Rote Zahlen

Wacker Chemie meldet Rekordverlust von 800 Millionen Euro

28. Januar 2026 , 09:17 Uhr

Wacker zählt zu den Vorzeigeunternehmen der deutschen Chemiebranche - und befindet sich in der schwierigsten Lage seit Jahrzehnten.

Der Chemiekonzern Wacker ist 2025 mit einem Rekordverlust von 800 Millionen Euro tief in die roten Zahlen gerutscht. Ursache sind neben schlechten Geschäften sehr hohe Wertberichtigungen sowie die Kosten des Sparprogramms, mit dem der Konzern auf die Krise reagiert. Der Umsatz sank dagegen vergleichsweise moderat um vier Prozent auf knapp 5,5 Milliarden Euro, wie das Münchner Unternehmen mitteilte.

Deutsche Chemiebranche in tiefer Krise

Wacker ist unter anderem ein international führender Produzent von Polysilizium für die Chipindustrie, größter Standort ist das Stammwerk im oberbayerischen Burghausen mit etwa 8.000 Mitarbeitern. Wacker hat auch ein großes Werk im sächsischen Nünchritz mit etwa 1.500 Beschäftigten. 

2024 hatte der Konzern noch einen Nettogewinn von knapp 261 Millionen Euro erwirtschaftet. Die chemische Industrie ist in Deutschland quasi flächendeckend in der Krise, bedingt sowohl durch gesunkene Nachfrage auf den Weltmärkten als auch den Wettbewerbsnachteil der hohen deutschen Energiepreise. Wacker verbraucht nach Firmenangaben knapp ein Prozent des gesamten Stroms in Deutschland. 

Teure Wertberichtigungen 

Nach den vorläufigen Zahlen waren 600 der 800 Millionen Euro Verlust auf Wertberichtigungen zurückzuführen. So sank allein der Wert der Beteiligung am Waferhersteller Siltronic um mehr als 300 Millionen Euro. Das Kostensenkungsprogramm schlug zunächst mit einer Rückstellung von 100 Millionen Euro zu Buche. Doch wie aus den vorläufigen Geschäftszahlen hervorgeht, hätte Wacker auch ohne diese Abschreibungen einen Verlust eingefahren. 

Schlussendlich soll das Sparprogramm die jährlichen Kosten um 300 Millionen Euro senken, die Hälfte davon durch Personalabbau. Die Konzernspitze will 1.500 Stellen streichen, den Großteil davon in Deutschland. Wacker hat auch ein großes Werk im sächsischen Nünchritz mit etwa 1.500 Beschäftigten. 

Vorstandschef Hartel: Brauchen niedrigere Energiepreise

«2025 ist die chemische Industrie insbesondere in Deutschland und Europa massiv unter Druck geraten», sagte Vorstandschef Christian Hartel. Darauf müsse man reagieren. Erste Maßnahmen des Kostensenkungsprogramms seien mittlerweile in der Umsetzung. Der Manager appellierte an die Politik, die Energiepreise zu senken und die Bürokratie zu reduzieren.

Quelle: dpa

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