Weiherer Bier ist zum zweiten Mal in Folge "Brauerei des Jahres"

02. Juli 2026 , 15:03 Uhr

Weiher hat gerade einmal 100 Einwohner und ist dennoch auf der deutschen Bierlandkarte längst keine Unbekannte mehr. Mit gutem Grund: Der Brauerei-Gasthof Kundmüller gehört zu den am meisten ausgezeichneten Unternehmen der Branche. Nun wurden die Kundmüllers erneut als „Brauerei des Jahres“ bei der Finest Beer Selection von Doemens und dem Meininger Verlag geehrt – und das zum zweiten Mal in Folge.

Mit 15 prämierten Bieren wiederholt die Familienbrauerei aus Oberfranken damit ihr Rekordergebnis aus dem Vorjahr. Für Braumeister Roland Kundmüller und seinen Bruder Oswald, die die Geschäfte führen, ist das mehr als eine Wiederholung: Es ist der Beweis, dass der Erfolg von 2025 kein Ausreißer war, sondern dass das Qualitätsstreben, das seit sieben Generationen in Weiher gilt, fortgeschrieben werden kann.

Das beste Ergebnis der diesjährigen Selection liefert ein Bier, das für Rolands Liebe zum Experiment steht: Der Weiherer Doppelbock –  gereift im Holzfass, das zuvor Jamaika-Rum beherbergte – erzielte 96 von 100 möglichen Punkten und zählt damit zu den höchstbewerteten Bieren. Kein Bierstil ist vor dem Braumeister sicher, der das Reinheitsgebot von 1516 ebenso ernst nimmt wie seine Holzfass-Experimente mit Rum, Bourbon und Wein.

Auch der gemeinsam mit der Cervejaria Bamberg gebraute Rauchbock überzeugte die Fachjury mit 95 Punkten. Insgesamt erreichten gleich neun Weiherer Biere die 92-Punkte-Marke oder mehr – ein Beleg für die Breite und Konstanz eines Sortiments, das heute mehr als 35 Sorten umfasst und aus einer einzigen Biersorte gewachsen ist, die einst nur im Winter gebraut werden konnte.

Das Gesamtergebnis macht den Erfolg aus. Besonders stolz sind Roland und Oswald Kundmüller aber, dass ihre Klassikbiere, wie beispielsweise Landbier Hell, Keller, Weizen Hell, Kräusen Hell, Bock oder Rauch ebenfalls ausgezeichnet wurden.

„Letztes Jahr haben wir gefeiert, weil wir nicht damit gerechnet hatten. Dieses Jahr feiern wir, weil wir gezeigt haben, dass es kein Zufall war“, sagt Oswald Kundmüller, Geschäftsführer und Biersommelier der Brauerei Kundmüller. „Wir leben und arbeiten in einem Dorf mit 100 Einwohner. Dass wir national wie international mit den Großen mithalten, das macht uns wirklich stolz – und die Auszeichnung gehört einmal mehr dem gesamten Team, nicht nur uns als Geschäftsführung.“ Braumeister Roland Kundmüller ergänzt: „Am meisten freut mich der Doppelbock im Rum-Fass. Das war ein Experiment, bei dem niemand vorher wusste, ob es funktioniert. Genau das treibt mich an: traditionelle Rezepte nehmen und schauen, was möglich ist, ohne das Reinheitsgebot zu verraten. Wenn die Jury das dann mit 96 Punkten bewertet, ist das die schönste Bestätigung, die man sich als Braumeister wünschen kann.“

Die Finest Beer Selection wurde vom Meininger Verlag und Doemens entwickelt und gilt als verlässlicher Qualitätskompass für Brauereien und Handel. Vom 19. bis 21. Mai 2026 wurden bei Doemens in Gräfelfing 843 Biere aus 15 Ländern verkostet und bewertet – darunter Einreichungen aus Vietnam, Japan, Südkorea, Litauen, Luxemburg und den Niederlanden. Damit hat sich der 2023 eingeführte Wettbewerb längst über den deutschsprachigen Raum hinaus als internationale Plattform für unabhängige Bierqualität etabliert.

Bewertet wird nicht im direkten Vergleich, sondern jedes Bier einzeln in einer Blindverkostung nach einem transparenten 100-Punkte-Schema. Eine internationale Jury aus 50 Bier-Expertinnen und

-Experten aus zwölf Ländern – darunter Biersommeliers, Brauer und Braumeister – vergibt den sogenannten Finest Beer Score. Erstmals gehörten mit Simonmattia Riva, Oliver Wesseloh und Léon Rodenburg drei Biersommelier-Weltmeister der Jury an, was den fachlichen Anspruch des Wettbewerbs zusätzlich unterstreicht. In die exklusive Selection schaffen es ausschließlich Biere mit einem Finest Beer Score von mindestens 90 Punkten. Mit 15 Bieren oberhalb dieser Schwelle bestätigt die Brauerei Kundmüller zum zweiten Mal in Folge ihre Ausnahmestellung unter den teilnehmenden Brauereien.

„Zwei Jahre in Folge mit 15 Bieren in der Finest Beer Selection zu stehen, ist ein außergewöhnliches Ergebnis – das schafft keine andere Brauerei in diesem Wettbewerb. Die Brauerei Kundmüller zeigt damit, dass ihr Erfolg von 2025 kein Zufall war, sondern auf einer durchgängig hohen Braukunst beruht. Herzlichen Glückwunsch zur Titelverteidigung als Brauerei des Jahres 2026!“ Dr. Werner Gloßner, Geschäftsführer Doemens

 

Die ausgezeichneten Biere der Finest Beer Selection 2026 im Überblick:

Weiherer Doppelbock Holzfassgelagert Rum: 96 Punkte

Weiherer / Cervejaria Bamberg Rauchbock: 95 Punkte

Weiherer Bock: 93 Punkte

Weiherer Bock Bourbon Style: 93 Punkte

Weiherer Weizen Hell: 92 Punkte

Weiherer Hopfenweizen: 92 Punkte

Weiherer / Cervejaria Bamberg Zapfenduster: 92 Punkte

Weiherer / Oldskool Rauchweizen: 92 Punkte

Weiherer Rauch Alkoholfrei: 92 Punkte

Weiherer Keller: 91 Punkte

Weiherer Landbier Hell: 91 Punkte

Weiherer Kräusen Hell: 91 Punkte

Weiherer Schwärzla: 91 Punkte

Weiherer Rolator: 91 Punkte

Weiherer Rauch: 90 Punkte

Die feierliche Preisverleihung fand am 29. Juni 2026 in Neustadt an der Weinstraße statt.

Das könnte Dich auch interessieren

08.10.2026 Bamberger Symphoniker erneut preisgekrönt! Die Bamberger Symphoniker sind bei den Gramophone Classical Music Awards 2026 als „Orchestra of the Year“ ausgezeichnet worden. Der Preis wurde im Rahmen der Award Ceremony in London verliehen. Über die Auszeichnung entschied das internationale Publikum. „Orchestra of the Year“ ist die einzige Kategorie der Gramophone Awards, die ausschließlich per Publikumsvotum vergeben wird. Nominiert waren 07.10.2026 Große Ehre für den Bamberger Stadtrat Michael Schmitt Er hat in München die Bayerische Staatsmedaille für soziale Verdienste erhalten. Damit wird sein langjähriges Engagement für soziale und kulturelle Projekte gewürdigt. Schmitt ist unter anderem Mitgründer des Vereins AStA Bamberg und des Kulturfestivals „kontakt“, das jedes Jahr rund 20.000 Menschen anzieht. Auch bei „machbar bamberg“ engagiert er sich für Ateliers, Werkstätten und Begegnungsräume. Seit 16.09.2026 Forchheimer Traditionsbrauerei Neder bleibt bis Jahresende geöffnet Die drohende Schließung der ältesten Brauerei Forchheims ist vorerst vom Tisch. Wie die NN aktuell berichten, hatten sich Besitzerin Astrid Neder-Haub und Braumeister sowie Pächter Rafael Thiermeyer zunächst nicht auf eine Verlängerung des zum 30. September auslaufenden Pachtvertrags einigen können – eine Schließung von Brauerei und Wirtschaft an der Sattlertorstraße drohte. Nach weiteren Gesprächen gibt 03.09.2026 Bamberger Uni-Forscher mit "Nachwuchs-Nobelpreis" ausgezeichnet Ein Wissenschaftler der Bamberger Universität gehört zu den größten Talenten in der europäischen Forschung. Marvin Reuter erhält einen der begehrten ERC Starting Grants des Europäischen Forschungsrats – eine der höchstdotierten Förderungen für junge Spitzenforscher, oft auch Nachwuchs-Nobelpreis genannt. Reuter untersucht, wie Bildungswege die Gesundheit von Menschen beeinflussen. Bayern ist bei dieser Auszeichnung zum fünften Mal