Windkraft-Projekte in Oberfranken könnten durch neue Pläne der Bundesregierung ins Stocken geraten. Davor warnt das Aktionsbündnis Energiewende Nordbayern. Nach Angaben des Bündnisses stehen allein in der Region rund 100 geplante Windkraftanlagen auf dem Spiel.
Hintergrund ist ein Gesetzentwurf aus dem Bundeswirtschaftsministerium. Besonders die Finanzierung größerer Projekte könnte dadurch deutlich erschwert werden, sagt Markus Ruckdeschel von der Energieagentur Nordbayern: „Die konkrete Problematik ist, dass durch die Gesetzgebungsvorhaben die Finanzierung von größeren Projekten kaum noch möglich ist. Dadurch, dass ich keine Ausgleichszahlungen bekomme, wenn die Netze nicht mehr aufnahmefähig für den Strom sind, habe ich das Problem, dass ich eine Finanzierung für eine große Anlage, die gut und gerne mal 10 Millionen Euro kosten kann, einfach bei der Bank nicht mehr bekomme.“
Auch Kommunen und Bürgerenergie-Projekte sehen sich vor Herausforderungen gestellt. Ebermannstadts Bürgermeisterin Christiane Meyer warnt vor möglichen Folgen für die Energiewende: „Wir Gemeinden wurden aufgefordert, Windenergieanlagen vor Ort selber in die Hand zu nehmen. Und jetzt stehen wir mit dem Gesetzesentwurf von Frau Reiche und vielen anderen Gesetzesänderungen vor einer Situation, die hätten wir uns nie erträumen lassen. Im Grunde genommen für ein Aus, vor allem für Bürgerenergie.“
Das Aktionsbündnis kündigt an, in den kommenden Wochen das Gespräch mit der Politik zu suchen und vor den möglichen Auswirkungen der geplanten Änderungen zu warnen.