Winterspiele in Italien

«Bisschen ärgerlich»: Silber und Bronze für Skeleton-Teams

15. Februar 2026 , 21:05 Uhr

Kein Gold, aber wieder zwei Medaillen: Die deutschen Skeletonis haben zum Abschluss ihrer Wettkämpfe erneut Grund zum Jubeln - auch wenn ihnen der Sieg verwehrt bleibt.

Die deutschen Skeletonis freuten sich mit der Deutschland-Flagge in den Händen über zwei weitere Medaillen und eine fast perfekte Olympia-Ausbeute. Doch der ganz große Jubel blieb nach der verpassten Doppelchance auf Gold zum Abschluss aus. Susanne Kreher und Axel Jungk gewannen bei der olympischen Team-Premiere Silber mit einer Hundertstelsekunde Vorsprung vor Jacqueline Pfeifer und Christopher Grotheer. Der erhoffte Olympiasieg ging aber nach Großbritannien.

«Es wäre schon schön, wenn eine goldene Medaille dabei gewesen wäre», sagte Vorstandschef Thomas Schwab vom Bob- und Schlittenverband für Deutschland (BSD): «Die haben schon damit spekuliert, dass heute etwas drin ist. Aber wir müssen einfach zufrieden sein mit dem, was wir haben. Das ist ja unfassbar.»

Bronzener Karriereabschluss für Grotheer 

Die im Cortina Sliding Centre als letztes Mixed-Team gestarteten Briten Tabitha Stoecker und Matt Weston sicherten sich mit einem Vorsprung von 0,17 Sekunden den Sieg. Die Niederlage gegen Weston tue «ein bisschen mehr weh» als bei seinem Silberrennen im Einzel, sagte Jungk. Und Pfeifer meinte: «Dass es so knapp war, macht es ein bisschen ärgerlich, weil heute wäre wirklich alles drin gewesen.» 

Ihr Teamkollege Grotheer erklärte anschließend, dass dies das letzte Rennen seiner Karriere gewesen sei. «Das war ein toller Abschluss», sagte der 33-Jährige im ZDF und kämpfte dabei mit den Tränen.

Zuvor hatten in den Einzel-Wettbewerben Kreher und Jungk jeweils Silber sowie Pfeifer und Grotheer jeweils Bronze gewonnen. Mit insgesamt sechs Medaillen haben die deutschen Skeletonis ihre größte Medaillen-Ausbeute in der Geschichte der Winterspiele verbucht.

Skeleton-Bilanz weit über Soll

Die bäuchlings und kopfüber den Eiskanal runter fahrenden Athletinnen und Athleten erfüllten damit mehr als nur ihr Soll. Auch wenn es in Peking durch Grotheer und Hannah Neise zwei Goldmedaillen gegeben hatte. «Damit war überhaupt nicht zu rechnen», sagte BSD-Vorstandschef Schwab: «Großartige Performance unserer Skeletonis. Wirklich beeindruckend, wie sie die Medaillen gesammelt haben hier im Eiskanal von Cortina.»

Zuvor hatte das Rodel-Team mit insgesamt fünf Medaillen, darunter dreimal Gold, abgeräumt. Der BSD, der in den Strukturgesprächen in allen drei Kufen-Disziplinen neun bis elf Medaillen angepeilt hat, bleibt damit schon jetzt der erfolgreichste deutsche Wintersport-Fachverband. Und die erfolgsverwöhnten Bobfahrerinnen und Bobfahrer kommen erst noch. 

Mit viel Euphorie ins Team-Rennen

Nach den erfolgreichen Einzelrennen hatten die deutschen Skeletonis die Feierlichkeiten im Deutschen Haus extra ausgelassen. «Ich hatte brutal mit Krämpfen zu tun, wir mussten viel Physio machen. Daher war die Devise, zwei Tage die Füße still halten und nach dem Team-Rennen lassen wir es krachen», sagte Jungk. Familienvater Grotheer betonte nach vielen Verletzungsrückschlägen: «Ich habe ewig nichts getrunken, ich wäre sofort breit.» 

Schlitten-Wagnis ging auf

Die Taktik, die neuen aerodynamischen FES-Schlitten erst in Cortina zu fahren, ging auf. «Ein großes Dankeschön an unsere Mechaniker und Trainer, die hatten viele schlaflose Nächte zuletzt», sagte Jungk. Die im Berliner Institut für Forschung und Entwicklung von Sportgeräten (FES) getunten Schlitten wurden erstmals im Wettkampf gefahren. Erst nach dem Weltcup-Finale in Altenberg testeten die Deutschen die Geräte mit verbesserter Aerodynamik. Auch die Anzüge wurden im Windkanal optimiert.

Quelle: dpa

 

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