Fernöstliche Narretei

Tausende Schaulustige beim Chinesenfasching

12. Februar 2026 , 16:53 Uhr

Seit vielen Jahren verkleiden sich die Narren in Dietfurt als Chinesen. Inzwischen ist das Spektakel Teil des Immateriellen Kulturerbes in Deutschland.

Beim Chinesenfasching in der Oberpfalz haben Tausende Narren und Schaulustige ausgelassen gefeiert. Höhepunkt in DIetfurt an der Altmühl war am Nachmittag der Faschingsumzug mit nach städtischen Angaben 50 Gruppen. Das wechselhafte Wetter trübte die gute Laune der Teilnehmer nicht.

Das diesjährige Motto «Mit Bambus und Brezn – des is ned verkehrt – feiern wir Kulturerbe – im Jahr vom Pferd!» spielt auf die 2025 erfolgte Ernennung des Chinesenfaschings zum Immateriellen Kulturerbe Deutschlands an.

Das überregional bekannte Spektakel mit dem Faschingsgruß «Kille Wau» beginnt immer am Unsinnigen Donnerstag um 02.00 Uhr morgens. Dann werden die Bürger der Kleinstadt von den sogenannten Maschkaras – traditionellen Fastnachtsfiguren – mit einem Weckruf und reichlich Lärm aus den Betten geholt. Gefeiert wird bis Mitternacht, dann wird der Fasching «beerdigt».

Ursprung: eine Legende

Das Narrentreiben geht auf die Legende zurück, dass die Dietfurter einst einen Steuereintreiber nicht in die Stadt gelassen haben sollen, und dieser sich dann beschwerte, die Bürger hätten sich «wie die Chinesen» hinter ihrer Mauer verschanzt. Das entwickelte sich in Dietfurt im Landkreis Neumarkt in der Oberpfalz zu einer Faschingsgaudi, indem sich die Narren als Chinesen verkleideten.

Heute zählt der Chinesenfasching zu den bekanntesten Markenzeichen der Stadt, die sich im Fasching scherzhaft «Bayrisch China» nennt. Seit den 1950er Jahren wurden auch immer wieder «Kaiser» ausgerufen. Vor wenigen Jahren gab es erstmals eine «Kaiserin».

Ansonsten vermarktet Dietfurt sein chinesisches Erbe, beispielsweise mit einem bayerisch-chinesischen Kultursommer oder Seminaren zu der Bewegungslehre Qigong. Mit der Partnerstadt Nanjing gibt es den Angaben nach einen regen kulturellen Austausch und gegenseitige Besuche.

Quelle: dpa

 

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