ver.di bestreikt den erneut den Bamberger Stadtbusverkehr – Stadtwerke richten Notfahrplan ein

17. Februar 2026 , 04:37 Uhr

Heute, am Faschingsdienstag und morgen, am Aschermittwoch, bestreikt die Dienstleistungsgewerkschaft ver.di erneut den Verkehrsbetrieb der Stadtwerke Bamberg. Die Busse müssen im Depot bleiben, es finden keine regulären Fahrten statt. Das teilen die Stadtwerke Bamberg mit.

Zwar hatte es am Samstagmorgen im Tarifstreit des öffentlichen Dienstes der Länder eine gütliche Einigung gegeben. Diese Einigung gilt nicht für die Tarifverhandlungen für die bayerischen Nahverkehrsunternehmen, die hiervon abgekoppelt sind. In den parallel in München stattfinden Gesprächen hatte die Dienstleistungsgewerkschaft ver.di weiterhin auf ihren nicht erfüllbaren Forderungen beharrt und den Einigungswillen der kommunalen Arbeitgeber ignoriert. Die kommunalen Verkehrsunternehmen hatten realistische Tariferhöhungen von insgesamt fünf Prozent und darüber hinaus weitere Verbesserungen der Arbeitsbedingungen angeboten. Ver.di fordert weiterhin Gehaltssteigerungen von bis zu 25 Prozent sowie die Reduzierung der Arbeitszeit auf 35 Stunden bei vollem Lohnausgleich. Derartig Personalkostensteigerungen würden dazu führen, dass die Fahrpreise für den Bamberger ÖPNV massiv steigen und gleichzeitig das Angebot der Buslinien in Bamberg ausgedünnt werden muss.

Am Faschingsdienstag und Aschermittwoch fahren die Stadtbusse in Bamberg nach einem Notfahrplan. Hierfür haben die Stadtwerke ein privates Busunternehmen beauftragt. Damit wollen sie ihren Kunden, die dringend auf den Bus angewiesen sind, zumindest ein kleines ÖPNV-Angebot machen. Am Dienstag, 17. Februar, fahren zwischen 6.00 und 13.00 Uhr Uhr sowie 16.00 und 20.00 Uhr Busse im Stundentakt auf den Strecken der Linien 935, 936, 937 und 938. Damit wollen die Stadtwerke sicherstellen, dass möglichst viele Besucher zum Bamberger Faschingsumzug kommen können. Am Dienstagnachmittag muss der ÖPNV wegen des Bamberger Faschingsumzugs für drei Stunden komplett eingestellt werden. Am Mittwoch, 18. Februar, fahren die Busse auf den oben genannten Linien zwischen 6 und 20 Uhr durchgängig im Stundentakt.

Die Fahrpläne sind auf der Webseite der Stadtwerke Bamberg unter www.stadtwerke-bamberg.de/bus abzurufen.

 

Die Gewerkschaft verdi teilt unterdessen mit, dass heute um 9.30 Uhr eine Streikkundgebung im Verkehrsbetrieb in der Georgenstraße stattfindet, zu der diesmal auch die OB-Kandidaten aus Bamberg eingeladen werden. Sie haben dort die Gelegenheit, mit den Beschäftigten ins Gespräch zu kommen und sich ein eigenes Bild zur Tarifsituation und zu den Lohn- und Arbeitsbedingungen zu machen.

Bereits am vergangenen Donnerstag wurden die OB-Kandidaten Melanie Huml, Sebastian Niedermaier und Jonas Glüsenkamp sowie die Aufsichtsratsmitglieder in der Stadtwerke Bamberg Verkehrs- und Park GmbH Stephan Kettner und Hans-Günter Brünker im Rahmen einer DGB-Veranstaltung zur Kommunalwahl über die Möglichkeit der Verbesserung der Lohnbedingungen für die Busfahrerinnen und Busfahrer vor Ort informiert:

Im TV-N Bayern können Fahrerinnen und Fahrer laut verdi entweder in der Entgeltgruppe 3b oder in der Entgeltgruppe 4 eingruppiert werden. Neben München und Nürnberg wenden auch kleinere, mit Bamberg vergleichbare Verkehrsbetriebe wie Dachau oder Lindau mittlerweile die Entgeltgruppe 4 an. Der Aufsichtsrat der Stadtwerke Bamberg Verkehrs- und Park GmbH kann diese (nur leichte) Verbesserung selbst beschließen. Das monatliche Grundgehalt eines Busfahrers in der Einstiegsstufe von 2975,89 Euro kann mit dieser Maßnahme beispielsweise auf 2995,30 Euro erhöht werden.

Alle anwesenden OB-Kandidaten und Aufsichtsratsmitglieder sicherten zu, sich mit dieser Möglichkeit intensiv zu befassen und zeitnah Rückmeldung zu geben – möglicherweise könnte das schon auf der Streikkundgebung am Faschingsdienstag passieren, so verdi.

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