Bei Hohenhäusling in der Gemeinde Stadelhofen könnte in Zukunft ein Großbatteriespeicher entstehen. Auf einer Fläche von rund 3,2 Hektar sind derzeit etwa 120 Speichercontainer mit einer maximalen Leistung von 250 Megawatt und einer Speicherkapazität von bis zu 1.000 Megawattstunden geplant. Der Speicher soll überschüssigen Strom aufnehmen und ihn bei Bedarf wieder ins Stromnetz einspeisen.
Das Projekt sorgt allerdings für Diskussionen vor Ort. Anwohner sehen den geplanten Standort kritisch. Sie befürchten unter anderem Lärm durch die Kühl- und Lüftungstechnik, mögliche Brandgefahren sowie Auswirkungen auf Landschaft und Ortsbild. Deshalb haben Bürger Unterschriften für ein Bürgerbegehren gesammelt.
Bürgermeisterin Mirjam Stark betont im Radio Bamberg-Interview, dass die Sorgen der Menschen in Hohenhäusling ernst genommen werden würden:
„Für mich als Bürgermeisterin ist es sehr wichtig, die Bedenken und die Ängste der Bürger zu wissen und auch sehr ernst zu nehmen. Gegenüber steht einfach auch die wirtschaftliche Lage der Gemeinde, die auch wichtig ist zu bedenken, um auch für die Zukunft gerüstet zu sein.“
Die Gemeinde will deshalb im weiteren Verfahren auf die Bedenken der Anwohner eingehen. Konkret geht es dabei um zusätzlichen Lärm- und Sichtschutz sowie weitere Maßnahmen, die mögliche Auswirkungen des Speichers auf Hohenhäusling reduzieren sollen. Stark sagt dazu:
„Wir als Gemeinde dagegen möchten nun in den weiteren Schritten nach der Genehmigung mit der Firma Field, die der Betreiber dieses Großbatteriespeichers sein wird, Verträge schließen, die genau diese Ängste der Ortsbewohner ausräumen. Das wird konkret sein in zusätzlichen Lärm- und Sichtschutzmaßnahmen und noch viele weitere Maßnahmen, die die Firma Field uns schon zugesichert hat.“
Der Gemeinderat hatte bereits am 28. Juli die Aufstellung eines vorhabenbezogenen Bebauungsplans und die Änderung des Flächennutzungsplans beschlossen. Damit ist der Speicher aber noch nicht genehmigt. Jetzt beginnt das eigentliche Bauleitplanverfahren. Dabei sollen unter anderem Fragen zu Lärm-, Brand- und Naturschutz genauer geprüft und entsprechende Vorgaben festgelegt werden.
Für die Gemeinde ist der Batteriespeicher vor allem finanziell interessant. Durch das Projekt könnten zusätzliche Gewerbesteuereinnahmen entstehen. Wie hoch diese am Ende ausfallen, steht allerdings noch nicht fest. Auch über eine mögliche Beteiligung der Gemeinde wird noch gesprochen. Die Bürgermeisterin sieht darin vor allem eine Möglichkeit, die finanzielle Situation der Gemeinde langfristig zu stärken:
„Die Vorteile der Gemeinde sind eher wirtschaftliche Vorteile, dass wir versuchen, durch ein Projekt, so ein Großprojekt, unsere wirtschaftliche Lage zu erhalten und auch für die Zukunft zu stärken.“
Während die Gemeinde die weiteren Planungsschritte vorantreibt, haben die Gegner des Standorts ein Bürgerbegehren vorbereitet. Die dafür gesammelten Unterschriften sind inzwischen bei der Gemeinde eingegangen und werden zunächst von der Verwaltung geprüft. Wenn die notwendigen Voraussetzungen erfüllt sind, kann das Bürgerbegehren anschließend auf den Weg gebracht werden. Dann könnten die Bürger der gesamten Gemeinde Stadelhofen über die Zukunft des Projekts abstimmen.
Stark sagt dazu gegenüber Radio Bamberg:
„Jetzt werden städtebauliche Verträge mit der Firma Field geschlossen und verhandelt und auf der Seite der Bürger sind Unterschriften eingegangen für ein Bürgerbegehren. Das wird jetzt von der Verwaltung geprüft und danach wird das Bürgerbegehren in Auftrag gegeben.“
Damit stehen sich aktuell zwei Interessen gegenüber: Die Gemeinde möchte die wirtschaftlichen Chancen des Projekts nutzen und gleichzeitig zusätzliche Schutzmaßnahmen für die Anwohner festschreiben. Bürger vor Ort lehnen den Standort dagegen ab und möchten erreichen, dass die Bevölkerung über das Vorhaben mitentscheidet. Eine endgültige Entscheidung über den Bau des Großbatteriespeichers ist damit noch nicht gefallen.