Studie: Wie zufrieden sind die Deutschen mit ihrer Demokratie?

13. November 2025 , 06:32 Uhr

Fühlen Sie sich und Ihre Meinungen von der Politik ernst genommen? Für die Glaubwürdigkeit einer Demokratie ist das eine entscheidende Frage. Ebenso wie das Versprechen, dass das Parlament mehr oder weniger ein Abbild der Bevölkerung ist. Doch wie sehen das die Bürgerinnen und Bürger in Deutschland? Fühlen sie sich angemessen repräsentiert? Und was erwarten sie eigentlich von der Politik? Diesen Fragen ist jetzt eine große Studie nachgegangen.

Große Versprechen können zu großen Enttäuschungen werden

Wirtschaftskrise, Ukraine-Krieg, und gesellschaftliche Debatten, in die ein immer schärferer Ton eingezogen ist. Die Lage in Deutschland war schon einmal besser. In genau diesem Umfeld fanden im Februar vorgezogene Bundestagswahlen statt. Die Vorgänger-Regierung, die Ampel, war im Streit zerbrochen. Im Wahlkampf versprachen die Parteien Besserung, schnelle Entscheidungen und vor allem zügige und spürbare Ergebnisse. Versprechungen, die bei vielen Menschen große Erwartungen weckten, sagt Valentine Baumert. Sie hat bei Philip Morris die große Studie „Wie wir wirklich leben“ betreut. Befragt wurden dafür 5.455 Menschen. Im Kern ging es dabei um die Frage, wie leistungsfähig unsere parlamentarische Demokratie als politisches System ist. Eine Erkenntnis: Große Versprechen haben das Potential, zu großen Enttäuschungen zu werden, wie Valentine Baumert zusammenfasst: “Absolut. Wir sehen das schon jetzt, dass das schwierig zu halten ist. Gerade in Koalitionen. Da kann man nicht so leicht wie beispielsweise in den USA im präsidialen System einfach durchregieren. Man hat einen Koalitionspartner. Das ist dann natürlich ein Versprechen, das lässt sich nicht halten. Führt dann zu Enttäuschung. Weil man sagt, das funktioniert hier alles nicht so, wie es uns versprochen wurde.”

Vertrauen in Politik hat abgenommen

Genau diese Enttäuschung ist einer der Gründe dafür, dass das Vertrauen in Politik und staatliche Institutionen abgenommen und die sogenannte Politikverdrossenheit zugenommen hat. Dahinter steckt auch ein Dilemma, sagt Valentine Baumert: “Dass damit aber gerade in einer repräsentativen Demokratie, in der wir nun einmal leben einhergeht, dass nicht der Wille des Einzelnen unverfälscht durchgesetzt wird, sondern dass wir natürlich versuchen, unterschiedliche Meinungen abzubilden – das Verständnis fehlt vielen Leuten. Die glauben: Wenn das demokratische Versprechen ist, ey, ich als Bürger habe doch Macht. Wieso kommt dann am Ende nicht heraus, was ich möchte?”

Unterschiede zwischen Ost und West sind kaum noch messbar

Eine weitere Erkenntnis der großen Philip Morris-Studie: Menschen sind tendenziell unzufriedener mit der Politik, wenn sie sich nicht ausreichend repräsentiert fühlen. So sitzen im Bundestag prozentual deutlich weniger Frauen, Arbeiter oder Handwerker als in der Gesamtbevölkerung. Auf der anderen Seite, und das ist vielleicht überraschend: Unterschiede zwischen Stadt und Land oder Ost und West waren – anders als in den Vorjahren – kaum noch messbar, berichtet Baumert: “Wir glauben nicht, dass es daran liegt, dass der Osten sich dem Westen angleicht. Sondern andersherum. Und ich glaube, das sieht man ja auch an vielen Wahltendenzen. Dass eben eher das Niveau an politischer Zufriedenheit, in politischen Einstellungen der westdeutschen Bundesländer sich den ostdeutschen angleicht als andersherum.”

Mit der Studie „Wie wir wirklich leben“ will Philip Morris auch ermitteln, wie die Demokratie gestärkt werden und Politik wieder mehr Vertrauen und Zusammenhalt der Gesellschaft aufbauen kann. Die Ergebnisse der Befragung zeigen demnach eines deutlich: Viele Menschen haben offenbar das Gefühl, dass sie nicht ausreichend repräsentiert werden, und dass sie die Ergebnisse von Politik in ihrem eigenen Leben kaum wahrnehmen. Viel zu tun also. Doch es gab auch positive Ergebnisse. Zum Beispiel ist die Mehrheit nach wie vor davon überzeugt, dass man durch die Teilnahme an Wahlen Einfluss nehmen kann.

Ein Beitrag erstellt in Zusammenarbeit mit Philip Morris International

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