Mit 26 zu 14 Stimmen hat der Forchheimer Stadtrat gestern den Ausstieg der Stadt aus der Trägerschaft des Klinikums Forchheim-Fränkische Schweiz beschlossen. Hintergrund ist die angespannte Haushaltslage. Allein rund 7,5 Millionen Euro jährlich hätte die Stadt als Anteil am Defizitausgleich tragen müssen. Künftig soll der Landkreis alleiniger Gesellschafter des Klinikums werden. In der teils hitzigen Debatte gab es deutliche Kritik am Vorgehen. CSU-Stadtrat Ulrich Schürr sprach von einem „historischen Fehler“ und warnte vor einem Verlust von Einfluss für die Stadt. Statt eines kompletten Rückzugs hätte er sich eine reduzierte Beteiligung gewünscht. Auch innerhalb der Fraktionen verlief die Abstimmung nicht einheitlich – mehrere Ratsmitglieder stimmten gegen den Ausstieg oder enthielten sich. Die Stadtverwaltung und Oberbürgermeisterin Martina Hebendanz setzen dagegen auf den Schritt als notwendige finanzielle Entlastung.
Daraufhin hat der Landkreis Forchheim reagiert. Für Patienten und Beschäftigte soll sich erstmal nichts ändern, sagt Landrat Hanngörg Zimmermann. Beide Klinikstandorte laufen ganz normal weiter, so der Landkreis. Die Versorgung der Patienten bleibe sicher, genauso wie die Arbeitsplätze der mehr als 1.000 Beschäftigten. Die Zukunft des Klinikums sei nicht von Eigentumsfragen abhängig. Der Landkreis betont außerdem: Das Klinikum ist wichtig für die Region. In den letzten Jahren wurde viel investiert – das soll auch so bleiben. Den Ausstieg der Stadt bedauert der Landkreis dennoch ausdrücklich. Jetzt wird geprüft, wie es rechtlich und organisatorisch weitergeht und ob Anteile übernommen werden können.