Tour de France

Vier Jahre nach Krebs in Gelb: «Natürlich eine große Freude»

09. Juli 2026 , 05:02 Uhr

Durch einen Zufallsfund wurde beim Radprofi Torstein Traeen vor vier Jahren Krebs entdeckt. Jetzt führt er das größte Radrennen der Welt an und ist dankbar.

Der Norweger Torstein Traeen ist vier Jahre nach einer Krebsdiagnose dankbar, dass er wieder als Radprofi aktiv sein kann – und nun sogar im berühmtesten Trikot seiner Sportart fährt. «Es ist natürlich eine große Freude, im Gelben Trikot fahren zu dürfen. Wenn man an Krebs erkrankt, weiß man nicht, was passieren wird, und ich bin ehrlich gesagt ziemlich glücklich, wieder auf einem guten Niveau zu sein und das größte Rennen der Welt anzuführen», sagte der 30-Jährige vor der sechsten Etappe der 113. Tour de France.

Im Mai 2022 hatten Auffälligkeiten in einer Dopingprobe den Norweger auf den Weg zur Diagnose gebracht. «Es war Freitag, der 13. – wir scherzten miteinander, dass etwas Schlimmes passieren würde», sagte Traeen dem Portal «Cycling Weekly». Dann erhielt er einen Anruf vom Teamarzt und war schockiert. In der Probe gefundene Marker mussten untersucht werden. Dazu kamen Schmerzen im Hoden und schließlich die Gewissheit. 

Sein Arzt hat laut Traeen zu ihm gesagt: «Ich werde dafür sorgen, dass du nicht an Krebs stirbst.» Bei einer Operation wurde ein Hoden entfernt, in dem ein Tumor war. Der Krebs hatte noch nicht gestreut.

Wie lange kann Traeen das Trikot verteidigen?

Schon bald konnte Traeen aufs Rad zurückkehren. Im vergangenen Jahr führte er für ein paar Tage die Vuelta an. Am Dienstag holte er sich bei der Tour als Teil einer Ausreißergruppe das Maillot Jaune und verteidigte es am Mittwoch trotz einer Schrecksekunde mit einem Sturz. «Ich habe eine kleine Wunde am Knie, aber nichts wirklich Ernstes», sagte er.

Die Frage ist nun, wie lange er insbesondere den Slowenen Tadej Pogacar und den Dänen Jonas Vingegaard auf Distanz halten kann. 7:53 Minuten Vorsprung hat Traeen aktuell, aber schon am Donnerstag wartet in den Pyrenäen eine schwere Etappe über den Col du Tourmalet.

«Wir müssen abwarten, wie schnell sie fahren, und natürlich ist Tadej eben Tadej. Ich glaube, wenn er am Tourmalet Vollgas gibt, werde ich vielleicht hinter ihm zurückbleiben, und dann weiß man nicht, wie viel Rückstand ich haben werde», sagte der Norweger. «Bei dieser Hitze kann alles Mögliche passieren. Man muss einfach hoffen und sein Bestes geben.»

Quelle: dpa

 

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