Vor Nato-Gipfel

US-Beamter: Übernahme von Grönland derzeit «einzige Lösung»

05. Juli 2026 , 20:08 Uhr

Mit unverhohlenen Besitzansprüchen auf Grönland schockte Trump die europäischen Verbündeten. Zwar sah er von einer gewaltsamen Übernahme ab. Den Grundgedanken finden die USA aber noch immer gut.

Eine Übernahme Grönlands durch die Vereinigten Staaten ist aus Sicht der USA nach Angaben eines hochrangigen Beamten aktuell der einzige Weg, um den Sicherheitsrisiken rund um die zum Königreich Dänemark gehörende Eisinsel langfristig zu begegnen. «Wir sind nach wie vor der Ansicht, dass dies der beste Weg ist, den Verteidigungsbedarf der Nato in Bezug auf Grönland zu decken», sagte er zu Journalisten vor dem Nato-Gipfel an diesem Dienstag und Mittwoch in der Türkei. Zugleich sagte er, auch weitere Optionen würden geprüft. Wie diese aussehen könnten, ließ er offen. 

Der hochrangige Regierungsbeamter verwies darauf, dass es «rege Marineaktivitäten» in der Region rund um Grönland gebe und US-Präsident Donald Trump eine «dauerhafte» Lösung anstrebe. «Bislang sehen wir als einzige Lösung den Erwerb Grönlands durch die Vereinigten Staaten», sagte der Beamte weiter. 

Trumps unverhohlene Besitzansprüche schockierten Nato-Partner

Trump hatte Anfang des Jahres offen mit einer Übernahme der strategisch wichtigen Arktisinsel gedroht – und damit nicht nur den Nato-Partner Dänemark brüskiert, sondern auch Zweifel an der Geschlossenheit der größten Militärallianz der Welt und gegenseitigen Bündnistreue geweckt. Seine Begründung: Das zu Dänemark gehörende Territorium sei sonst nicht vor Russland und China sicher – und damit auch nicht die USA.

Trumps Drohungen, zur Not auch militärische Mittel anzuwenden, nahm er letztlich zwar zurück – ebenso wie die Ankündigung von Strafzöllen gegen Deutschland und andere europäische Länder, falls diese einem Verkauf der Insel an die USA nicht zustimmen sollten. An seinen Ansprüchen auf die Insel hielt er aber fest. Die Regierungen Dänemarks und Grönlands lehnen eine Annexion durch die USA entschieden ab. Inzwischen haben sie Gespräche mit Trumps Regierung aufgenommen, mit dem Ziel einen Kompromiss zu finden.

Quelle: dpa

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