Erschöpfung, Flüssigkeitsmangel oder Schwindel: An Hitzetagen haben auch die Rettungskräfte und Krankenhäuser in Bayern mehr zu tun. «Mehr Menschen brauchen hitzebedingt unsere Hilfe wegen Sonnenstich, wegen Hitzeschlag», erklärte Claire Kolodinski vom Bayerischen Roten Kreuz in München. Das treffe nicht nur Alleinlebende, Ältere oder Pflegebedürftige. «Es sind jetzt auch mehr Menschen an Seen. Dann passieren dort natürlich auch Unfälle, im Wasser oder dann auch eben der Hitzeschlag.»
Das Universitätsklinikum Würzburg registriert derzeit ebenfalls mehr Menschen, denen hitzebedingt geholfen werden muss. Junge Erwachsene kämen etwa, weil sie sich bei Sport oder auf der Arbeit überanstrengt hätten, sagte Klinksprecher Stefan Dreising. Jugendliche Patienten hätten mitunter zu viel Alkohol bei der Wärme getrunken. Senioren kämen, weil sie zu wenig Flüssigkeit zu sich nähmen. Insgesamt liege das Patientenaufkommen saisonal aber noch im normalen Bereich.
Ähnlich ist es beim Klinikum rechts der Isar der Technischen Universität München. «Die Betroffenen leiden oft unter Dehydrierung, zum Beispiel, weil sie ihre Sportaktivitäten ins Freie verlegen und die Hitze unterschätzen», erklärte Sprecherin Birte Deppe. Besonders gefährdet seien neben den Älteren auch die ganz Kleinen, da sie schnell zu wenig Flüssigkeit aufnehmen oder abgeben würden.
In Pflegeeinrichtungen ist Kreativität gefragt. «Zum Beispiel durch feste Trinkspiele oder Trinkpläne», sagte die stellvertretende BRK-Sprecherin Kolodinski. Sie rät zu wasserreichen Lebensmitteln wie Melone, Gurke oder Suppen, um die Flüssigkeitszufuhr zu erhöhen. «Da muss man natürlich generell darauf achten, aber bei älteren Menschen noch mal verstärkt.»
Mindestens anderthalb Liter sollte man Kolodinski zufolge täglich trinken, besser wären an diesen heißen Tagen zwei bis drei. Vorsicht allerdings bei bestimmten Medikamente etwa für den Blutdruck: Hier könne zu viel Flüssigkeit auch schaden. «Das muss man individuell mit seinem Arzt besprechen, gerade wenn man Medikamente nimmt», sagte sie.
Für alle gelte: Hitze meiden, körperliche Anstrengung reduzieren, die Wohnung verschatten, viel trinken, leichte Mahlzeiten, luftige Kleidung.
Bayern steuert bis zum Wochenende auf einen Temperaturrekord zu. Im unterfränkischen Kitzingen könnte es laut Vorhersage des Deutschen Wetterdienstes (DWD) am Samstag um die 42 Grad heiß werden. Aber auch schon am Freitag könnte die bisherige Höchstmarke von 40,3 Grad fallen.
Im Landkreis Würzburg, wo es bayernweit betrachtet oft besonders heiß ist, setzen das BRK, der Malteser Hilfsdienst, die Johanniter-Unfall-Hilfe und der RKT Rettungsdienst zusätzliche Rettungswagen und Krankentransportwagen ein. Das werde vorwiegend von Ehrenamtlichen gestemmt, teilte das Landratsamt Würzburg mit. «In der Integrierten Leitstelle Würzburg sind zusätzliche Disponenten eingeplant, um Notrufe entgegenzunehmen.»
In den vergangenen Tagen habe es in Stadt und Landkreis Würzburg etwa doppelt so viele Notfalleinsätze gegeben wie an normalen Junitagen.
Quelle: dpa