Stadt richtet Taskforce ein

Wasserversorgung am Limit - München stellt Brunnen ab

30. Juni 2026 , 17:00 Uhr

Wegen der Hitze verbrauchen die Münchner viel mehr Trinkwasser - so viel, dass die Stadt jetzt «Notmaßnahmen» zum Wassersparen ergreift. Was geplant ist - und wie es um die Versorgung steht.

Wegen des deutlich höheren Trinkwasserverbrauchs ergreift die Stadt München Notmaßnahmen zum Wassersparen. Zehn der 150 Zierbrunnen, die am meisten Wasser verbrauchen, würden innerhalb von ein bis zwei Werktagen abgeschaltet, teilte die Stadt mit. «Dies spart 43 Prozent des gesamten Wasserverbrauchs aller Brunnen ein.» Weitere 56 Brunnen sollen weniger lang in Betrieb sein, um Wasser zu sparen. 

Weniger Wasser für Parks, keine Fenster mehr putzen

Zudem wolle die Stadt städtische Grün- und Außenanlagen weniger oder nicht mehr bewässern und den Wasserverbrauch von Schulschwimmbädern auf ein Minimum begrenzen. An städtischen Gebäuden könnten die Fenster nicht mehr gereinigt und Fahrzeuge der Stadt nicht mehr gesäubert werden.

Münchens Oberbürgermeister Dominik Krause (Grüne) betonte: «Wir haben eine seit den frühen 1970er Jahren nicht dagewesene Ausnahmesituation. Der durch die langanhaltende Hitze deutlich gestiegene Wasserbedarf bringt das Versorgungssystem der Stadtwerke München an seine Grenzen.» 

Krause: Niemand muss sich um Wasserversorgung sorgen

Die Münchnerinnen und Münchner müssten sich aber keine Sorgen um ihre Trinkwasserversorgung machen. «Die Trinkwasserversorgung in München ist aktuell gesichert», sagte Krause. Er rief aber zur Mithilfe beim Wassersparen auf: «Jeder Liter, der nicht verbraucht wird, hilft, die Situation zu entschärfen.»

Die Menschen in München sollten vor allem auf das Bewässern von Gärten und das Befüllen von Pools und Planschbecken verzichten – ebenso auf das Autowaschen. Zudem helfe, zu duschen statt zu baden.

Die Rekordhitze der vergangenen Tage habe zu einem außergewöhnlich hohen Trinkwasserverbrauch geführt, teilte die Stadt mit. Ein Sprecher der Stadtwerke hatte gesagt, dass der Verbrauch um gut ein Fünftel gestiegen sei. Im Frühjahr sei aber wegen historisch niedriger Niederschläge wenig Grundwasser neu gebildet worden, deshalb könne für die Versorgung weniger Wasser entnommen werden. Auch die Niederschläge der vergangenen Tage hätten laut den Stadtwerken München quasi nichts an der Situation geändert.

Quelle: dpa

Das könnte Dich auch interessieren

23.06.2026 Münchner verbrauchen rund ein Fünftel mehr Trinkwasser Hitzetage und tropische Nächte: Da suchen nicht nur die Bewohner der Landeshauptstadt nach Abkühlung. Die Stadtwerke mahnen deshalb, sparsam mit Trinkwasser umzugehen. 30.06.2026 Grüne fordern bayernweit kühle Orte zum Schutz gegen Hitze Die vergangenen Tage haben in Bayern vielerorts neue Maßstäbe in Sachen Rekordhitze gesetzt. Nun wird der Ruf nach einem Konzept zum besseren Schutz der Menschen laut. 29.06.2026 Zu wenig Regen: Bewässerungsverbot in Landau an der Isar Kein Gartengießen oder privates Autowaschen mehr: In einer niederbayerischen Kommune gibt es angesichts der Trockenheit nun ein Bewässerungsverbot. 26.06.2026 Main-Wasser zeitweise 30 Grad warm - auch Donau im Fokus Am Main wurden erstmals in diesem Jahr 30 Grad Wassertemperatur gemessen. Das kann für Tiere und Pflanzen zum Problem werden.