Vor dem Landgericht Bamberg ist heute der neu aufgerollte Prozess gegen den 75-jährigen Joseph H. aus dem Raum Forchheim fortgesetzt worden. Er soll vor zwei Jahren seine ehemalige Lebensgefährtin – die 33-jährige Katina K. – getötet haben. Ihre Leiche wurde bis heute nicht gefunden. Wie schon im ersten Verfahren schwieg der Angeklagte auch diesmal zu den Vorwürfen.
Der Prozesstag heute begann mit der Vernehmung von Katinas Tante. Ihr hatte die 33-Jährige kurz vor ihrem Verschwinden eine Sprachnachricht geschickt, in der sie angab, sie befürchte, der Angeklagte könnte ihr etwas antun und sie wolle jetzt zurück in ihre Heimat Bulgarien. Die Tante war auch diejenige, die Katina schließlich in ihrem eigenen Wohnort Oldenburg als vermisst meldete. Im Anschluss sagte die Polizeibeamtin aus, die die Anzeige aufgenommen hatte. Die Sorge der Tante um ihre Nichte sei aufrichtig gewesen und sie habe das Anliegen ernstgenommen. Das bestätigte auch eine weitere Kripobeamtin. Eine Überprüfung des Angeklagten, bei dem die Vermisste zuletzt war, habe die Dringlichkeit bestärkt.
Der Bundesgerichtshof hatte das ursprüngliche Urteil von zwölf Jahren Haft wegen Totschlags im Mai aufgehoben. Grund waren Mängel bei der Beweiswürdigung.