Ungebetener Gast im Büro. Stadt und Landkreis helfen Fledermäusen

23. Juli 2026 , 17:21 Uhr

Vor Kurzem gab es im Stadtplanungsamt Forchheim morgens ungewöhnlichen Besuch: Eine Fledermaus wurde auf dem Boden unter einem Schreibtisch gefunden. Das Tier konnte nicht fliegen und machte einen geschwächten Eindruck. Das Sachgebiet „Umwelt & Naturschutz“ im Stadtbauamt Forchheim nimmt den Vorfall zum Anlass, über den Schutz von Fledermäusen in der Stadt und im Landkreis Forchheim aufzuklären.

Nach Abgabe des Fundtieres bei einem Fledermausberater konnte festgestellt werden, dass es sich um eine junge Zwergfledermaus handelte, die noch flugunfähig war. Wahrscheinlich war sie durch ein gekipptes Fenster in die Büroräume gefallen. Das Tier befindet sich nun bei Eduard Zöbelein (Fledermausberater im Auftrag des Landratsamtes Forchheim) und wird fürsorglich gepflegt.

Gerade zur Zeit der sogenannten Wochenstuben – die Zeit, in der Fledermausbabys geboren und gesäugt werden (ca. Mai bis Ende August.), kommt es vor, dass Jungtiere aus ihren Quartieren fallen und Hilfe benötigen. Als Wochenstube wird ein Quartier bezeichnet, in dem sich die trächtigen Weibchen der Fledermäuse zusammenfinden und in denen sie ihre Jungtiere zur Welt bringen. Hinter Rollokästen und Fensterläden, Dachüberständen und Lücken in Hausfassaden können Fledermausquartiere vorkommen: Oft viele Jahre vom Menschen unbemerkt, werden sie von den Tieren genutzt.

Eine Fledermaus, die tagsüber an ungewöhnlichen Stellen – wie Boden oder Gehwege, Regentonnen oder Pools, freihängend an einer Hauswand, im Wohnraum oder an Zäunen oder Bäumen – gefunden wird, sollte immer beobachtet oder versorgt werden. Eine erste Hilfsmaßnahme ist das Anbieten von stillem Wasser auf einem kleinen Löffel. Ist das Tier durstig, so nimmt es dies gerne in kleinen Mengen an. Wichtig: Fledermäuse sollten wie andere Wildtiere nur mit einem Handschuh oder einem Tuch angefasst werden!

Übrigens betreut das Amt für Öffentliches Grün und Biodiversität im Jahr 2026 im gesamten Stadtgebiet 256 Quartiere und Nisthilfen für Vögel und Fledermäuse, die geprüft, gereinigt oder manchmal auch ausgetauscht werden müssen. Darüber hinaus ist die naturverträgliche Pflege städtischer Grünflächen eine weitere Maßnahme zur Förderung der Biodiversität, die auch den Fledermäusen zugutekommt. Beispielsweise können auf einer Grünfläche die nur 1-2mal jährlich gemäht wird mehr Insekten überleben. Diese sind eine wichtige Nahrungsgrundlage für Vögel und Fledermäuse.

Ehrenamtliche Fledermausberatung im Auftrag der Naturschutzbehörde Im Landkreis Forchheim gibt es vier Fledermausberater, die ehrenamtlich beratend und auch pflegend unterstützen. Mehr Infos gibt’s auf der Homepage des Landratsamtes Forchheim und auf der Seite des Bayerischen Landesamtes für Umwelt.

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