in einem Atemzug mit der AfD zu nennen und dann zu sagen, wählen Sie Demokraten. Damit werden unsere oftmals seit Jahren engagierten ehrenamtlichen Kandidatinnen und Kandidaten pauschal abgestempelt. Er trifft Menschen, die sich hier vor Ort engagieren, zum Teil zum ersten Mal überhaupt kandidieren und sich damit öffentlich angreifbar machen. Er trifft Menschen aus unterschiedlichen Herkunftsländern, Kulturen und aus völlig unterschiedlichen Alltagsrealitäten. Er trifft Menschen aus allen Teilen der Stadtgesellschaft mit einem großen Spektrum an politischen Sichtweisen. Aber eines sind sie alle, sie sind gute Demokraten. BuB ist nicht undemokratisch, das Gegenteil ist richtig, eine lebendige Stadt braucht unterschiedliche Blickwinkel, auch unbequeme. Demokratie bedeutet nicht Einigkeit, Demokratie bedeutet Streit nach Regeln mit Respekt und Argumenten. Wir vermuten hier ein eklatantes Fehlverhalten und lassen das nun per Dienstaufsichtsbeschwerde und auch juristisch prüfen, denn Gerichte sagen klar, ein Oberbürgermeister darf sich äußern, aber sie dürfen den politischen Prozess nicht lenken und niemanden ausgrenzen. Wir wollen eine faire Debatte über Inhalte.“
Gemeinsam fordern beide von Starke, seine Aussage zurückzunehmen und sich bei den Kandidatinnen und Kandidaten zu entschuldigen.