Krieg in der Ukraine

Russland überzieht Kiew erneut mit schweren Luftangriffen

20. Januar 2026 , 10:51 Uhr

Nacht für Nacht tauschen Russland und die Ukraine Angriffe gegeneinander aus. Einmal mehr erwischt es in dieser Nacht Kiew - mit schweren Folgen für die Bevölkerung.

In der ukrainischen Hauptstadt Kiew ist nach erneuten russischen Angriffen in der Nacht Behördenangaben zufolge vielerorts die Strom-, Wärme- und Wasserversorgung zusammengebrochen. «Nach dieser Attacke auf die Hauptstadt sind 5.635 Hochhäuser ohne Heizung», teilte Bürgermeister Vitali Klitschko auf Telegram mit. Zum Großteil seien die Gebäude betroffen, die auch schon bei dem verheerenden russischen Schlag am 9. Januar in Mitleidenschaft gezogen wurden, schrieb er. 

Raketen, Marschflugkörper und Drohnen im Einsatz

Russland setzte der ukrainischen Luftwaffe zufolge sowohl Raketen als auch Drohnen und Marschflugkörper bei der Attacke ein. Insgesamt seien 372 Drohnen, eine Antischiffsrakete des Typs Zirkon, 15 Marschflugkörper des Typs Ch-101 und 18 ballistische Raketen gegen die Ukraine gesteuert worden, schrieb die Behörde. 342 Objekte seien abgefangen worden, es gebe aber auch Einschläge, räumte die Flugabwehr ein. 

Das russische Militär bestätigte den massiven Luftschlag. Moskaus Darstellung nach wurden allerdings nur militärische Ziele in der Ukraine beschossen.

Vorläufigen Informationen nach gab es in Kiew eine Verletzte bei dem Angriff. Nach Polizeiangaben handelt es sich um eine 59-jährige Frau. Neben Schäden bei Energieanlagen traf es Wohnhäuser und private Pkw. Mehrere Autos gingen durch herabfallende Drohnentrümmer in Flammen auf. Am linken Ufer des Dnipro sei zudem die Wasserversorgung ausgefallen, teilte Klitschko mit.

Für Kiew ist dies der schlimmste Winter seit Kriegsbeginn. Russland beschießt in seinem Krieg gegen die Ukraine systematisch das Energiesystem des Nachbarlands. Inzwischen ist das Netz so geschwächt, dass es täglich zu stundenlangen Stromausfällen kommt. Mehrere schwere Angriffe auf die ukrainische Hauptstadt zu Beginn des Jahres und anhaltende starke Fröste verschärfen die Situation für viele Menschen. Die Behörden haben Notunterkünfte eingerichtet, in denen sich die Bürger aufwärmen, Wasser holen oder ihr Handy aufladen können.

Quelle: dpa

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