Nach scharfer Kritik aus Grönland an einem Dreh mit US-Flagge für die NDR-Satiresendung «Extra 3» hat sich der Allgäuer Kabarettist Maxi Schafroth für die Aktion entschuldigt. In der Situation sei der satirische Kontext «nicht erkennbar» gewesen, sagte Schafroth der Deutschen Presse-Agentur. «Das hat einige irritiert, das tut mir aufrichtig leid.»
Schafroth hatte sich während des Drehs auf Grönland als US-Regierungsmitglied ausgegeben und versucht, eine US-amerikanische Flagge auf einem öffentlichen Platz zu hissen. Dafür wurde ihm ein Bußgeld aufgebrummt, wie der NDR bestätigte – allerdings ohne Schafroths Namen zu nennen.
«1000 Kronen, das sind ungefähr 130 Euro, die konnte ich direkt auf der Polizeiwache in bar bezahlen», sagte der Kabarettist der dpa. «Ich saß dort relativ lange, auch weil die grönländische Polizei darum bat, andere „Extra 3“-Videos zu sehen, um unsere Arbeit zu verstehen, und ich war erleichtert, dass sie lachen mussten, als ich als Priester mit einem E-Scooter „Habemus papam“ rufend über den Petersplatz gefahren bin.»
Ihm sei auch «nicht wurst, wie die Leute reagieren», betonte Schafroth. «Wir wollen nicht gegen die Menschen arbeiten, auf deren Seite wir sind, sondern mit ihnen.» Da Nuuk, die Hauptstadt von Grönland, «sehr überschaubar» sei, habe er am Donnerstagmorgen noch die Möglichkeit gehabt, «mit den Leuten hier direkt zu sprechen und auch im Kulturzentrum, wo der Mast steht, die Sache persönlich zu klären».
Er habe die Menschen in Grönland bei dem Dreh diese Woche als «sehr offen und warmherzig» kennengelernt, sagte Schafroth. «Wir haben ja bis auf die Sache mit der Flagge von den Einheimischen ja auch gute Reaktionen erfahren, dort wo es eben als Satire eingeordnet werden konnte.»
Laut NDR war «das weltweit diskutierte Vorgehen der USA» Anlass für die kritische Auseinandersetzung in der Satiresendung. «Zu keinem Zeitpunkt sollte während des Drehs der Eindruck entstehen, Ziel der Satire seien Grönländerinnen und Grönländer», hieß es vom Sender. Weiter hieß es: «Die Redaktion erklärt ihr Bedauern gegenüber den Menschen in Grönland, sollte dieser Eindruck entstanden sein.»
US-Präsident Donald Trump hatte mehrfach mit der Annexion der zu Dänemark gehörenden Insel gedroht. Am Rande des Weltwirtschaftsforums in Davos hatte er nach einem Gespräch mit Nato-Chef Mark Rutte überraschend erklärt, es gebe nun einen Rahmen für eine Vereinbarung über Grönlands Zukunft. Gleichzeitig nahm er angedrohte Strafzölle gegen europäische Alliierte, darunter Deutschland, zurück, die sich hinter Dänemark gestellt hatten. Trump hatte seinen Anspruch auf Grönland damit begründet, dass sich sonst Russland oder China die Insel einverleiben würden.
Quelle: dpa