Auftakt mit großem Andrang

Angeklagter gesteht tödliche Schüsse auf Polizisten

11. Februar 2026 , 12:11 Uhr

Im vergangenen Sommer wird ein Polizist bei einem Einsatz erschossen. Jetzt hat der Prozess gegen den mutmaßlichen Täter begonnen. Was er sagt.

Im Prozess um einen getöteten Polizisten im saarländischen Völklingen hat der Angeklagte die tödlichen Schüsse eingeräumt. Er habe Angst um sein eigenes Leben gehabt, erklärte sein Verteidiger Michael Rehberger zum Prozessauftakt am Landgericht Saarbrücken.

Nach einem Tankstellenraub sei er vor Polizisten geflüchtet, die ihn verfolgt hätten. Ein Polizist habe ihn dann gepackt: Sein Mandant sei von einer Festnahme ausgegangen. «Als dann ein zweiter Beamter auf ihn zielte, hatte er Angst, erschossen zu werden», sagte Rehberger. 

Witwe kämpft im Gerichtssaal mit Tränen

«In Panik» habe er aus dem Holster des Polizeianwärters ohne Mühe die Dienstwaffe gezogen und dann abgedrückt. Mehrere Schüsse habe er auf den Polizisten abgegeben, der später gestorben sei. Rehberger: «Er fürchtete um sein Leben.» Auch weitere Schüsse habe er abgegeben. 

Die Anklage wirft dem 19-Jährigen Mord, versuchten Mord und besonders schweren Raub vor. Er soll im August 2025 einen 34 Jahre alten Polizeioberkommissar getötet haben. Laut Staatsanwaltschaft hatte der junge Mann alle 17 Schuss aus dem Magazin abgefeuert.

Zum Auftakt im Landgericht Saarbrücken waren alle Besucherplätze belegt, die Witwe des getöteten Polizisten war als Nebenklägerin anwesend. Sie kämpfte immer wieder mit den Tränen.

Angeklagter berichtet von Angstzuständen

Laut Staatsanwaltschaft soll der Angeklagte auf die Polizisten gefeuert haben, um seine Beteiligung an dem Überfall zu verdecken. Zudem lägen die Mordmerkmale der Grausamkeit und der Mordlust vor. Bei der Tat wurde zudem der Polizeianwärter verletzt.

Mit leiser Stimme und gesenktem Kopf hatte der Angeklagte zuvor Angaben zur Person gemacht. Er sagte, er habe die deutsche Staatsangehörigkeit. Seit der Grundschule leide er unter immer wiederkehrenden «schlechten Gedanken» und auch Angstzuständen. Er nehme deswegen auch Medikamente. Im letzten Jahr sei diese Gedanken und Gefühle mehr geworden.

Quelle: dpa

 

Das könnte Dich auch interessieren

11.02.2026 US-Amerikaner wegen Spionage in Koblenz verurteilt James Bond im Namen der Gerechtigkeit? Ein Ex-Militär aus den USA ist unzufrieden mit seinem Arbeitgeber und greift zu drastischen Mitteln: Er bietet China geheime Daten an. Nun ist er verurteilt. 10.02.2026 Rulantica-Prozess: Eltern erheben Vorwürfe gegen Europa-Park Im Rulantica-Prozess stehen Vorwürfe gegen das Personal im Raum. Warum die Eltern meinen, die Tat hätte verhindert werden können. 09.02.2026 Prozess gegen rechtsextreme Terrorgruppe beginnt am 5. März Im vergangenen Jahr sorgte eine Razzia gegen mutmaßliche Rechtsterroristen für Schlagzeilen. Die Beschuldigten, darunter Jugendliche, sollen nun bald in Hamburg vor Gericht kommen. 09.02.2026 Albtraum im Rulantica-Bad: So verschwand die Sechsjährige Ein Mädchen verschwindet aus dem Freizeitbad Rulantica – erst Stunden später taucht es wieder auf. Was ist damals geschehen? Schon zum Prozessbeginn scheint zumindest klar, wie er ausgehen wird.