Musik

Wolfgang Petry komponiert nun auf Kölsch

23. Januar 2026 , 07:00 Uhr

Viele glauben, Wolfgang Petry sei aus Dortmund oder Duisburg, weil er dem Ruhrgebiet eine Hymne sang («Ihr seid das Ruhrgebiet»). Ursprünglich stammt «Wolle» aber aus Köln - was man nun hören soll.

Schlagerstar Wolfgang Petry überrascht mit einer neuen Single – der Kultmusiker («Wahnsinn») singt darauf in Kölscher Mundart. Das neue Lied trägt den Titel «Mr bruche keiner» («Wir brauchen keinen») und große Teile der Republik dürften Probleme haben, den Text in seiner Gänze zu verstehen. Die am Freitag erschienene Poprock-Ballade sei Petrys allererste Eigenkomposition in Kölscher Mundart, teilte die Plattenfirma Sony Music mit.

Wer sich bislang nur oberflächlich mit Petrys Werk beschäftigt hat, könnte über den Schritt staunen. Der 74-Jährige galt einst als «Kumpelrocker von nebenan» und sang dem Ruhrgebiet einen musikalischen Liebesbrief («Ihr seid das Ruhrgebiet, die Droge, die mich süchtig macht!»). Daher wird seine Herkunft mitunter in Dortmund, Duisburg oder Essen vermutet. 

Tatsächlich ist Franz Hubert Wolfgang Remling – so der bürgerliche Name – aber gebürtiger Kölner. Sein Aufstieg zu einem der erfolgreichsten Schlagersänger Deutschlands begann in einer Disco in Rösrath vor den Toren der Stadt.

Eine Botschaft fürs Herz

Für Petry ist es daher nur naheliegend, Kölsch zu singen – in seiner «Muttersprache», wie es heißt. «Ich denke schon mein ganzes Leben auf Kölsch und muss mir ständig alles übersetzen», enthüllt er im Begleitmaterial zur neuen Single. «Köln ist einfach meine Heimatstadt. Hier hatte ich meine erste Beatband und meine ersten Freundschaften, von denen viele bis heute halten. In Köln fühle ich mich zuhause. Hier darf ich Wolli sein. So wie ich bin.» 

Die neue Single erscheint überdies passend zur Hochphase des Kölner Karnevals – ist aber kein Karnevalslied, sondern ausgesprochen nachdenklich angelegt.

Tatsächlich lassen sich schon einige frühere Veröffentlichungen von Petry auf Kölsch finden – etwa Interpretationen der Schunkel-Klassiker «Mer losse d’r Dom en Kölle» oder «Hey Kölle – do bes e Jeföhl».

Seine Musik wurde millionenfach verkauft

In seiner Karriere werden diese Gassenhauer allerdings von ungleich erfolgreicheren Hits auf Hochdeutsch überstrahlt – etwa «Wahnsinn» («Warum schickst du mich in die Hölle? Hölle, Hölle, Hölle, Hölle!») und «Verlieben, verloren, vergessen, verzeih’n». Nach Angaben seiner Plattenfirma hat Petry im Laufe seiner Karriere knapp 20 Millionen Einheiten von insgesamt 27 Studioalben verkauft.

«Man kann so viele Sachen selbst erledigen, doch meistens hat man zu viel Angst davor oder ist zu bequem», erklärte er nun die Botschaft seines neuen Liedes. «Gerne zu geben – das ist gut fürs Herz.» Seiner Heimatstadt gibt er nun ein neues Lied.

Quelle: dpa

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