Royals feiern 50 Jahre Ehe

Schwedens Königspaar: Vom Olympia-Flirt zur Goldhochzeit

18. Juni 2026 , 04:00 Uhr

Die Funken fliegen noch, sagt Schwedens Königin Silvia. Auch mit über 80 legen sie und ihr Mann Carl XVI. Gustaf gern ein Tänzchen auf das Parkett. Früher kriselte es auch schon mal gewaltig.

Ob es nach 50 Jahren Ehe immer noch zwischen dem schwedischen Königspaar knistert? Das will ein Journalist in einer neuen Fernsehdokumentation zur Goldhochzeit (19. Juni) von Carl XVI. Gustaf und Silvia wissen. Die Antwort der Königin, an ihren Gatten gerichtet: «Ich weiß nicht, wie es bei dir ist, aber für mich tut es das.» Der König kontert: «Ich finde, es knackst vor allem – im Rücken». 

Der Humor des schwedischen Monarchen ist speziell. Aber ein Grund, aus dem sich die junge Silvia Sommerlath 1972 in den damaligen Kronprinzen verliebte – und inzwischen seit fünf Jahrzehnten an seiner Seite ist. 

Die Liebesgeschichte der beiden beginnt bei den Olympischen Spielen in München, wo Silvia als Chefhostess arbeitet. «Das Erste, was mir aufgefallen ist, war, dass er ein Funkeln in den Augen hatte», sagt die Königin über die erste Begegnung mit ihrem späteren Ehemann in der Doku «Das Königspaar – 50 gemeinsame Jahre» des Fernsehsenders TV4. Schon damals saß ihm der Schalk im Nacken. «Er nahm ein Fernrohr und sah mich aus eineinhalb Metern Entfernung damit an. Ich habe darüber sehr gelacht.»

Die Anfängerin im Palast: Silvias Sprung in das kalte Wasser

Obwohl sie anfangs nur gebrochen Schwedisch spricht, verzaubert die Bürgerliche mit deutschen und brasilianischen Wurzeln die Schweden mit ihrer sanften Art auf Anhieb. Zur Verlobung im März 1976 sitzt sie schüchtern auf einem dunkelgrünen Sofa und kichert nervös: «Ich bin sehr glücklich, in Schweden zu sein.» Zwischendurch guckt sie sich hilfesuchend zu ihrem Verlobten um. Aber der meint, sie bekomme das schon hin. «Das war eine neue Welt. Ich konnte nur versprechen, dass ich mein Bestes tun würde», sagt Silvia heute über ihre Anfangszeit als Royal. 

Die Traumhochzeit im Sommer 1976 begleiten Tausende jubelnde Schweden vor dem Stockholmer Schloss und in der Stadt. Silvia, mit langer Schleppe und Carl XVI. Gustaf an ihrer Seite, auf dem Weg zum Altar. Silvia und Carl XVI. Gustaf, wie sie aus der königlichen Barkasse «Vasaorden» an Land gehen. Das Königspaar, wie es winkend in der offenen Kutsche durch Stockholm fährt. In den kommenden Jahren bekommt das Paar drei Kinder: Kronprinzessin Victoria (48), Prinz Carl Philip (47) und Prinzessin Madeleine (44).

Die «Dancing Queen» und der Skandal-König

Dass ihre Mutter damals so ins kalte Wasser gesprungen sei, beeindrucke sie sehr, sagt Thronfolgerin Victoria. «Die Art, wie sie das gemacht hat, wie sie Papas Lebensaufgabe zu ihrer gemacht hat – jetzt bin ich ein bisschen gerührt, denn das ist keine einfache Aufgabe», sagt die Kronprinzessin in der TV4-Doku. Ihr Bruder Carl Philip erzählt: «Es ist inspirierend und faszinierend, dass sie es geschafft haben, so zusammenzuhalten, und auf die Art und Weise, wie sie das gemacht haben. Sie sind wirklich ein Team.»

Der Zusammenhalt dieses Teams wird 2010 ernsthaft auf die Probe gestellt. Das in dem Jahr veröffentlichte Buch «Der widerwillige Monarch» sagt König Carl XVI. Gustaf einen Hang zu Partys im Rotlichtmilieu nach – und zu Affären. Silvia lässt sich von dem Skandalbuch nicht beirren. Über die Enthüllungen schweigt sie und geht weiter ihren Pflichten nach.

Und so kommt es, dass die beiden auch nach 50 Jahren noch ein Team sind. Zur Feier ihrer Goldhochzeit – wegen der Mittsommer-Feiern an diesem Freitag auf das vergangene Wochenende vorgezogen – sieht man sie wieder überall zusammen: in der Kirche, an Bord der Barkasse, in der offenen Kutsche. Silvia diesmal im roten Kostüm, sonst aber vieles wie damals. Nur, dass sie nicht mehr nur zu zweit sind, sondern umgeben von ihren drei Kindern, Schwiegerkindern und acht ihrer neun Enkelkinder. Als einzige fehlte die älteste Enkelin: Prinzessin Estelle ist derzeit auf Sprachreise. 

Oma zu sein hat Silvia einmal als «Dessert des Lebens» bezeichnet. In der TV4-Doku gerät sie ins Schwärmen: «Es ist ein Segen und so unerhört lustig mit ihnen». Wie man sich das Königspaar als Großeltern vorstellen könne? «So wie man sich Oma und Opa nun mal vorstellt», sagt Kronprinzessin Victoria. «Sie servieren besonders viel Eiscreme und sind besonders süß.»

Kuss beim Abba-Tanz

Nicht nur privat, auch im Job geben Silvia und Carl XVI. Gustaf nach wie vor alles, wie die Thronfolgerin TV4 erzählt. Victoria hält das nicht immer für eine gute Idee. «Sie legen wirklich ein hohes Tempo vor. Und als Tochter denke ich manchmal, dass sie nicht die ganze Zeit so hart arbeiten sollten», erzählt sie. «Aber gleichzeitig sehe ich, welche Freude es ihnen macht.» Außerdem hätten die beiden zusammen immer noch Spaß, sagt Silvia: «Wir sind dankbar für die gemeinsamen Jahre. Nur dass sie so schnell vorbeigezogen sind, versteht man nicht. Aber es geht uns gut.»

Verflogen scheinen die Funken auch bei Carl XVI. Gustaf nicht zu sein. Bei einer Party mit Abba-Musik in Stockholm tanzt er im März innig mit seiner Silvia. Dass der König sie zum Tanzen auffordere, «kommt öfter vor, als man denkt», sagt die Königin TV4. Sogar einen Kuss fangen die Kameras beim Abba-Fest ein. Das Lied, zu dem die beiden tanzen? «Dancing Queen» – der Hit, den die schwedische Band Silvia zu Ehren am Vorabend der Hochzeit des Königspaars live in der Stockholmer Oper präsentierte.

Quelle: dpa

 

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