Wie positionieren sich die Kandidatinnen und Kandidaten für das Amt des Oberbürgermeisters in Wirtschaftsfragen? Das will der Wirtschaftsclub Bamberg wissen. Den Anfang machte Ende Oktober SPD-Kandidat Sebastian Niedermaier, dann folgte die CSU-Kandidatin Melanie Huml. Am Abend war schließlich Grünen-Kandidat Jonas Glüsenkamp an der Reihe. Im Radio Bamberg Interview machte er klar, dass für ihn die Digitalisierung der Stadtverwaltung besonders wichtig sei:
„Ich möchte, dass am Ende der nächsten Wahlperiode kein Blatt Papier mehr in der Stadtverwaltung ist. Außerdem ist mir wichtig, dass wir die Innenstadt stärken. Ich möchte in die Gestaltung investieren. Mich nerven die Graffitis, die Aufkleber, die vielen verschiedenen Installationen. Es muss eine klare Linie in die Innenstadt und man muss sich richtig wohlfühlen. Dazu gehört auch Begrünung und Aufenthaltsqualität, also Wirtschaft in der Innenstadt stärken. Und darüber hinaus muss die Verwaltung so aufgestellt sein, dass sie bei den wichtigen Projekten, die die Wirtschaftstreibenden in der Stadt haben, schnell antwortfähig ist und wir in eine Projekt- und Prozessorganisation kommen. Losgelöst, dass man mit ganz vielen verschiedenen Leuten mitunter sprechen muss, sondern dass wir die Projekte bündeln und dann auch schnell bearbeiten, so wie uns das in der Vergangenheit auch bei wichtigen Projekten schon gut gelungen ist.“
Glüsenkamp sprach sich zudem strikt gegen eine Erhöhung der Gewerbesteuer in Bamberg aus:
„In der Stadt Bamberg ist seit dem Jahr 2000 der Gewerbesteuerhebesatz stabil. Und das ist auch ein wichtiges Signal an die Unternehmen, dass ich auch so weitergeben will. Wir haben in den letzten Jahren nicht erhöht und das soll in Zukunft auch so bleiben.“
Eine Chance für das Ansiedeln von Unternehmen biete das Areal des ehemaligen Schlachthofs. Hier wolle Glüsenkamp keine Zeit verlieren:
„Mir ist wichtig, dass wir auf der einen Seite eine langfristige Entwicklungsperspektive haben, dass wir auf der anderen Seite aber schnell auch möglich machen, dass wir dort Ansiedlungen haben, dass schon reingegangen wird, auch in die Gebäude die da sind, dass dieses Gebäude nicht in einen Dornröschenschlaf fällt, sondern schnell genutzt werden kann.“
Im Gespräch machte der derzeitige zweite Bürgermeister der Stadt Bamberg außerdem klar, dass er im Falle eines Wahlsieges nicht nur die Digitalisierung der Stadtverwaltung voranbringen, sondern diese auch strukturell verändern wolle:
„Es ist wichtig, dass die Projekte integriert werden. Wir haben ja ganz viele verschiedene Rechtsbereiche und oft sind bei Genehmigungsverfahren auch viele Akteure eingebunden. Ich möchte, dass die aus der Linienstruktur über viele Hierarchieebenen rausgezogen werden, in Projektteams arbeiten können, wie wir es in der Privatwirtschaft schon oft haben und dann auch selbstständig schnell entscheiden können, ohne alle Hierarchieebenen zu durchlaufen.“
Generell habe für Glüsenkamp das Thema Wirtschaft innerhalb seines Wahlkampfes Priorität, bleibe dies aber auch, wenn er Oberbürgermeister der Stadt Bamberg werden sollte:
„Ohne Wirtschaft ist alles nichts. Ohne eine lebendige Wirtschaft, ohne die Arbeitsplätze, die die Wirtschaft zur Verfügung stellt, kommen Städte schnell in eine Abwärtsspirale. Deswegen muss immer die wirtschaftliche Basis da sein. Für alles. Für Klimaschutz, für Kultur, für Soziales ist die Wirtschaft die Basis und deswegen hat sie oberste Priorität.“