Die angekündigten Stellenstreichungen beim Technologiekonzern Bosch sorgen auch am Bamberger Standort für große Verunsicherung. Zwar ist der Standort mit rund 6.000 Beschäftigten von der aktuellen Kündigungswelle nicht betroffen, doch die Angst vor der Zukunft ist spürbar.
Bei einer Betriebsversammlung mit anschließender Pressekonferenz heute Vormittag fand der Bamberger Betriebsratsvorsitzende Mario Gutmann deutliche Worte. Die Lage sei ernst, auch wenn Bamberg aktuell verschont bleibe:
„Wir haben uns Zeit erkauft, aber ich möchte in zwei Jahren nicht vor meiner Mannschaft stehen und sagen müssen: ‚Ich habe gekämpft, aber es hat nicht gereicht.‘“
Gutmann machte klar: Der Stellenabbau – bundesweit plant Bosch den Abbau von 13.000 Jobs – sei ein Alarmsignal für den gesamten Industriestandort Deutschland. Es brauche jetzt Technologieoffenheit, bezahlbare Energie und deutlich weniger Bürokratie, um den Standort zu sichern.
Auch die Politik war vor Ort: Vertreter der Stadtspitze und Bundestagsabgeordnete kamen zur Versammlung. Bambergs Oberbürgermeister Andreas Starke betonte die Bedeutung des Werks für die ganze Region:
„Wenn es Bosch schlecht geht, leidet die ganze Region. Bamberg ist eine Autostadt – mit Bosch, Brose und vielen Zulieferern. Deshalb stehen wir voll hinter Bosch Bamberg.“
Gutmann kritisierte zudem die Bundesregierung scharf. Die aktuellen Entwicklungen zeigten, wie dringend eine klare industriepolitische Linie gebraucht werde – sonst stehe der gesamte Standort auf dem Spiel.