Handball-Bundesliga

Re-Start im Titelrennen: Kretzschmar tippt auf Magdeburg

09. Februar 2026 , 09:12 Uhr

Für den Experten ist der SCM der heißeste Anwärter auf die Handball-Meisterschaft. Der Trainer des Tabellenführers will davon nichts hören.

Für Handball-Ikone Stefan Kretzschmar ist der Bundesliga-Titelkampf schon vor dem Re-Start nach der EM-Pause entschieden. Auf die Frage, ob Tabellenführer SC Magdeburg die Meisterschaft noch zu nehmen sei, antwortete der 52-Jährige kurz und knapp: «Nein.»

Kretzschmar traut den erfolgshungrigen Titel-Monstern von der Elbe sogar das Triple zu. «Magdeburg ist in diesem Jahr auch in Europa die Top-Mannschaft, auch weil der Kader in der Breite Verletzungen auffangen könnte. Es ist ihnen absolut zuzutrauen, die erfolgreichste Saison der Vereinsgeschichte zu spielen», sagte der frühere Nationalspieler der Deutschen Presse-Agentur. Der SCM sei in seinen Augen «dieses Jahr fast unschlagbar».

Solche Vorschusslorbeeren passen Magdeburgs Trainer Bennet Wiegert vor dem schweren Wiedereinstieg mit zwei Topspielen gegen den Tabellendritten TBV Lemgo Lippe am Mittwoch und beim deutschen Rekordmeister THW Kiel am Sonntag gar nicht in den Kram. «Wir müssen gleich von Anfang an wieder voll da sein», mahnte der 44-Jährige – auch wenn der in dieser Saison noch ungeschlagene Champions-League-Sieger mit einem komfortablen Vorsprung in die Fortsetzung des Meisterrennens geht. 

Wiegert sieht offenes Titelrennen

Fünf Punkte beträgt das Polster zum ersten Verfolger SG Flensburg-Handewitt, sechs Zähler zu Lemgo. «Jede Mannschaft wird versuchen, ihre Chance zu nutzen und bis zum Schluss um die Meisterschaft zu spielen. Die Leistungsdichte ist einfach so eng», warnte Wiegert und ergänzte: «Ich kann auch damit leben, wenn es bis zum Schluss ein Drei- oder Vierkampf wird – solange wir dabei sind.» 

An ein spannendes Titel-Finale glaubt Kretzschmar nicht – auch wenn noch 15 Spieltage ausstehen. «Nach der nicht gewonnenen Meisterschaft in der vergangenen Saison ist der SCM zusätzlich motiviert. Sie lassen nie locker, sind absolut konzentriert. Die Mannschaft ist in ihrer Qualität und Zusammensetzung unheimlich stark», sagte er. 

Mit Wiegert habe der Spitzenreiter zudem «einen absoluten Wettkampftrainer. Er ist der wahrscheinlich ehrgeizigste Trainer, den ich kenne. Er arbeitet verdammt hart, ist im Verein und der Stadt groß geworden. Er lebt eine Identifikation mit dem Club vor, die einmalig ist», lobte Kretzschmar den Architekten des Erfolgs.

Rückkehr in den Alltag mental schwierig

Der hat den zahlreichen EM-Rückkehrern aus seinem Team – darunter Dänemarks Europameister Magnus Saugstrup und Silber-Gewinner Lukas Mertens – eine längere Erholungszeit eingeräumt. Erst seit vergangenem Samstag sind alle Spieler mit Ausnahme der verletzt zurückgekehrten Elvar Jönsson (Island) und Albin Lagergren (Schweden) wieder im Training. 

«Ich habe nach diesem harten Großturnier gezielt auf maximale Entschleunigung gesetzt. Meinem Gefühl nach war die Taktung der Spiele in diesem Jahr noch härter, deswegen habe ich bewusst ein paar Tage mehr freigegeben», sagte Wiegert. 

Die Rückkehr aus der Nationalmannschaftsblase in den Bundesliga-Alltag stelle für alle Spieler eine große Herausforderung dar. «Der Übergang in den Vereinsrhythmus ist vor allem mental anspruchsvoll. Das ist etwas, was den Spielern abverlangt, schnellstmöglich wieder an neuen Zielen arbeiten zu wollen und das dann auch umzusetzen», sagte Wiegert und fügte hinzu: «Wir versuchen das sehr behutsam zu machen, weil ich weiß, dass das per Fingerschnippen nicht funktioniert.»

Quelle: dpa

 

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