Proteste bei Bosch: Beschäftigte in Bamberg fordern Antworten zur Zukunft der Autoindustrie

21. September 2026 , 15:57 Uhr

Bei Bosch haben heute bundesweit Beschäftigte protestiert – auch am Standort Bamberg. Der Gesamtbetriebsrat der Mobility-Sparte will damit auf die schwierige Lage der deutschen Autoindustrie aufmerksam machen.

Betriebsratschef Mario Gutmann kritisiert, dass Gespräche mit Politikern bislang aus seiner Sicht keine konkreten Veränderungen gebracht haben. Auch der Besuch von Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche in Bamberg habe deshalb wenig bewirkt:

„Ergebnis unterm Strich kam gar nix raus und das ist genau der Punkt. Wir haben am 24. jetzt den Kreisrat und den Stadtrat bei uns, das sind 100 Leute, denen werde ich an der Stelle noch mal deutlich sagen, was die Erwartungshaltung ist. Bisher ist nichts passiert außer das Verständnisheucheleien und irgendwelche Ja, wir haben es verstanden und wir nehmen das mit, also mitnehmen haben sie es schon oft genug, jetzt müssen sie langsam auch liefern.“

Die Beschäftigten fordern unter anderem stärkere deutsche und europäische Produktionsstandorte, klarere „Made in EU“-Regeln sowie bessere Wettbewerbsbedingungen gegenüber China und den USA. In Bamberg gab es dazu Aktionen an den Werkstoren.

Am Bosch-Standort Bamberg arbeiten aktuell rund 6.000 Menschen. Bis Ende 2027 gilt eine Stellengarantie, betriebsbedingte Kündigungen beziehungsweise ein aktiver Abbau von Arbeitsplätzen sind bis dahin ausgeschlossen. Trotzdem sind viele Beschäftigte mit Blick auf die Zukunft verunsichert. Gutmann sagt:

„Die Leute sind verunsichert und die meisten Fragen, die an uns herangetragen werden, ist, wie geht es denn weiter? Und die haben Angst, wenn man sieht, was da außen abgeht bei den OEMs, ob das Audi, BMW, Mercedes, Daimler, Porsche, egal was das ist, dann muss sich jeder schon mal die Frage stellen, geht es denn überhaupt noch weiter? Und da müssen verschiedene Leute ihre Hausaufgaben machen, da gehört die Politik dazu, da gehört Europa dazu und da können die Arbeitgeber dazu.“

Gleichzeitig werden freiwerdende Stellen aktuell nicht mehr vollständig nachbesetzt. Wie es nach 2027 weitergeht, ist offen. Der Betriebsrat verhandelt deshalb mit Bosch über die weitere Zukunft des Standorts Bamberg.

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