Trauer in Thailand

Tote und Verletzte nach Schüssen an Schule nahe Bangkok

07. August 2026 , 09:41 Uhr

An einer Schule in Thailand fallen Schüsse. Mindestens fünf Lehrer sterben, es gibt viele Verletzte. Der Täter war ein Schüler - der zuvor auch seine Großeltern getötet haben soll.

Entsetzen in Thailand: Bei einem Schusswaffenangriff an einer Schule nördlich von Bangkok sind mehrere Menschen getötet und mehr als ein Dutzend weitere verletzt worden. Über die genaue Zahl der Opfer herrschte in den Stunden nach der Tat noch Unklarheit. Am Mittag (Ortszeit) berichtete die Zeitung «Khaosod» unter Berufung auf die Behörden von fünf getöteten Lehrern. 

Außerdem soll der jugendliche Täter zuvor seine Großeltern erschossen haben. Laut den Sicherheitskräften wurde der Schüler später tot in einem Klassenzimmer gefunden – nach der Tat hatte er sich offenbar selbst erschossen. In seiner Tasche entdeckten die Ermittler große Mengen Munition.

Mobbing als Motiv?

Ersten Ermittlungen zufolge besuchte der mutmaßliche Täter die 9. Klasse. Er soll zuvor möglicherweise gemobbt worden sein. Andere Schüler hätten ihn regelmäßig verspottet und auch körperlich angegriffen, zitierte «Khaosod» die Behörden.

Der Vorfall ereignete sich am Morgen (Ortszeit) an der Debsirin Nonthaburi School in der Provinz Nonthaburi. Unter den Schülern und Lehrern in dem Gebäude brach den Schilderungen zufolge Panik aus. Polizei, Rettungskräfte und Notärzte rückten mit einem Großaufgebot an. Schüler, Lehrer und weitere Beschäftigte wurden vom Campus evakuiert. 

Einer Liste der örtlichen Behörden zufolge wurden bei dem Angriff mehr als 20 Menschen verletzt, mehrere davon schwer. Bei den meisten handelt es sich um Jugendliche zwischen 12 und 17 Jahren.

Waffe des Großvaters gestohlen

In der Wohnung der Familie des Täters wurden derweil zwei weitere Todesopfer gefunden – Berichten zufolge die Großeltern des Jungen, bei denen er aufgewachsen war. Er soll diese ebenfalls erschossen haben, mit der zuvor gestohlenen Waffe seines Opas. Der Vater werde von der Polizei vernommen, hieß es.

Der thailändische Ministerpräsident Anutin Charnvirakul zeigte sich tief betroffen. Er sprach den Angehörigen der Opfer sein Beileid aus und äußerte sich erschüttert darüber, «dass ein solcher Vorfall in unserem Land passieren konnte». Thailändische Politiker forderten umgehend, die Waffengesetze im Land zu verschärfen und Bildungseinrichtungen besser zu sichern.

Erinnerung an andere Angriffe in Schulen

Schusswaffenangriffe an Schulen mit zahlreichen Toten sind in Thailand eher ungewöhnlich, jedoch gab es auch in der Vergangenheit schon Vorfälle. 2003 erschoss ein Schüler in der Provinz Nakhon Si Thammarat zwei Mitschüler. Anfang dieses Jahres tötete ein Jugendlicher an einer Schule in der Provinz Songkhla den Schulleiter und verletzte eine Schülerin. Das schwerste Gewaltverbrechen gegen Kinder ereignete sich allerdings 2022, als ein ehemaliger Polizist in einer Kindertagesstätte 37 Menschen tötete, darunter 24 Kinder.

Quelle: dpa

 

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