Bildung

Zwischenzeugnisse für Bayerns Schülerinnen und Schüler

13. Februar 2026 , 05:00 Uhr

Die Faschingsferien stehen vor der Tür. Doch bevor der Nachwuchs entspannen kann, erhalten viele noch ihr Zwischenzeugnis. Für die Eltern gibt es zugleich Ratschläge, was bei schlechten Noten hilft.

Viele Schülerinnen und Schüler in Bayern bekommen am Freitag ihr Zwischenzeugnis. Allerdings ersetzen die meisten Grund- und auch manche Mittelschulen das Papier mit Ziffernnoten inzwischen durch ein Lernentwicklungsgespräch, bei dem das Kind gemeinsam mit seinen Eltern und der Lehrkraft über Stärken, Schwächen und Ziele reflektiert. Andere Schularten setzen teils auf mehrere schriftliche Rückmeldungen. Auf welchem Weg und wann genau auch immer das Feedback kommt: Auf gute Leistungen darf man stolz sein. Und schlechte Beurteilungen sind kein Weltuntergang.

«Das Zwischenzeugnis ist nur eine Zwischenbilanz! Bis zum Jahresende ist noch alles drin», betont auch Kultusministerin Anna Stolz (Freie Wähler). «Im zweiten Halbjahr bleibt noch genügend Zeit, um an der Technik zu feilen und alles zu geben.»

Bei schlechten Noten in Ruhe nach Lösungen suchen

Schulpsychologin Regina Knape rät Eltern, bei schlechten Noten ruhig und sachlich zu bleiben und nicht eigene Gefühle wie Enttäuschung oder Ärger auf das Kind zu übertragen. Mit einigen Tagen Abstand könne man dann schauen, was zu den schlechten Noten geführt habe und wie man dem Kind helfen könne. Etwa durch gezielte Nachhilfe, Lerngruppen oder tägliches gemeinsames Wiederholen. 

«Wichtig ist, dem Kind zu vermitteln, dass Feedback und Leistungsrückmeldungen etwas völlig Normales sind, das alle Menschen erleben – nicht nur Schüler», betont Knape, die im bayerischen Philologenverband für Schulpsychologie und Beratungslehrkräfte zuständig ist. «Eltern können erklären: Man erreicht nicht jedes Ziel sofort, und das ist kein Zeichen von Versagen, sondern von Entwicklung.» Der Fokus solle weniger auf einzelnen Ergebnissen als auf Fortschritten, Anstrengung und dem Weg dorthin liegen.

Zwischenzeugnisse sind nicht einzige Möglichkeit der Beurteilung

In Bayern bekommen Schülerinnen und Schüler die Halbjahreszeugnisse am letzten Schultag der zweiten vollen Schulwoche im Februar. Für Grundschulkinder der Klassen 1 bis 3 kann sich die Schule alternativ für ein – oft als wertschätzend und motivierend empfundenes – Lernentwicklungsgespräch entscheiden. Viertklässler hingegen erhalten bereits im Januar einen Leistungsbericht als frühzeitige Rückmeldung vor dem Übertrittszeugnis.

Auch in der Grund- und Mittelschulstufe der Förderschulen sowie an Mittelschulen können Lernentwicklungsgespräche angesetzt werden. An Gymnasien, Realschulen und Wirtschaftsschulen wiederum können die Zwischenzeugnisse bis zur achten Klasse durch mindestens zwei schriftliche Informationen über das Notenbild ersetzt werden. 

Wer wegen schulischer Leistungen Unterstützung braucht, kann sich an die Lehrkräfte des Kindes oder an die Beratungslehrkräfte oder Schulpsychologinnen und Schulpsychologen der jeweiligen Schule wenden. Auch die neun staatlichen Schulberatungsstellen stehen als Ansprechpartner zur Verfügung.

Quelle: dpa

 

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