Arbeitsmarkt

So viele Arbeitslose wie seit 20 Jahren nicht mehr

30. September 2026 , 10:16 Uhr

Von Herbstbelebung ist am bayerischen Arbeitsmarkt wenig zu spüren. Die Wirtschaftsflaute hinterlässt weiterhin ihre Spuren. Doch es gibt Grund für vorsichtigen Optimismus.

Die Herbstbelebung hat die Zahl der Arbeitslosen in Bayern im September zwar leicht zurückgehen lassen. Dennoch ist die Arbeitslosigkeit so hoch wie seit 20 Jahren nicht mehr in dem Monat, wie die Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit in Nürnberg mitteilte. Demnach waren rund 331.000 Menschen im September im Freistaat arbeitslos gemeldet – gut 3.200 weniger im August, aber fast 6.700 mehr als vor einem Jahr. 

Für einen September sei das ein sehr hohes Niveau, erklärte der Chef der Regionaldirektion, Markus Schmitz. Zu Beginn des Schul- und Ausbildungsjahres ist die Arbeitslosigkeit der Statistik zufolge vor allem unter Jüngeren gesunken. Bei den Langzeitarbeitslosen, den Schwerbehinderten und den über 55-Jährigen war dagegen ein überdurchschnittlicher Anstieg zu verzeichnen, da diese wegen der schwachen Konjunktur und des Strukturwandels in der Industrie besonders von Arbeitslosigkeit betroffen sind.

Zahl der freien Stellen lässt hoffen

Mit 4,2 Prozent lag die Arbeitslosenquote nach Angaben der Regionaldirektion im September auf dem Vorjahreswert – und war damit im deutschlandweiten Vergleich weiterhin die niedrigste. Stichtag für die aktuelle Statistik war der 14. September. Vorsichtig optimistisch stimme die Zahl der freien Stellen, die Unternehmen bei den Arbeitsagenturen meldeten, sagte Schmitz. «Hier beobachten wir zum Vorjahr einen leichten Anstieg, vor allem im für Bayern so wichtigen Verarbeitenden Gewerbe.» 

Sorgen bereitet den Fachleuten vor allem der Rückgang bei den sozialversicherungspflichtig Beschäftigten. Nach den aktuellsten hochgerechneten Zahlen gingen 5,93 Millionen Menschen im Juli in Bayern einer sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung nach. Normalerweise nehme diese Zahl im Juli verglichen mit dem Vorjahr zu, doch in diesem Jahr habe es ein deutliches Minus von 18.700 Beschäftigten gegeben, heißt es von der Regionaldirektion. Angesichts der schwierigen Wirtschaftslage zeigt sich der Beschäftigungsabbau demzufolge insbesondere in der Industrie und im Handel.

Quelle: dpa

 

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