Iran-Krieg

Trump droht Iran mit neuen heftigen Angriffen

11. Juni 2026 , 16:42 Uhr

Die Verhandlungen mit dem Iran stocken, nun erhöht Trump den Druck auf Teheran. Beide Seide haben einander auch wieder gegenseitig angegriffen. Der Iran erklärt die Straße von Hormus für gesperrt.

Der Konflikt zwischen den USA und dem Iran schaukelt sich trotz offiziell geltender Waffenruhe weiter hoch. US-Präsident Donald Trump hat schwere Angriffe auf den Iran für die Nacht angekündigt. Die USA würden das Land «sehr hart» treffen, schrieb der Republikaner auf der Plattform Truth Social.

Er drohte Teheran außerdem damit, in nicht allzu ferner Zukunft die für Irans Ölindustrie wichtige Insel Charg sowie andere Öl-Infrastrukturpunkte zu übernehmen. Die USA würden die «vollständige Kontrolle» über Irans Öl- und Gasmärkte erlangen. Auf der Insel Charg im Persischen Golf befindet sich Irans wichtigster Ölhafen. Dort wird fast der gesamte Ölexport der Islamischen Republik umgeschlagen. Sie ist daher von strategisch großer Bedeutung.

Die US-Regierung erhöht damit den Druck auf den Iran in den stockenden Gesprächen um ein mögliches Rahmenabkommen über ein Ende des Krieges. Das Abkommen würde zunächst vertiefte Verhandlungen bedeuten. 

Schon Beschüsse in der Nacht

Die USA und der Iran beschossen sich schon in der Nacht erneut heftig gegenseitig. Bereits in der Nacht zu Mittwoch hatte es gegenseitige Angriffe gegeben. Eigentlich gilt zwischen den Kriegsparteien seit zwei Monaten eine Feuerpause.

Laut iranischen Medien wurden bei Angriffen in der Provinz Teheran drei Menschen verletzt. Das Portal «Mehr» berichtete zugleich unter Berufung auf offizielle Stellen, in den frühen Morgenstunden (Ortszeit) sei in der Straße von Hormus ein Boot, das mit Grundnahrungsmitteln beladen gewesen sei, von einem Geschoss der USA getroffen worden. Die Besatzung sei gerettet worden.

Das US-Militär sprach von Angriffen auf militärische Überwachungs- und Kommunikationsanlagen sowie Anlagen der Flugabwehr im Iran. 

Indien: Drei tote Seeleute nach US-Angriff auf Tanker 

Das US-Militär griff eigenen Angaben zufolge auch einen Tanker im Golf von Oman an, der versucht haben soll, iranisches Öl zu transportieren. Indien meldete drei tote indische Besatzungsmitglieder. Nach Angaben des Außenministeriums in Neu-Delhi wurden 21 weitere Besatzungsmitglieder gerettet.

Die Besatzung des unter der Flagge des pazifischen Inselstaats Palau fahrenden Schiffes «Settebello» habe sich den Anweisungen der US-Streitkräfte widersetzt, teilte das für den Nahen Osten zuständige US-Regionalkommando (Centcom) mit. Indiens Außenministerium verurteilte den Angriff und bestellte laut örtlichen Medien aus Protest den stellvertretenden Botschafter der USA in Neu-Delhi ein.

Die USA haben eine Blockade iranischer Häfen verhängt als Reaktion auf die faktische Blockade der Straße von Hormus durch den Iran. Seit Mitte April wurden nach US-Angaben acht Schiffe manövrierunfähig gemacht. Mit der Blockade der Häfen machen die USA Druck auf den Iran, der wirtschaftlich stark vom Ölhandel abhängt.

Iran erklärt Meerenge für gesperrt

Das iranische Außenministerium verurteilte die «großangelegten» US-Angriffe der vergangenen Nacht scharf. Irans Militär reagierte auf die neuen US-Angriffe laut eigenen Angaben mit einer kompletten Sperrung der Straße von Hormus. Jedes Schiff, das die für den Öl- und Gashandel wichtige Meerenge zu passieren versuche, werde angegriffen, hieß es in einer vom staatlichen Rundfunk verbreiteten Erklärung der iranischen Militärführung. Zwei Schiffe sollen laut Rundfunk beschossen worden sein. 

Das US-Regionalkommando Centcom schrieb dagegen auf X: «Handelsschiffe fahren weiterhin heute Nacht in die Straße von Hormus ein und heraus.»

Iran beschießt arabische Länder

Der Iran griff zudem die Golfstaaten Bahrain und Kuwait in der Nacht an. Lokalen Behördenangaben zufolge wurde dabei in Bahrain ein elfjähriges Mädchen verletzt. In der Hauptstadt Manama und in dem Ort Hammad seien durch herabfallende Trümmerteile nach der Abwehr von iranischem Drohnenbeschuss zudem mehrere Fahrzeuge in Brand geraten und Wohnhäuser beschädigt worden.

Auch Jordanien fing laut eigenen Angaben in der Nacht 20 aus dem Iran abgefeuerte Raketen ab. Im Osten des Landes hat das US-Militär an einem Stützpunkt unter anderem Kampfflugzeuge stationiert. 

Deutschland bereit für Einsatz in Hormus-Straße nach Kriegsende

Kanzler Friedrich Merz signalisierte derweil erneut die Bereitschaft, dass sich Deutschland unter bestimmten Bedingungen für die Sicherung der für die weltweite Öl- und Energieversorgung wichtige Straße von Hormus engagieren könne. Deutschland sei bereit, nach einem Ende des Konflikts in der Golfregion dort Verantwortung zu übernehmen, sagte der CDU-Chef in einer Regierungserklärung im Bundestag. Ziel bleibe, dass der Iran sein Nuklearprogramm auf Dauer beende. Die Bundeswehr bereitet sich seit Mai auf einen möglichen Einsatz unter anderem mit Minenjagdbooten in der Straße von Hormus vor.

Quelle: dpa

 

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