Fühlen Sie sich und Ihre Meinungen von der Politik ernst genommen? Für die Glaubwürdigkeit einer Demokratie ist das eine entscheidende Frage. Ebenso wie das Versprechen, dass das Parlament mehr oder weniger ein Abbild der Bevölkerung ist. Doch wie sehen das die Bürgerinnen und Bürger in Deutschland? Fühlen sie sich angemessen repräsentiert? Und was erwarten sie eigentlich von der Politik? Diesen Fragen ist jetzt eine große Studie nachgegangen.
Große Versprechen können zu großen Enttäuschungen werden
Wirtschaftskrise, Ukraine-Krieg, und gesellschaftliche Debatten, in die ein immer schärferer Ton eingezogen ist. Die Lage in Deutschland war schon einmal besser. In genau diesem Umfeld fanden im Februar vorgezogene Bundestagswahlen statt. Die Vorgänger-Regierung, die Ampel, war im Streit zerbrochen. Im Wahlkampf versprachen die Parteien Besserung, schnelle Entscheidungen und vor allem zügige und spürbare Ergebnisse. Versprechungen, die bei vielen Menschen große Erwartungen weckten, sagt Valentine Baumert. Sie hat bei Philip Morris die große Studie „Wie wir wirklich leben“ betreut. Befragt wurden dafür 5.455 Menschen. Im Kern ging es dabei um die Frage, wie leistungsfähig unsere parlamentarische Demokratie als politisches System ist. Eine Erkenntnis: Große Versprechen haben das Potential, zu großen Enttäuschungen zu werden, wie Valentine Baumert zusammenfasst: “Absolut. Wir sehen das schon jetzt, dass das schwierig zu halten ist. Gerade in Koalitionen. Da kann man nicht so leicht wie beispielsweise in den USA im präsidialen System einfach durchregieren. Man hat einen Koalitionspartner. Das ist dann natürlich ein Versprechen, das lässt sich nicht halten. Führt dann zu Enttäuschung. Weil man sagt, das funktioniert hier alles nicht so, wie es uns versprochen wurde.”