Ukraine-Krieg

Schwere Kämpfe im Donbass - russische Offensive abgewehrt?

21. März 2026 , 11:01 Uhr

In der Ostukraine toben heftige Gefechte: Kiew meldet hohe russische Verluste, Geländegewinne werden aber nicht bestätigt. Wie deuten Experten die aktuelle Lage an der Front?

Die Kämpfe an der Front im Osten der Ukraine haben sich nach Angaben des Kiewer Generalstabs in den vergangenen Tagen verstärkt. Dabei spricht das ukrainische Militär von hohen russischen Verlusten. Im Morgenbericht des Generalstabs für Samstag hieß es, dass binnen 24 Stunden 1.240 russische Soldaten verletzt oder tot ausgeschaltet worden seien. Es habe 161 einzelne Gefechte gegeben.

Solche Militärstatistiken sind nicht unabhängig überprüfbar, die gemeldeten Zahlen lagen zuletzt aber deutlich höher als in den vergangenen Wochen. Demnach scheinen sich die russischen Angriffe seit Dienstag verstärkt zu haben, am Mittwoch war die Rede von 286 Gefechten und 1.710 ausgeschalteten russischen Soldaten. Die Zahlen für Donnerstag und Freitag lagen nur leicht niedriger. Schwerpunkt der Kämpfe soll einmal mehr die Stadt Pokrowsk im Industrierevier Donbass sein, ohne dass für die eine oder andere Seite Geländegewinne bekannt wurden. 

Ist das schon die russische Frühjahrs-Offensive?

Einige Militärbeobachter folgern aus den Daten, dass die Ukraine eine erste Frühjahrsoffensive der Russen habe abwehren können. Das US-amerikanische Institut für Kriegsstudien (ISW) schrieb vorsichtiger, dass die russische Armee mit verstärkten Erkundungsangriffen vermutlich ihre Frühjahrs-/Sommeroffensive vorbereite.

Das russische Verteidigungsministerium in Moskau bleibt bei der Darstellung, dass seine Truppen an der mehr als 1.000 Kilometer langen Front auf dem Vormarsch seien. Militärnahe russische Blogger gestehen aber Probleme an Frontabschnitten wie Kupjansk im Norden und Huljaipole im Süden ein.

Die Verteidigungsfähigkeit der ukrainischen Armee stützt sich vor allem auf den umfassenden Einsatz von Drohnen über der Kampfzone. Im Februar hat die Ukraine nach einigen Berechnungen erstmals seit 2023 wieder mehr Fläche zurückerobert als verloren. Russlands Staatschef Wladimir Putin hat vor mehr als vier Jahren eine großangelegte Invasion in das Nachbarland befohlen.

Quelle: dpa

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