Krankenkassen

Sozialgerichte klagen über Prozessflut

12. Januar 2026 , 15:25 Uhr

In den letzten Tagen des Jahres 2025 sind doppelt so viele Abrechnungsstreitfälle zwischen Kassen und Kliniken eingegangen wie sonst in einem ganzen Jahr. Das ist der Grund.

Die Sozialgerichte in Bayern klagen über eine Flut an Verfahren zu Streitigkeiten zwischen Krankenkassen und Kliniken. Zusätzlich zu den üblichen Klagen gingen kurz vor dem Jahreswechsel 10.000 solcher Verfahren ein, wie das Landessozialgericht in München mitteilte.

«Allein diese Neuzugänge der letzten Tage des Jahres 2025 sind mehr als doppelt so hoch wie der gesamte übliche Eingang im Krankenversicherungsrecht der vergangenen Jahre», heißt es in der Mitteilung, in der von einer «Prozessflut» die Rede ist. Im Schnitt seien pro Jahr in ganz Bayern 5.000 Klagen dieser Art eingegangen.

Kliniken fürchten Verjährung von Ansprüchen

Grund für die große Zahl ist den Angaben zufolge ein Urteil des Bundessozialgerichtes aus dem April vergangenen Jahres (AZ B 1 KR 25/23). Darin wird eine Bestimmung für nichtig erklärt, wonach Krankenhäuser, die nicht an einem gestuften System von Notfallstrukturen teilnehmen, ihre Behandlungsfälle nur mit einem Abschlag von jeweils 60 Euro abrechnen durften.

Die Krankenhäuser sehen in der Entscheidung des Bundessozialgerichts das Aus für diese Abschlags-Regelung, weil dafür keine Rechtsgrundlage mehr bestehe. Damit die Geltendmachung der Abschläge aus dem Jahr 2023 nicht verjährt, wurden die entsprechenden Klagen noch zum Jahresende eingereicht – und die machen den Gerichten nun viel Arbeit.

«Angesichts der hohen Eingänge sind derzeit besonders die Registraturen und Geschäftsstellen der Sozialgerichte extrem gefordert», teile das Landessozialgericht mit.

Quelle: dpa

Das könnte Dich auch interessieren

18.01.2026 Vesperkirchen bringen Menschen zusammen - Nürnberg startet Mittagessen, Kultur, neue Freunde – in den Vesperkirchen entsteht ein Miteinander, das über den Winter hinaus bestehen bleibt. 16.01.2026 Urteil im Prozess um Zugunglück erwartet Marode Schienen ließen vor mehr als drei Jahren einen Zug bei Garmisch-Partenkirchen entgleisen. Hätten Bahn-Mitarbeiter die tödliche Katastrophe verhindern können? Das entscheidet nun das Gericht. 16.01.2026 Prozess um Anschlag – Schweigen und klare Geste Nur einen kurzen Weg vom Tatort entfernt beginnt der Prozess um den tödlichen Auto-Anschlag von München. Der Angeklagte schweigt und äußert sich doch – wenn auch ohne Worte. 16.01.2026 Illegale Dieselgeschäfte in Millionenhöhe – Prozessauftakt Es geht vor dem Landgericht Hof um mutmaßlichen Steuerbetrug in Millionenhöhe im Kraftstoffhandel, es geht um geschädigte Kunden. Und um die Frage: Wie groß ist das Netzwerk dahinter wirklich?