Ostsee

Umweltminister Schneider taucht ab vor Rügen

02. Juli 2026 , 15:07 Uhr

Geisternetz, grüne Algen, kaum Fische: Carsten Schneider erlebt vor Rügen unter Wasser, wie dramatisch sich Klima und Verschmutzung auf die Ostsee auswirken.

Bundesumweltminister Carsten Schneider (50) ist abgetaucht bei seiner Sommerreise durch Mecklenburg-Vorpommern. Der SPD-Politiker machte vor dem berühmten Kreidefelsen Königsstuhl auf der Insel Rügen einen Tauchgang, um sich die Folgen von Erderwärmung und Verschmutzung des Meeres selbst anzusehen. Es sei sein erster Tauchgang in der Ostsee gewesen, normalerweise tauche er im Mittelmeer, sagte der Minister.

«Fisch war nicht viel»

Schneider brachte einen Teil eines sogenannten Geisternetzes mit an die Oberfläche. Das sind Netze, die herrenlos durchs Meer treiben. Sie gefährden Meeresbewohner und verschmutzen das Wasser durch Mikroplastik, wenn sie sich zersetzen.

«Fisch war nicht viel», berichtete Schneider, der in etwa sechs Meter Tiefe unterwegs war. Das Wasser in dem Bereich vor Rügen, in dem Schneider tauchte, ist aktuell leuchtend grün durch kleine einzellige Algen. 

Die Ostsee hat ein Übermaß an Nährstoffen, die durch Dünger ins Meer fließen. Das begünstigt ebenso wie die steigenden Temperaturen das Wachstum von Algen. Wenn diese abgebaut werden, entzieht das dem Wasser Sauerstoff, den Meerestiere wie Fische zum Leben brauchen – es entstehen «Todeszonen» im Wasser. 

Schneider plant «Aktionsplan Meer»

Die Ostsee sei ein Opfer des Klimawandels, könne aber Teil der Lösung sein, wenn es gelinge, den Eintrag von Nährstoffen zu verringern, sagte Schneider. «Das wird aber noch ein richtig dickes Brett werden, weil das natürlich dann mit der Landwirtschaft besprochen werden muss.» 

Das soll einer der Schwerpunkte eines «Aktionsplans Meer» sein, zu dem Schneider erste Eckpunkte veröffentlicht hat. «Wir haben hier einen akuten Handlungsbedarf, weil wir eine lebendige und keine tote Ostsee haben wollen.»

Quelle: dpa

 

Das könnte Dich auch interessieren

30.06.2026 Merkel leuchtet: Porträt für Kanzlergalerie enthüllt Mehrere Monate stand Angela Merkel in einem Atelier in Berlin-Mitte immer wieder Modell für ihr offizielles «Staatsporträt». Es sei ein «unvergessliches Erlebnis» gewesen, sagt sie bei der Enthüllung. 24.06.2026 Kanzleramt bekommt bald Merkel-Porträt für Ahnengalerie Der Platz neben Gerhard Schröder ist seit Jahren frei. Bald wird die Leerstelle gefüllt. 14.06.2026 Joschka Fischer: Regierung braucht Projekt wie Agenda 2010 Die schwarz-rote Bundesregierung kämpft mit niedrigen Zustimmungswerten. Ex-Außenminister Joschka Fischer glaubt zu wissen, was ihr fehlt. 05.06.2026 Merkel verteidigt Regierung Merz 16 Jahre lang war sie Kanzlerin. Nun äußert sich Merkel zur derzeitigen Bundesregierung und zu Anfeindungen, die Merz beklagt hatte. Dabei verweist sie auf Helmut Kohl.