Ukrainische Geflüchtete

Sparen bei Integrationskursen? Kirche kritisiert

26. Februar 2026 , 17:04 Uhr

Das Bundesinnenministerium will bei Integrationskursen sparen. Das missfällt dem neuen Chef der Bischofskonferenz.

Die geplanten Kürzungen bei Integrationskursen dürften besonders viele Geflüchtete aus der Ukraine treffen – die katholische Kirche kritisiert das. «Wir wissen aus den ukrainischen Gemeinden, dass viele Geflüchtete hier gesellschaftliche Teilhabe anstreben. So ist die Arbeitsmarktintegration von Ukrainern in Deutschland mittlerweile auch deutlich vorangekommen», sagte der neue Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz (DBK), Heiner Wilmer, zum Ende der Frühjahrsvollversammlung im Würzburg.

«Gerade deshalb möchte ich heute unterstreichen: Solche Erfolge sollte man politisch nicht konterkarieren, indem man den Zugang zu Integrationskursen erschwert und weitere bürokratische Hürden errichtet.» Die Integration scheitere nicht am guten Willen ukrainischer Geflüchteter. 

Fast jeder dritte Kursteilnehmer kommt aus der Ukraine

«Arbeit mit Flüchtlingen ist Friedensdienst», betonte der Bischof von Hildesheim. «Denn die Art und Weise, wie Flüchtlinge bei uns aufgenommen werden, hat einen nicht unwesentlichen Einfluss darauf, wie stark sich kriegsbedingte Traumatisierungen ausbilden.» Dies werde die Fähigkeit der Ukraine zum Wiederaufbau und zur «kulturellen Erneuerung nach dem Krieg erheblich beeinflussen.»

Allgemein zum Thema Integrationskurse sagte Wilmer, das Thema sei schwierig. «Wir müssen alles tun, um die Menschen, die zu uns kommen, zu integrieren. Sprache ist der Schlüssel.» 

Das Bundesinnenministerium unter Minister Alexander Dobrindt (CSU) hat Einsparungen bei den Integrationskursen beschlossen. Die Kurse sollen künftig nur noch für Menschen mit «positiver Bleibeperspektive» zur Verfügung stehen. Wie die Deutsche Presse-Agentur aus dem Ministerium erfahren hatte, laufen aktuell rund 19.500 solcher Kurse mit etwa 300.000 Teilnehmern. 31 Prozent von ihnen sind den Angaben zufolge Ukrainerinnen und Ukrainer.

Quelle: dpa

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