Nahverkehr

Pilotprojekt: Automatisierter Linienbus für München

23. April 2026 , 12:20 Uhr

Ein Test-Bus soll bald automatisiert durch die Straßen der Landeshauptstadt steuern. Wie das Vorhaben einzustufen ist und was es für Fahrgäste bedeutet.

In München soll demnächst ein automatisiert fahrender Linienbus durch die Straßen rollen. Derzeit wird das Fahrzeug noch auf einem Testgelände feinjustiert. Im Anschluss soll es – zunächst noch ohne Fahrgäste – im ganz normalen Straßenverkehr fahren, ab Herbst dann auch mit Passagieren, wie der Hersteller MAN Truck & Bus den Zeitplan des Pilotprojektes skizzierte. «Das Fahrzeug wird dabei unter anderem eigenständig lenken, Gas geben, bremsen und blinken», erläuterte MAN-Experte Michael Roth. «Ein Sicherheitsfahrer ist an Bord, um die Systeme zu überwachen.» 

In der Mitteilung wird Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder (CDU) mit den Worten zitiert, dass Projekte wie dieser vollelektrische, automatisierte Stadtbus wegweisend für den öffentlichen Nahverkehr in Deutschland seien. «Hier wird Pionierarbeit geleistet, die weit über die Region und die Stadt München hinausstrahlen wird.»

Spezifische Fahrmanöver in Testphase

Derzeit werden noch spezifische Fahrmanöver wie das Heranfahren an Haltestellen getestet. Der E-Bus ist dafür mit Sensoren, Radaren, Kameras und Navigationssystemen gespickt. Im Anschluss soll es in die finale Testphase im realen Straßenverkehr gehen. Im Herbst wird die Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG) dann den Pilotbetrieb starten. Zunächst soll es eine geschlossene Nutzergruppe geben, deren Feedback in die Entwicklung einbezogen wird. Wann und unter welchen Voraussetzungen die Mitfahrt möglich ist, werde rechtzeitig bekanntgegeben, hieß es.

MAN will mit dem Einsatz automatisierter Busse den öffentlichen Personennahverkehr der Zukunft effizienter, flexibler und nachhaltiger machen. Vor dem Hintergrund wachsender Städte und eines zunehmenden Fahrermangels böten automatisierte Systeme großes Potenzial zur Sicherstellung und Verbesserung des Mobilitätsangebots und könnten Verkehrsunfälle reduzieren, erläuterte das Unternehmen. Die Stadt München forscht ihrerseits in einem groß angelegten Vorhaben daran, wie automatisierte und vernetzte Mobilitätslösungen in das bestehende Verkehrssystem integriert werden können.

Quelle: dpa

Das könnte Dich auch interessieren

30.04.2026 Motorradfahrer wird in Oberbayern tödlich verletzt Ein Autofahrer übersieht beim Abbiegen einen Motorradfahrer – der Zusammenstoß endet tödlich. 30.04.2026 Polizei stellt 6.812 Verstöße von Zweiradfahrern fest Biker - egal ob mit Motor oder ohne - genießen im Verkehr definitiv mehr Flexibilität. Doch es ist auch gefährlich. Eine große Polizeiaktion zeigt, viele Radler nehmen die Regeln nicht genau genug. 30.04.2026 Ist ein Elch in Niederbayern unterwegs? Für Gesprächsstoff in der niederbayerischen Gemeinde Metten sorgt zurzeit ein Elch. Augenzeugen wollen das Huftier gesehen haben. 30.04.2026 Über zwei Promille – Autofahrer schläft auf Kreuzung ein Mitten auf einer Kreuzung schläft ein Mann betrunken am Steuer ein. Als ihn eine Autofahrerin weckt, fährt er einfach weiter. Wie die Frau der Polizei half, die gefährliche Fahrt zu stoppen.