Mordprozess

Wer tötete die dreifache Mutter? Gericht entscheidet

16. Juni 2026 , 03:30 Uhr

Vier Kopfschüsse, zwei Kinder als Zeugen: Im Fall der getöteten Mutter stehen der Ex-Partner und sein Ziehsohn im Fokus.

Nach dem Mord an einer dreifachen Mutter will das Landgericht Augsburg heute (9.00 Uhr) das Urteil verkünden. Die 30-Jährige war im Mai 2025 zu Hause mit vier Kopfschüssen getötet worden, zwei der drei kleinen Kinder waren zu Hause und mussten das Verbrechen miterleben.

In dem Prozess ist ein heute ebenfalls 30 Jahre alter Mann angeklagt. Er ist der Ziehsohn des 43 Jahre alten Mannes, von dem sich die Frau rund einen Monat vor dem Verbrechen getrennt hatte. Der Staatsanwalt geht davon aus, dass der Ziehvater des Angeklagten den Mord in Auftrag gegeben hat, um sich für die Trennung zu rächen.

Lebenslange Haft oder Freispruch?

Die Staatsanwaltschaft hat für den 30-Jährigen eine lebenslange Freiheitsstrafe wegen Mordes gefordert. Zudem solle die Strafkammer die besondere Schwere der Schuld feststellen, verlangte der Staatsanwalt. Sollte das Gericht dem folgen, wäre eine Freilassung des deutschen Staatsbürgers nach 15 Jahren auf Bewährung erheblich erschwert.

Die beiden Anwälte des 30-Jährigen plädierten hingegen auf Freispruch. Die Verteidigung geht davon aus, dass der 43-Jährige selbst aus Eifersucht die Frau in deren Augsburger Wohnung erschossen hat. Der Ex-Partner sitzt mittlerweile wie sein Ziehsohn in Untersuchungshaft. Aufgrund der Erkenntnisse aus dem laufenden Prozess sowie zusätzlicher Ermittlungen wurde der Mann Anfang Mai wegen des Verdachts der Anstiftung zum Mord festgenommen.

Quelle: dpa

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