Winterspiele

Olympia-Aus: Eishockey-Frauen verpassen Sensation

14. Februar 2026 , 20:19 Uhr

Zu viele Fehler im Olympia-Viertelfinale lassen Deutschlands Eishockey-Frauenteam keine Chance gegen Kanada. Ein ansonsten couragierter Auftritt führt zumindest zu einem Treffer.

Deutschlands Eishockey-Frauen haben die Olympia-Sensation verpasst und sind gegen Kanada im Viertelfinale der Winterspiele in Mailand ausgeschieden. Zu viele individuelle Fehler ließen dem Team von Trainer Jeff MacLeod beim 1:5 (0:2, 0:1, 1:2) am Samstag keine Chance gegen den Olympiasieger. Franziska Feldmeier von den Eisbären Berlin traf in Unterzahl zum Ehrentreffer (49. Minute) für die Auswahl des Deutschen Eishockey-Bundes (DEB), die erstmals seit 2014 wieder bei Olympia dabei war.

«Das war das engste Spiel, dass wir bislang hatten gegen Kanada. Ein Tor ist uns gegen die noch nie gelungen zuvor. Das zeigt, dass wir auf dem richtigen Weg sind», sagte Topscorerin Laura Kluge, die diesmal leer ausging. «Wir haben im ganzen Turnier gezeigt, dass wir zu Recht im Viertelfinale standen», fügte die Angreiferin von Boston Fleet aus der nordamerikanischen Profiliga PWHL hinzu. Es war das erste Olympia-Viertelfinale überhaupt für ein deutsches Frauenteam.

Deutsche Spielerinnen zufrieden mit Turnierverlauf

Brianne Jenner (2.), Claire Thompson (17.), Sarah Fillier (38.), Blayre Turnbull (41.) und Topstar Marie-Philip Poulin (56.) schossen die Tore für den Favoriten, der am Montag um den erneuten Einzug ins Finale spielt. «Das sind Topspielerinnen auf der Welt, gegen die wir da auf dem Eis standen. Wir haben die Voraussetzungen in Deutschland einfach nicht, die die haben und deshalb bin ich super zufrieden», sagte Kapitänin Daria Gleißner. 

Das MacLeod-Team schaffte es erst im Laufe des Spiels abzulegen. Nach einem Abstimmungsfehler in der Abwehr stand es schnell 0:1. Trotzdem zeigte Deutschland Courage. Wann immer es gefährlich wurde, stand Kluge auf dem Eis. «Wir haben über kurze Strecken gezeigt, dass wir mithalten können. Uns fehlt einfach die Erfahrung, vielleicht etwas Kaltschnäuzigkeit», sagte Kluge. 

Abstreiter patzt zweimal

Aussetzer von Torhüterin Sandra Abstreiter von Montreal Victoire aus der PWHL führten allerdings zu weiteren Gegentoren. Die 27-Jährige ließ zunächst einen harmlosen Schuss von der blauen Linie durch die Beine gleiten. Im Mittelabschnitt lenkte sie in Unterzahl einen Schuss aus spitzem Winkel ins eigene Netz. Mit diesen groben Fehlern konterkarierte Abstreiter zahlreiche starke Paraden im weiteren Spielverlauf.

«Das ist natürlich sehr unglücklich. Wenn man so viele Schüsse aufs Tor bekommt, rutscht vielleicht auch mal einer rein. Ich glaube, ich habe aber auch einige gut rausgeholt», sagte die Torhüterin, die ebenfalls ein positives Fazit zog: «Wir haben gute Werbung für das deutsche Eishockey gemacht.»

Quelle: dpa

 

Das könnte Dich auch interessieren

14.02.2026 «Frustrierender Nachmittag» gegen Letten: DEB-Team verliert Deutschland scheitert im zweiten Eishockey-Vorrundenspiel bei Olympia an schwacher Chancenverwertung. Jetzt wartet Weltmeister USA. Danach dürfte es in die Viertelfinal-Qualifikation gehen. 13.02.2026 Deutsche NHL-Stars liefern - Vor allem Stützle erleichtert Die bisherigen Auftritte im Nationalteam von NHL-Ausnahmestürmer Tim Stützle waren erfolglos. Auf der Olympia-Bühne funktioniert der 24-Jährige aber als Unterschiedsspieler. 11.02.2026 Draisaitl und Co. bei «Turnier der Superlative» gefordert So viele NHL-Topspieler hatte ein deutsches Eishockeyteam nie zuvor. Doch auch die Favoriten um Kanada und die USA stellen ihre Weltstars. Bei Olympia hängt viel vom Start gegen Dänemark ab. 09.02.2026 2:1 gegen Frankreich: DEB-Frauen kurz vor Viertelfinaleinzug Deutschlands Eishockey-Frauen haben gegen die Französinnen deutlich mehr Mühe als erwartet. Erst in der Verlängerung erlöst Nina Jobst-Smith das deutsche Team.