Tourismus

Warten auf Winter: Kunstschnee rettet Skipisten

20. Dezember 2025 , 06:30 Uhr

Schneekanonen statt Schneewolken: Wenig Niederschlag und hohe Temperaturen in Wintersportorten. Was Skifahrer in Österreich, der Schweiz, Bayern, Italien und Tschechien jetzt erwartet.

Die Zeit um Weihnachten und den Jahreswechsel gilt in den Bergen als erster Höhepunkt der Wintersport-Saison. Doch es liegt vielerorts weniger Schnee als sonst. Worauf können sich Skifahrer einstellen, und wie gehen die Wintersportorte in Alpen-Ländern und in Tschechien mit dem zuletzt geringen Niederschlag um? Ein Überblick:

Österreich

Einige kleinere Skigebiete in Österreich mussten in den vergangenen Tagen wegen Schneemangels und zu hoher Temperaturen den Betrieb vorübergehend ruhen lassen. Inzwischen laufen die Lifte wieder – Schneekanonen halfen.

Großen Skizentren haben hingegen bereits vor Wochen künstlich erzeugten Schnee in Depots angelegt. Die meisten Liftanlagen seien deshalb offen, heißt es etwa in Saalbach-Hinterglemm. «Wenn es künstliche Beschneiung nicht geben würde, wäre es ganz, ganz schwierig mit dem Skisport», fasst Wolfgang Breitfuß, Tourismus-Chef von Saalbach, die Auswirkungen des Klimawandels zusammen. 

Schweiz

In vielen Schweizer Skigebieten gibt es teils deutlich weniger Schnee als im 30-jährigen Mittel. «Es herrscht relativ große Trockenheit», sagt Klimatologe Christoph Marty vom Institut für Schnee und Lawinenforschung in Davos. In Gebieten, die 2.500 Meter und höher liegen, gab es zuletzt Ende November bis zu 20 Zentimeter Schnee. Nach einer Zählung der Zeitung «Blick» sind erst rund ein Drittel der gut 1.800 Liftanlagen in Betrieb.

Die Karte des Instituts zeigt: Die Schneehöhe erreicht in Skiorten wie Grindelwald, Lauterbrunnen, Davos, St. Moritz und Zermatt teils nur 30 bis 60 Prozent des langjährigen Durchschnitts. In den dazugehörenden Skigebieten ist die Lage besser. In einigen Höhenlagen sank die durchschnittliche Schneehöhe seit 1962 in jedem Jahrzehnt um rund acht Zentimeter.

Bayern

In den vergleichsweise niedrigen bayerischen Alpen zeigt sich das seit einigen Jahren gewohnte vorweihnachtliche Bild: eine dünne Schneedecke in den höheren Lagen oberhalb von 2.000 Metern, ansonsten nur ein paar Schneeflecke. Die meisten Skigebiete liegen unterhalb von 2.000 Metern, doch dank künstlicher Beschneiung sind auch hier viele Pisten an diesem Wochenende trotzdem fahrbar. Die Prognose für Weihnachten ist laut Deutschem Wetterdienst ungewiss – es könnte schneien, muss aber nicht. 

Italien

In Italien sind vielerorts in den Tälern die Hänge neben den mit Kunstschnee präparierten Pisten grün. «Die Situation ist leicht schlechter als in den Vorjahren», sagt Marco Zardini, Präsident der Liftgenossenschaft in Cortina d’Ampezzo, wo im Februar Wettkämpfe der Olympischen Winterspiele ausgetragen werden. Es habe wenig geschneit, und zuletzt sei es vergleichsweise warm gewesen. Doch nun soll es kälter werden, so dass wieder beschneit werden könne. Für die Olympischen Spiele sehe man keine Probleme.

«Die Situation ist nicht optimal, aber auch nicht dramatisch», sagt Christian Azzolini, Direktor der Liftgenossenschaft Arabba und Marmolata im Gebiet Dolomiti Superski. Man hoffe, bis Weihnachten alle Lifte und Pisten öffnen zu können. Vor einigen Tagen hatten sich an einem Lift an der Marmolata lange Schlangen gebildet. Rund 400 Skifahrer standen laut Azzolini an, um wieder ins Tal zu fahren, weil eine Piste wegen Schneemangels und somit wegen mangelnder Sicherheit geschlossen war.

Tschechien

Bisher sind nur wenige Pisten offen. Mehrere Skigebiete in den tschechischen Mittelgebirgen haben allerdings das frostige Wetter Ende November genutzt, um die Schneekanonen einzuschalten. Cerna Hora im östlichen Riesengebirge meldet eine Kunstschneedecke von rund 40 bis 60 Zentimetern. In Spindleruv Mlyn (Spindlermühle), dem meistbesuchten Bergort, liegen 25 bis 65 Zentimeter. 

Wann kommt natürlicher Schnee? Der staatliche Wetterdienst CHMI sieht die Wahrscheinlichkeit auf weiße Weihnachten in einer Höhe von 600 und 800 Metern bei 40 bis 60 Prozent. In höheren Lagen steige die Wahrscheinlichkeit auf über 80 oder 90 Prozent.

Quelle: dpa

 

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