Opfer befürchtet

Erhebliche Schäden nach zwei starken Erdbeben in Venezuela

25. Juni 2026 , 04:21 Uhr

Videos zeigen Schäden an Gebäuden und am Flughafen der Hauptstadt Caracas. Unweit des Epizentrums leben Hunderttausende Menschen. Es werden Opfer befürchtet.

Innerhalb von weniger als einer Minute haben zwei sehr starke Erdbeben Venezuela erschüttert und beträchtliche Schäden angerichtet. Die US-Erdbebenwarte USGS gab die Stärke der Erschütterungen mit 7,2 und 7,5 an. Demnach zählten die Erdbeben zu den weltweit stärksten des laufenden Jahres. Das zweite und stärkere Beben ereignete sich in einer Tiefe von nur 10 Kilometern, weswegen mit großen Schäden und auch Opfern zu rechnen war. Einsatzkräfte suchten nach möglicherweise verschütteten Menschen. Die Regierung rief den Notstand aus. 

In der Hauptstadt Caracas stürzten Gebäude ein, wie im Fernsehen zu sehen war. In sozialen Netzwerken kursierten Videos von beschädigten Gebäuden und Schäden unter anderem am Flughafen von Caracas. Videos zeigten, wie verängstigte Menschen am Flughafen versuchten, sich in Sicherheit zu bringen, während der Boden bebte und Staubwolken aufstiegen.

Die geschäftsführende Präsidentin Delcy Rodríguez sprach von einem «Vorfall mit schwerwiegenden Folgen». Genaue Angaben zum Ausmaß der Schäden oder zu Opferzahlen machte sie nur wenige Stunden nach den Beben zunächst nicht. Priorität hätten nun die Rettungsarbeiten, sagte Rodríguez. Der Schulunterricht werde ausgesetzt, der Zugverkehr eingestellt. Auch der Flughafen Caracas habe wegen Schäden den Betrieb eingestellt. 

Das erste Beben ereignete sich am Mittwoch um 18:04 Uhr (Ortszeit; 00:04 MESZ Donnerstag) 24 Kilometer östlich von San Felipe im Nordwesten des südamerikanischen Landes in einer Tiefe von 21,9 Kilometern. Das zweite Erbeben ereignete nur wenige Kilometer weiter nördlich. 

Allein in den relativ nahegelegenen Städten Puerto Cabello und San Felipe leben nach USGS-Angaben zusammen etwas mehr als 400.000 Menschen. Eine automatische Modellrechnung der US-Erdbebenwarte basierend auf der Stärke des Bebens und der Nähe einiger Städte legte eine sehr hohe Wahrscheinlichkeit von mehr als Tausend Todesopfern nahe. Von den örtlichen Behörden gab es dazu zunächst keine Angaben. 

Die Millionenstadt Caracas, aus der nach den Beben die ersten Bilder und Berichte kamen, lag dabei nicht besonders nah am Epizentrum, sondern mehr als 150 Kilometer östlich davon. 

Innenminister: «Äußerst alarmierende Situation»

«Wir haben es mit einer äußerst alarmierenden Situation zu tun», sagte Innenminister Diosdado Cabello im Fernsehen. In mindestens sieben Bundesstaaten sowie in Caracas sei das Beben zu spüren gewesen. Einige Gebäude seien eingestürzt. Er rief die Menschen dazu auf, an sicheren Orten zu bleiben. Nach schweren Erdbeben seien normalerweise Nachbeben zu erwarten, die bereits beschädigte Gebäude zum Einsturz bringen könnten, warnte der Minister. Um Explosionen zu verhindern, hätten die Behörden angeordnet, die Gaszufuhr zu unterbrechen.

Die venezolanische Friedensnobelpreisträgerin und Oppositionsführerin María Corina Machado, die sich derzeit nicht in Venezuela aufhält, schrieb auf der Plattform X: «Mein Herz, meine unendliche Umarmung und meine Gebete gelten in diesen Stunden der Not jeder venezolanischen Familie. Mögen Stärke, Ruhe und Solidarität in dieser schwierigen Zeit unter uns herrschen».

Quelle: dpa

 

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