Song gegen ICE-Einsätze in USA

Springsteen-Protestlied zu ICE – Auch Rapper Ice-T reagiert

29. Januar 2026 , 11:55 Uhr

Mit einem Protestlied reagiert die Rocklegende auf die Einsätze von «König Trumps Privatarmee». Er erinnert an die Opfer - und fordert zum Widerstand auf. Rapper Ice-T meldet sich auch zu Wort.

US-Rocklegende Bruce Springsteen (76, «Born in the U.S.A.») widmet den Bürgern von Minneapolis eine Protesthymne, in der er die rabiaten Einsätze der US-Einwanderungsbehörde ICE auf Geheiß von Präsident Donald Trump verurteilt. In dem Lied «Streets of Minneapolis» prangert Springsteen unter anderem «König Trumps Privatarmee» an, «die auf unseren Rechten herumtrampelt», und singt über eine brennende Stadt «unter den Stiefeln der Besatzer», die im Winter gegen «Feuer und Eis (Ice)» kämpfe. 

Der Rocker schreibt auf seiner Webseite, dass der Song «den Menschen in Minneapolis, unseren unschuldigen Einwanderer-Nachbarn und in Erinnerung an (die beiden von Bundesbeamten erschossenen US-Bürger) Alex Pretti und Renée Good» gewidmet sei. Er habe das Lied am Samstag geschrieben, am Dienstag aufgenommen und am Mittwoch veröffentlicht – «als Antwort auf den Staatsterror», von dem die Stadt im Bundesstaat Minnesota heimgesucht werde. Begleitet von «ICE Out»-Rufen ruft Springsteen in dem Song dazu auf, «für dieses Land und den Fremden in unserer Mitte aufzustehen».

«ICE Killer» statt «Cop Killer»

Auch US-Rapper und Schauspieler Ice-T lassen die Einsätze der Einwanderungsbehörde nicht unbeeindruckt. In der Radioshow «The Breakfast Club» erzählte er am Mittwoch, dass er den Refrain seines umstrittenen Liedes «Cop Killer» aus dem Jahr 1992 im Juli bei einem Konzert in Los Angeles spontan in «ICE Killer» umgewandelt habe. Zum Zeitpunkt des Auftritts habe es just ICE-Razzien in der Stadt gegeben, sagte der 67-Jährige. Er betrachte den Song als Protestlied. «Ich glaube, wir steuern auf wirklich unschönes Terrain zu», ergänzte er. «Cop Killer» war seinerzeit unter dem Eindruck von Polizeigewalt gegen Schwarze in Los Angeles entstanden. 1992 brachen in der Stadt schwere Unruhen aus, nachdem Polizisten, die den Afroamerikaner Rodney King brutal zusammengeschlagen hatten, zunächst freigesprochen wurden. Dutzende Menschen kamen damals ums Leben.

ICE-Einsätze massiv in der Kritik

Sowohl ICE als auch andere kooperierende Behörden stehen wegen der rabiaten Umsetzung von Trumps Abschiebepolitik mit martialischen Razzien in der Kritik. Der Protest gegen das Vorgehen der Bundesbeamten wurde noch lauter, nachdem Anfang Januar Renée Good durch Schüsse eines ICE-Beamten getötet wurde. Am vergangenen Samstag wurde dann der Krankenpfleger Alex Pretti bei einem Einsatz von Bundesbeamten erschossen. Landesweit gingen daraufhin Menschen auf die Straße, um gegen Trump, seine Abschiebe-Politik und das rigorose Vorgehen der ihm hörigen Behörden zu protestieren.

Oscar-Preisträger gegen US-Präsidenten

Springsteen ist seit langem als Kritiker des US-Präsidenten bekannt. Auch im vergangenen Juni bei seinem Tour-Stopp in Berlin teilte er gegen den Republikaner aus, kritisierte Abschieberazzien und den Umgang der Regierung mit Demonstrationen in Los Angeles. «Sie setzen das amerikanische Militär auf Amerikas Straßen ein, basierend auf Unwahrheiten über eine ausländische Invasion», sagte der Sänger damals im Olympiastadion vor Zehntausenden Fans.

Der Songtitel «Streets of Minneapolis» erinnert an das berühmte Springsteen-Lied «Streets Of Philadelphia», das der Rocker für das Filmdrama «Philadelphia» (1993) über die Aidskrise geschrieben hatte. Der Musiker gewann damit mehrere Preise, darunter den Oscar für den besten Original-Song.

Quelle: dpa

 

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