In mehr als einem Dutzend bayerischer Städte dürfte der Nahverkehr am kommenden Freitag und Samstag weitgehend zum Erliegen kommen. Die Gewerkschaft Verdi ruft zu einem zweitägigen Warnstreik im kommunalen Nahverkehr auf. Betroffen ist erneut auch Bamberg. Stadtwerke Sprecher Jan Giersberg sagt gegenüber Radio Bamberg, man werde wieder einen Notfahrplan starten:
„Mit Unterstützung von einem privaten Busunternehmer werden wir an beiden Tagen von 6 bis 20 Uhr im Stundentakt mit dem Bus vom ZOB aus in alle Himmelsrichtungen unterwegs sein. Das ist das, was wir unseren Buskunden bieten können, die dringend auf den ÖPNV angewiesen sind, die sonst nicht von A nach B kommen.“
Die Stadtwerke richten an beiden Tagen zwischen 6 und 20 Uhr wieder einen Notfahrplan ein, der auf dem Weg der Linien 935, 936, 937 und 938 basiert. Der Schulbus zur Wunderburgschule sowie die Verstärkerfahrten, die zum morgendlichen Schulbeginn durch die Stadtwerke Bamberg durchgeführt werden, entfallen. Die Schulbusse der Firma Basel sind von dem Streik nicht betroffen, sie bringen die Schülerinnen und Schüler am Freitag wie gewohnt zu Schule.
Am Freitag und Samstag werden zwischen 6 Uhr (erste Abfahrt ab ZOB) und 20 Uhr (letzte Abfahrt ab ZOB) Busse im Stundentakt auf den Strecken der Linien 935, 936, 937 und 938 fahren. Auf der Linie 936 können die Haltestellen „Gönnerstraße“ und „Marienplatz“ stadteinwärts jedoch nicht bedient werden. Die Fahrpläne sind auf der Webseite der Stadtwerke Bamberg unter www.stadtwerke-bamberg.de/bus abrufbar.
Auch in Nürnberg, Fürth, Bayreuth und Schweinfurt wird der ÖPNV bestreikt. Verdi fordert für die etwa 9.000 Beschäftigten in mehr als 20 Unternehmen, unter anderem eine Entgeltsteigerung um 668,75 Euro sowie eine Reduzierung der wöchentlichen Arbeitszeit.
Außerdem rufen kurz vor den Kommunalwahlen in Bayern am 08. März Fridays for Future Bamberg und ver.di zu einer gemeinsamen Demonstration am 27. Februar auf. Ziel sei es, laut ver.di, ein starkes Signal für konsequenten Klimaschutz, eine Verkehrswende mit fairen Löhnen und guten Arbeitsbedingungen im ÖPNV, soziale Gerechtigkeit und eine zukunftsfähige Kommunalpolitik zu setzen.
Die Demonstration beginnt um 10 Uhr am Bahnhof. Von dort aus werden die Teilnehmer gemeinsam durch die Innenstadt zum Gabelmann ziehen.