Industrie und Handel

Peter Inselkammer ist neuer BIHK-Präsident

08. Juli 2026 , 16:03 Uhr

Der Sprecher der Wiesnwirte wird an die Spitze der IHK für München und Oberbayern gewählt. Damit steht er jetzt automatisch auch dem bayerischen Industrie- und Handelskammertag vor.

Der Bayerische Industrie- und Handelskammertag (BIHK) hat einen neuen Präsidenten. Peter Inselkammer – unter anderem als Sprecher der Wiesnwirte bekannt – wurde von der IHK für München und Oberbayern zu ihrem neuen Präsidenten gewählt. Damit ist er automatisch auch BIHK-Präsident.

Die Vollversammlung in München hatte den 56-Jährigen mit 86 Ja-Stimmen bei zwei Enthaltungen und ohne Gegenstimmen gewählt. Er war ohne Gegenkandidat angetreten. In seiner Bewerbungsrede hatte Inselkammer betont, dass er die tagtäglichen Herausforderungen des operativen Geschäfts kenne. «Ich weiß, wo es uns drückt und ich glaube, ich weiß auch, wo wir unsere Stimme erheben müssen. Wo wir Kritik üben müssen, aber wo wir auch Verbesserungsvorschläge einbringen müssen in der Politik, in der Gesellschaft.» Gleichzeitig wolle er aber auch für Zuversicht stehen.

Inselkammer war bereits seit Januar vertretungsweise Präsident der IHK für München und Oberbayern, nachdem sein Vorgänger Klaus Josef Lutz sein Amt niedergelegt hatte. An die Spitze des BIHK rückt er satzungsgemäß aber erst jetzt mit der offiziellen Wahl. Er ist verheiratet und hat nach eigenen Angaben vier Kinder und einen Dackel.

Wiesnwirte-Sprecher

Inselkammer ist seit 2017 Sprecher der Wiesnwirte, seit 2021 ist er im Präsidium der IHK. Zu seinem Unternehmen gehören neben einem Wiesnzelt auch Hotels und Restaurants. Er gilt als politisch gut vernetzt, eher diplomatisch und besonnen und sucht – anders als manche seiner Vorgänger als Wirtesprecher – nicht den großen Auftritt.

Auch beim BIHK könnte sich der Ton mit Inselkammer ändern. Sein Vorgänger Lutz hatte sich gerne sehr deutlich und kritisch zu Wort gemeldet. Der ehemalige Chef der inzwischen strauchelnden Baywa war im Januar zurückgetreten – einen Tag nachdem bekannt geworden war, dass die Münchner Staatsanwaltschaft bei ihren Untersuchungen rund um die Schieflage der Baywa wegen Untreueverdachts gegen Lutz ermittelt.

Lutz hatte die Baywa von 2008 bis 2023 geleitet. Im Sommer 2024 war der Konzern in Schieflage geraten und ist seither einer der größten Sanierungsfälle in Deutschland. Ein maßgeblicher Auslöser waren die hohen Zinszahlungen für Kredite, die das Unternehmen im Zuge einer von Lutz gesteuerten internationalen Expansion in den 2010er Jahren aufgetürmt hatte.

Quelle: dpa

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