Brandkatastrophe in Bangkok

Thailand prüft nach Pub-Feuer Regeln für Vergnügungsstätten

15. Juli 2026 , 05:44 Uhr

Blockierte Notausgänge, fehlender Brandschutz: Nach dem Pub-Feuer mit 30 Toten in Bangkok soll es Konsequenzen geben. Im Fokus stehen nicht nur Gesetze, sondern auch das Verhalten der Clubbetreiber.

Thailands Regierung will nach dem verheerenden Feuer in einem Lokal in Bangkok mit 30 Todesopfern die Vorschriften für Vergnügungsstätten grundlegend überarbeiten. Ministerpräsident Anutin Charnvirakul kündigte an, Gesetze zu Genehmigungen, Betriebszeiten und Standortvorgaben umfassend zu überprüfen. Viele der geltenden Regeln seien veraltet, zitierte ihn die Zeitung «Bangkok Post». Anutin machte auch die Profitgier von Betreibern für viele Probleme in der Branche verantwortlich.

Bangkok ist eine der meistbesuchten Städte der Welt und gilt als Partymetropole, allerdings kam es auch schon mehrmals zu schweren Unglücken wie in der Nacht zum Montag. Das Feuer in dem Pub Rong Beer Na Ladprao im beliebten Stadtteil Chatuchak brach ganz plötzlich aus, als gerade eine Liveband spielte. Nach ersten Erkenntnissen könnte es durch einen Kurzschluss an einer Klimaanlage über der Decke ausgelöst worden sein.

Für viele Gäste gab es kein Entkommen aus dem Meer aus Flammen und Qualm. Mehr als zwei Dutzend Tote wurden noch in der Nacht gefunden. Rund 70 Menschen wurden verletzt, mehr als 20 davon schwer. Einige erlagen ihren Verletzungen erst später.

Landesweite Kontrollen angeordnet

Die Regierung ordnete nach der Katastrophe landesweite Kontrollen von Vergnügungsstätten und öffentlichen Gebäuden an. Innerhalb von 30 Tagen sollen Behörden unter Leitung des Innenministeriums Brandschutzanlagen, Notausgänge, die zulässige Besucherzahl sowie die Einhaltung von Sicherheitsvorschriften überprüfen. Betriebe mit erheblichen Mängeln sollen vorerst geschlossen werden, bis die Bedenken ausgeräumt sind.

Gleichzeitig betonte Anutin, viele Probleme entstünden nicht durch unzureichende Gesetze, sondern weil Betreiber Vorschriften missachteten, um höhere Gewinne zu erzielen. Nach der jüngsten Katastrophe untersuchen Ermittler unter anderem, ob Mitarbeiter Ausgänge verschlossen, um zu verhindern, dass Gäste das Lokal verließen, ohne ihre Rechnung zu bezahlen. Auch gibt es Hinweise auf blockierte Fluchtwege und fehlenden Brandschutz. 

Mögliche juristische Schritte gegen Pub-Betreiber

Nach bisherigen Erkenntnissen war das für Live-Musik bekannte Lokal als Restaurant genehmigt, aber offenbar wie eine Vergnügungsstätte betrieben worden. Die Ermittler prüfen, ob dadurch strengere Genehmigungs- und Sicherheitsauflagen umgangen wurden. Gegen den Betreiber und dessen Geschäftspartner sollen möglicherweise strafrechtliche Schritte eingeleitet werden.

Quelle: dpa

 

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