Tour de France der Frauen

Polnische Fahrerin siegt am Mont Ventoux und holt Tour-Gelb

07. August 2026 , 17:59 Uhr

«Berg des Schreckens», «Gigant der Provence», «kahler Riese». Namen für den Mont Ventoux gibt es einige. Bei der Frauen-Tour meistert Niewiadoma-Phinney den Berg so gut wie keine andere Fahrerin.

Radrennfahrerin Katarzyna Niewiadoma-Phinney aus Polen hat die Königsetappe bei der Tour de France der Frauen zum legendären Mont Ventoux für sich entschieden und das Gelbe Trikot erobert. Die 31-Jährige gewann die Bergankunft auf mehr als 1.900 Höhenmetern bei der siebten Etappe nach einer beeindruckenden Kletterpartie. Sie hatte einen Vorsprung von 1:16 Minuten auf die Niederländerin Demi Vollering.

«Ich bin einfach sprachlos», sagte Niewiadoma-Phinney nach ihrem ersten Etappensieg überhaupt auf der Tour. Auf Platz drei mit einem Rückstand von 1:42 Minuten landete die Italienerin Elisa Longo Borghini. Die bisherige Gesamtführende Marlen Reusser aus der Schweiz wurde Vierte.

Beste Deutsche war Antonia Niedermaier, die mit einem Rückstand von 1:48 Minuten als Etappensechste das Weiße Trikot als beste Nachwuchsfahrerin verteidigte. Im Gesamtklassement liegt Niewiadoma-Phinney nun 15 Sekunden vor Vollering und 39 Sekunden vor Reusser. Niedermaier belegt mit 3:21 Minuten Rückstand den fünften Rang.

Mont Ventoux erstmals im Programm der Frauen-Tour

Zum ersten Mal gehörte der Mont Ventoux, der auch als «kahler Riese» bezeichnet wird, zum Programm der Frauen-Tour. Ob der tragische Tod von Tom Simpson 1967 oder der panische Sprint des viermaligen Tour-Champions Chris Froome 2016, als er wegen seines defekten Rads nicht weiterfahren konnte: Der Mont Ventoux – ein um den Gipfel karger Kalksteinriese – zählt zu den markantesten und geschichtsträchtigsten Bergen im Radsport. 

Nachdem sich Niewiadoma-Phinney, Vollering und Reusser knapp elf Kilometer vor dem Ziel absetzen konnten, griff die spätere Etappensiegerin und Gesamtsiegerin von 2024 an. Vollering und Reusser versuchten vergeblich, noch einmal den Anschluss zu schaffen. Stattdessen baute Niewiadoma-Phinney ihren Vorsprung aus.

Am Samstag erwartet die Rennfahrerin ein flaches Teilstück. 171,9 Kilometer zwischen Sisteron und Nizza sind zu bewältigen. Die Rundfahrt endet am Sonntag in der Stadt an der Côte d’Azur.

Quelle: dpa

 

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