Vizekanzler Klingbeil diskutiert in Bamberg über Zukunft der Auto- und Zuliefererindustrie

19. Februar 2026 , 17:52 Uhr

Vizekanzler und Bundesfinanzminister Lars Klingbeil von der SPD war heute zu Gast in Bamberg. Der Wirtschaftsclub Bamberg und der SPD-Oberbürgermeisterkandidat Sebastian Niedermaier hatten ihn zu einer Podiumsdiskussion eingeladen. Thema unter anderem: der Auto-Zuliefererstandort Bamberg und die anstehende Transformation. Klingbeil hält in der Debatte nichts von Schuldzuweisungen und Fehlersuche bei den jeweils anderen. Er fordert: Arbeitgeber, Arbeitnehmer und Politik an einen Tisch.


„Ich habe doch nichts davon, wenn ich die besseren Argumente habe, aber die Industriearbeitsplätze verloren gehen. Wir müssen jetzt alles dafür tun, dass Industrie in Deutschland, in Europa erhalten bleibt. Ich habe keine Lust, dass wir gegen die chinesische Konkurrenz den Wettkampf verlieren. Und insofern sage ich, lass uns aufhören, mit dem Finger auf alle anderen zu zeigen und immer zu sagen, wir sind nicht schuld, das sind nur die anderen. Wir müssen die Probleme lösen und das im Sinne der Menschen.“
Die Bundesregierung wolle kein starres Verbrenner-Aus, sondern die Übergänge flexibler gestalten. Zudem werbe er für mehr europäischen Patriotismus und die Stärkung der heimischen Industrie, so Klingbeil weiter.

Klingbeil im Radio Bamberg Interview dazu, wie eine Transformation in Bamberg gelingen kann:


„Dann geht es darum, dass wir politisch natürlich auch in Berlin, in München, also in der Landes- und in der Bundesregierung die richtigen Rahmenbedingungen dafür setzen, dass Transformation funktionieren kann. Da geht es um Investitionen, da geht es um Energiepreise und da geht es aber auch um die Frage, wie kann zum Beispiel eine Weiterqualifizierung von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern unterstützt werden.
Am besten funktioniere das im Zusammenspiel von Arbeitgebern, Arbeitnehmern und der Politik. Zudem brauche es einen Oberbürgermeister, der Verbindungen habe und die Dinge anschiebe. Bei OB-Kandidat Sebastian Niedermaier sie dies sicher der Fall, so Klingbeil.

Klingbeil nannte vor allem zwei Punkte, wie die Transformation gelingen kann und möglichst viele Arbeitsplätze erhalten bleiben könnten:


„Kein starres Verbrenner aus, sondern wir wollen Flexibilität stärken. Ich persönlich werbe auch dafür, dass wir viel stärker noch in Europa dafür werben, dass wir die heimische Industrie unterstützen Buy European – Local Content ist da ein Stichwort. Und ich glaube, da kommen wir gut voran, wenn wir auch ein bisschen mehr europäischen Patriotismus zeigen und sagen, wir wollen hier bei uns die Industrie stärken.“

 

 

 

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