Winter-Paralympics in Italien

Gefragt wie ein Weltstar: Forster gewinnt zweites Gold

12. März 2026 , 15:58 Uhr

Anna-Lena Forster hat schon wieder Grund zu ausgelassenem Jubel. Die alpine Monoskifahrerin gewinnt bei den Winter-Paralympics ihr zweites Gold. Dahinter steckt auch ausgefeilte Technik.

Als Schnellste im Ziel, als Letzte aus dem Stadion: Nach zwei famosen Läufen im Riesenslalom und ihrem zweiten Gold bei den Winter-Paralympics in Italien war Anna-Lena Forster gefragt wie ein Weltstar. «So krass ist es jetzt noch nicht. Da fehlt noch ein bisschen», sagte die 30 Jahre alte Monoskifahrerin darauf angesprochen und brach in schallendes Lachen aus. «Aber es ist schon krass, was man als Goldmedaillen-Gewinnerin für eine Aufmerksamkeit bekommt. Es ist eine Belohnung für das, was man sich erarbeitet hat über die Jahre», sagte sie stolz.

Am sechsten Wettkampftag siegte Forster auf der Tofana-Piste von Cortina d’Ampezzo mit 1,28 Sekunden Vorsprung auf die Japanerin Momoka Muraoka. «Ich weiß, wie viel harte Arbeit in diesem Riesenslalom gesteckt hat in den letzten Jahren. Die Medaille fühlt sich einfach riesig an für mich», sagte die Zollbeamtin. Zum Auftakt der Alpin-Wettbewerbe war die Gesamtweltcup-Siegerin bereits Beste in der Abfahrt und ist bei den aktuellen Spielen bislang die einzige deutsche Paralympicssiegerin.

Die Grundlage für ihren insgesamt schon sechsten Paralympicssieg hatte Forster im ersten Lauf gelegt. «Es war ein solider Lauf. Ich weiß, dass ich mich noch mehr pushen kann. Die Pistenbedingungen haben mich ein bisschen gehemmt, da voll draufzugehen», sagte sie nach dem ersten Durchgang. 

Den Sturz ihrer bislang härteste Konkurrentin Audrey Pascual Seco aus Spanien, die den Super-G und die Super-Kombination gewonnen hatte, hatte sie im Starthaus auf dem Fernseher gesehen. «Da weiß man dann nicht so genau, wie die Piste reagiert. Das sah bei Audrey etwas unkontrolliert aus», meinte sie.

Vorsprung dank neuer Technik

Bei ihren vierten Paralympics ist damit nach der Abfahrt bei Forster auch in der zweiten weniger erfolgreichen Disziplin der Knoten geplatzt. Insbesondere der neue Rennsport-Dämpfer an ihrem Monoski, den sie zusammen mit der Forschungs- und Entwicklungsstelle für Sportgeräte (FES) ausgetüftelt hat, hat sie immens vorangebracht. 

«Seit letzter Saison taugt mir der Riesenslalom auch, da fühle ich mich mittlerweile wohl. Das liegt auf jeden Fall an dem neuen Dämpfsystem. Da habe ich einen guten Schritt nach vorn gemacht und fühle mich echt sicher. Und ich habe endlich verstanden, wie der Schwung funktioniert», sagte sie lachend. Außerdem hat sie für die Speeddisziplinen und den Riesenslalom mit Gewichten experimentiert, «denn alles, was Hangabtrieb bringt, ist gut». 

Aus Sicht von Bundestrainer Justus Wolf ist die zweite Goldmedaille von Anna-Lena Forster «sehr wertvoll». Man habe sehr viel in den Riesenslalom investiert, weil diese Disziplin bei den vergangenen Paralympics weniger erfolgreich war. «Es ist für Anna-Lena einfach großartig, dass wir das zeigen konnten, was wir in letzten Jahren erarbeitet haben. Ich bin richtig happy für sie, dass das auch so im zweiten Durchgang runtergebracht hat. Sie hat ein richtig starkes Nervenkostüm bewiesen und einen grandiosen Lauf runtergebracht», lobte Wolf.

Rothfuss wieder starke Vierte

Andrea Rothfuss fuhr in der stehenden Klasse erneut auf den vierten Platz und verpasste das Podest nur um 0,69 Sekunden. Trotzdem jubelte die 36-Jährige im Ziel und riss die Arme nach oben. Bereits im Super-G war sie auf Rang vier gelandet. Nach einer mehrjährigen Pause wegen mentaler Probleme war die Riesenslalom-Spezialistin erst im Dezember in den Weltcup zurückgekehrt. Ihre Teamkollegin Anna-Maria Rieder belegte den siebten Platz.

Bei den sehbehinderten Frauen kam die 17-jährige Maya Fügenschuh bei ihrer Paralympics-Premiere mit Guide und Olympionikin Johanna Holzmann auf Platz neun.

Quelle: dpa

 

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