Die CSU-Fraktion im Bamberger Stadtrat schlägt Alarm und fordert schnelle Lösungen, um Familien, besonders Alleinerziehende, zu entlasten. Der Fachkräftemangel macht die Sache nicht einfacher, daher sind schnelle Gespräche mit Schulen und Trägern geplant. Die Fraktion hat bereits Anträge gestellt, damit die Verwaltung in der nächsten Kultursenatssitzung konkrete Maßnahmen präsentiert. Die stellvertretende Fraktionsvorsitzende Ursula Redler meint gegenüber Radio Bamberg:
„Wir sind uns sicher, dass der Stadtrat sich hier einig ist und wir müssen dies auch nutzen, um effektive, umsetzbare Lösungen für die Eltern zu finden. Sei es ein Container in der Hainschule, zunächst aber auch sicher Gespräche mit den Schulleitungen, den betroffenen Elternbeiräten und natürlich auch den Trägern. Wir brauchen diese Eltern auf dem Arbeitsmarkt. Aber natürlich geht es in erster Linie um die Kinder und um die Notsituation. Diesen Eltern muss geholfen werden, denn die haben gerade anderes zu tun, als sich hier wehren zu können. Sie sind schlichtweg damit beschäftigt und das wahrscheinlich rund um die Uhr, die Betreuung ihrer Kinder neben ihrer Arbeit auf die Beine zu stellen und zu planen.“
Die CSU-Fraktion schlage Alarm, da schon viele Anträge gestellt wurden, die Situation aber so, wie sie die Eltern beschreiben, weiterhin eine Notsituation ist, so Redler weiter.
Hier eine Pressemeldung der Stadt Bamberg zu dem Thema:
Die Stadt Bamberg kommt beim Thema Ganztagesbetreuung für Grundschulkinder gut voran. So ist die Zahl der betreuten Mädchen und Jungen vom Schuljahr 2023/24 auf 2024/25 um 141 auf 1785 Kinder gestiegen. Die Betreuungsquote liegt inzwischen bei 65 Prozent. „Aktuell übersteigt allerdings der Bedarf an Ganztagsbetreuung an einzelnen Bamberger Grundschulen die Plätze, die dort zur Verfügung gestellt werden können“, erklärt die städtische Bildungsreferentin Gabriele Kepic. Der Bedarf der Eltern wachse teilweise schneller, als neue Plätze geschaffen werden können.
Versorgungslücken ergeben sich im neuen Schuljahr vor allem an den Grundschulen Gaustadt und Hain, wo die Betreuungsquoten mit 71 und 84 Prozent jetzt schon sehr hoch sind. In Gaustadt hat sich der Ausbau des Dachgeschosses aus baurechtlichen Gründen verzögert. In der Erwartung einer zügigen Fertigstellung der Baumaßnahme war übergangsweise eine höhere Zahl an Kindern betreut worden. Dies lässt sich über einen längeren Zeitraum hinweg in den begrenzten Räumlichkeiten allerdings nicht verantworten, weshalb die Zahl der Betreuungsplätze für 2025/26 auf 123 zurückgefahren werden muss. Da insgesamt 171 Anmeldungen eingegangen sind, stehen 48 Schülerinnen und Schüler nun auf der Warteliste. In der Hainschule kann eine Ganztagsbetreuung für 125 Kinder angeboten werden. Bei 161 Anmeldungen sind 30 Fälle auf der Warteliste gelandet, während sechs Anmeldungen für das Schuljahr 2026/27 zurückgestellt wurden.
„Wir bedauern, dass wir hier nicht alle Bedarfe erfüllen können, aber wir arbeiten intensiv daran, hier noch Abhilfe zu schaffen“, erklärt Oberbürgermeister Andreas Starke. So sei das Schulreferat mit den beiden genannten Schulen in engem und gutem Austausch. „Ich danke den Schulleitungen für ihr großes Engagement und ihr Durchhaltevermögen unter diesen herausfordernden Bedingungen. Sie arbeiten sehr konstruktiv und lösungsorientiert“, betont Starke. Es wurde in den vergangenen Monaten gemeinsam intensiv nach Alternativen gesucht, doch sämtliche angedachten kurzfristigen Lösungen zum Auffangen dieses Bedarfs waren aber aus baulichen und rechtlichen Gründen nicht umsetzbar. „Wir geben allerdings nicht auf und prüfen derzeit weitere kurzfristige Maßnahmen“, sagt Gabriele Kepic.
Betroffene Eltern können sich per Mail an das Bildungsbüro wenden (Adresse: bildungsbuero@stadt.bamberg.de) oder telefonisch an 0951/87-1828 (Telefonzeiten: Montag bis Donnerstag, 9 bis 16.30 Uhr; Freitag, 9 bis 12 Uhr).
Viele Projekte gerade im Bamberger Osten und Süden wurden bereits angestoßen und werden sich bald positiv auswirken. Kepic ist zuversichtlich: „Effekte der aktuell vorangetriebenen Planung der systematischen Schulentwicklung werden ab 2026 spürbar sein.“