Knapp eine Stunde lang saßen heute Morgen etwa 1000 Haushalte im Kreis Bamberg im Dunkeln! Nach einem Stromausfall in Bischberg jetzt aber die Entwarnung von Bayernwerk: Alle haben wieder Strom.
Ein Binnenschiffer wollte an einer Schleuse zwischen Bischberg und Viereth-Trunstadt mit seinem Schiffskran ein Auto ans Ufer heben, wie ein Sprecher der Wasserschutzpolizei sagte. Dabei unterschätzte er demnach den Abstand zu einer nahen Stromleitung. Der Kran riss laut Beamten eine Steuerleitung ab, die unter der eigentlichen Hochspannungsleitung hing.
Rund 60 Meter der Steuerleitung seien in den Fluss gefallen, sagte der Sprecher. Den Einsatzkräften gelang es nach mehreren Stunden, die Leitung aus dem Wasser zu ziehen. Bis zur Bergung war der Main für den Schiffsverkehr gesperrt.
Über die Steuerleitung werden Signale an Anlagen im Hochspannungsnetz, etwa an Umspannstationen, übermittelt. An ihr liegt lediglich eine niedrige Spannung an. Auf den Schiffsführer kommt nun eine Anzeige zu, so der Sprecher der Wasserschutzpolizei. Wie hoch der Schaden ist, war zunächst unklar.
Hier die Pressemitteilung der Wasserschutzpolizei:
Kleine Ursache – Große Wirkung
Der ukrainische Schiffsführer eines 185m langen deutschen Schubverbandes wollte heute früh gegen 08.00 Uhr in der Schleuse Viereth einen Matrosen samt Pkw zum Einkaufen von Bord setzen. Dazu fuhr er seinen Bordkran zu hoch aus. Beim Passieren einer oberhalb der Schleuse die Wasserstraße querenden Stromleitung durchtrennte der Kran ein dort verlaufendes Stahlseil. Das Seil fiel auf einer Länge von ca. 60 Metern in die Wasserstraße. Zudem schnellte ein Stück des Seils nach oben an die Stromleitung, wodurch eine Störung in der Stromversorgung auftrat. Als Folge waren eine Vielzahl von Haushalten der Gemeinden Viereth, Trosdorf und Oberhaid für ca. eine Stunde ohne Strom. Für die Zeitdauer der Bergung des Kabels durch Kräfte der WSP Bamberg, des WSA Main und des Energieversorgers war die Schifffahrt auf dem Main gesperrt. Mehrere Schiffe konnten deshalb ihre Fahrt nicht fortsetzen. Nach guten drei Stunden konnte die Sperre wieder aufgehoben werden. Den Schiffsführer erwartet nun ein Bußgeld für seine Unachtsamkeit.