Am Klinikum Bamberg hören zum Januar 2026 sechs freiberufliche Beleghebammen auf. Grund ist der neue Hebammenhilfevertrag, der laut Hebammen zu deutlichen Verdiensteinbußen führt. Das schreibt der Fränkische Tag. Die geforderte 1:1-Betreuung vier Stunden rund um die Geburt sei im Alltag kaum umsetzbar. Bundesweit denken 44 Prozent der Hebammen über Berufsaufgabe nach. Verbände warnen: Bei weiteren Kündigungen wäre ab Juli 2026 die flächendeckende Versorgung gefährdet – auch in Bamberg.
Die Sozialstiftung Bamberg hat zu dem Thema auf Radio Bamberg Nachfrage mitgeteilt:
„Das Beleghebammensystem wurde am Klinikum Bamberg im Jahr 2020 auf expliziten Wunsch der damals in der Sozialstiftung Bamberg im Anstellungsverhältnis befindlichen Hebammen eingeführt. Unabhängig von dem damit veränderten Rechtsverhältnis konnte die gute und vertrauensvolle Zusammenarbeit zwischen den Hebammen und der Sozialstiftung Bamberg zum Wohle unserer Patientinnen und Neugeboren bis heute fortgeführt werden.
Da uns als Perinatalzentrum Level I die Beibehaltung der sehr hohen Versorgungsqualität im Sinne der von uns betreuten Eltern und Kinder sehr am Herzen liegt, hoffen wir, dass die Hebammen mit Ihren Verhandlungspartnern rasch zu für alle Seiten vertretbaren Lösungen im Rahmen ihrer selbstständigen Tätigkeit kommen. Das Anliegen der Sozialstiftung Bamberg ist, die hohe Versorgungsqualität für Schwangere und Gebärende am Klinikum Bamberg auch weiterhin dauerhaft zu gewährleisten.“